20 Jahre Smartphones: Was war euer erstes schlaues Telefon?

20 Jahre Smartphones: Was war euer erstes schlaues Telefon?

Vor 20 Jahren kam der Nokia 9000 Communicator auf den Markt, der Großvater heutiger Smartphones. Zeit für einen klitzekleinen Rückblick und dafür, die Frage an euch zu richten. Welches Smartphone war euer erstes?

Ich muss euch nicht mehr groß erklären, dass Smartphones heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Schaut man sich aber an, was laut der dpa das erste Smartphone war und wie lange es dann doch gedauert hat, bis Smartphones in beinahe jeder Hosentasche steckten, bleibt man ein wenig verwundert zurück.

Nokia 9000 Communicator: Das erste Smartphone?

So gilt für viele Technikexperten der Nokia 9000 Communicator als das weltweit erste Smartphone. (Ihr seht es oben im Beitragsbild neben einem Nokia E7 von 2011.) Es kam vor genau 20 Jahren am 15. August 1996 auf den Markt und soll 2.700 D-Mark (umgerechnet etwa 1.400 Euro) gekostet haben. Klingt viel, aber vergleicht man das mit heutigen High-End-Smartphones in den Varianten mit 128 GB, liegt man dort mit um die 1.000 Euro gar nicht so weit darunter.

Der Nokia 9000 Communicator war das erste Mobiltelefon, das über einen eigenen Webbrowser verfügte, drahtlos ins Internet gehen konnte und dabei eine vollwertige QWERTY-Tastatur besaß. Betriebssystem war das auf DOS basierende GEOS, erst in späteren Modellen kam Symbian zum Einsatz. Prozessor war eine Intel i386-Maschine mit 24 MHz und 8 MB RAM. Ein Touchscreen fehlte noch, dafür konnte der Nokia 9000 Communicator Faxe (!) verschicken und empfangen.

Blackberry Priv: Eins der letzten Smartphones der aussterbenden Gattung mit physischer Tastatur. Bild: Blackberry
Blackberry Priv: Eins der letzten Smartphones der aussterbenden Gattung mit physischer Tastatur. Bild: Blackberry

Der Rest ist Geschichte. Nokia duellierte sich in den Folgejahren vor allem mit den Herstellern Palm und Blackberry um die Vorherrschaft bei smarten Mobiltelefonen. Erst ein gewisser Steve Jobs stellte am 9. Januar 2007 das Apple iPhone vor, das Smartphone vom Typ, wie wir es heute kennen: mit reiner Multitouch-Oberfläche, ohne physisches Keyboard oder einen Eingabestift, das sich nur mit dem Finger bedienen lässt.

Fast alle Smartphones heute ohne physische Tastatur

Von Nokia folgten noch zahlreiche weitere Communicator und später natürlich ebenfalls reine Multitouch-Smartphones, zunächst mit dem eigenentwickelten System Symbian, später mit Windows Phone. Die Anteile des einstigen Weltmarktführers schwanden und die Marke verschwand beinahe vom Markt, ebenso wie die des Mitbewerbers Palm (von HP übernommen und wenig später beendet). Auch das einst große Blackberry taucht mit einem Marktanteil von unter 1 Prozent heute kaum noch in den Statistiken auf.

Der heutige Marktführer Samsung mit dem Galaxy Note 7, das sich wahlweise wieder mit einem Stylus bedienen lässt. Bild: Samsung
Der heutige Marktführer Samsung mit dem Galaxy Note 7, das sich wahlweise wieder mit einem Stylus bedienen lässt. Bild: Samsung

Nokias Mobilfunksparte wurde zunächst von Microsoft aufgekauft, die letzten Geräte in diesem Jahr eingestellt. Bald will der deutlich geschrumpfte einstige Weltkonzern Nokia wieder Smartphones herstellen lassen – von einem chinesischen Zulieferer. Marktführer ist heute Samsung. Interessanterweise verwendet das Luxusmodell der Koreaner, das Galaxy Note, auf Wunsch wieder einen Eingabestift.

Mein erstes Smartphone – und euers?

Bliebe noch die eigene Geschichte zu klären: Mein erstes Smartphone war tatsächlich erst ein iPhone 3GS, die dritte iPhone-Generation. Davor schlug ich mich mit normalen Handys durch, die immerhin schon ins Internet konnten. Heute würde man Feature Phones dazu sagen. Das lag vor allem an meinem damals schmalen Geldbeutel: Smartphones waren teuer und meist nur in Verbindung mit noch teureren, für Manager gedachten Mobilfunktarifen erhältlich.

Mein erstes Smartphone: Ein Apple iPhone 3GS. Bild: Apple
Mein erstes Smartphone: Ein Apple iPhone 3GS. Bild: Apple

Heute sind Einstiegsgeräte unter 100 Euro zu haben, gute Modelle gibt es ab 300 Euro. Die Luxusklasse kostet aber immer noch häufig 600 Euro und mehr. Ich bin mittlerweile stolzer Besitzer eines OnePlus One mit Android; bald könnte mal wieder etwas Neues her. Smartphones in allen Formen, Farben und Preisklassen findet ihr natürlich auch im Shop meines Brötchengebers Euronics.

Und zur Feier des Tages würde ich gerne von euch gerne wissen: Was war euer erstes Smartphone? Und welches ist es heute? Sagt es mir in den Kommentaren!

Beitragsbild: Kryštof Korb unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation

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8 Kommentare zu “20 Jahre Smartphones: Was war euer erstes schlaues Telefon?

  1. Mein erstes Smartphone war das Treo 650 von Palm. Es bescherte mir überall Zugang zu E-Mails, ICQ und mobilen Websites. Da konnte ich zumindest nachschlagen, wann die nächste Bahn fuhr, und auch Nachrichten lesen.

    Erstaunlicherweise habe ich oft auf Systeme gesetzt, die auf dem absteigenden Ast waren: PalmOS, webOS, SymbianOS, Bada, Blackberry 10. Nie habe ich ein iPhone besessen und seit einigen Monaten erst mein erstes Android-Smartphone. Ich mag Android nach wie vor nicht, aber hier bekomme ich halt die Apps für die Dienste, die ich nutzen möchte. Die sind mittlerweile wichtiger als das Betriebssystem.

    1. Geht mir ähnlich mit den verschiedenen Systemen. WebOS war toll, mir hat auch Windows Phone auf eine Art und Weise sehr gut gefallen, BB10 abgesehen davon, dass der Hub ein Stressfaktor war, eigentlich auch. Es ist gewissermaßen schade, dass sich der Markt jetzt auf zwei Systeme reduziert hat, die sich im Prinzip sehr ähnlich sind. Viele gute Ansätze der anderen sind dadurch verloren gegangen.

  2. Palm Pre. Dann nach einem Jahr Android mit dem ersten Samsung Galaxy S. Dann bin ich durch trnd.com bei Windows Phone 7 gelandet und habe mein Lumia 800 geliebt (später WP8). Danach setzte ich Sailfish OS auf Jolla ein. Und nun bin ich seit Januar wieder bei Android (Galaxy S6). Vom Jolla hat mich tatsächlich die unterirdische Hardware vertrieben.

    1. Also auch eher ein exotisches Profil. 🙂 Das Lumia 800 hatte ich auch. Da hat mir die Hardware sehr gut gefallen. Das System war zur Anfangszeit noch nicht ganz ausgereift, leider. Vom Jolla-Phone habe ich gehört, dass vor allem der Akku nicht lange durchgehalten hat. Stimmt das?

  3. Ich kenne deine Lumia Artikel von blogwerk (wenn ich mich richtig erinnere) 🙂
    Ich fand den Jolla Akku ok. Aber das Telefon hat ja kaum zu tun gehabt und war dann trotzdem nach 1,5 Tagen runter. Ich denk also mit vergleichbarer Leistung heutiger Geräte ist es ein schlechter Akku.

  4. Moin! Erstaunlich das sich hier einige „Querdenker“ versammelt haben 🙂 Meine Liste: PalmPixi+, PalmPre3, Nokia N9, Jolla, BB Q10.

    1. Das Nokia N9 wollte ich damals auch immer haben. Es ist schade, dass Nokia das Potential von MeeGo einfach verschenkt hat. Und die Hardware schien – zur damaligen Zeit – auch top gewesen zu sein.

    2. Ja, das stimmt, N9 (nutze ich noch im Ausland mit PrepaidSIMs) ist vom Gefühl her sogar besser als Jolla. Aber WebOS war von der Bedienung wirklich am besten, auch wenn es einige ärgerliche „Baustellen“ hatte. Wirklich schade dass dieses System und MeeGo fallen gelassen wurden.

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