Google, Facebook & Co.: So wehren Sie sich gegen den Zugriff der Datenkraken

Im Zeitalter von NSA-Debatte und BND-Spionage scheint es schon fast normal zu sein, dass auch Privatpersonen im Netz immer und überall ausgespäht werden. Obwohl wir Suchmaschinen und Social Media-Portalen freiwillig immer mehr teils hochsensible Daten anvertrauen, fühlen sich viele Internet-User zunehmend unbehaglich bei dem Gedanken, dass jeder ihrer Klicks in undurchsichtigen Datenbanken gespeichert wird. Wir geben Ihnen ein paar einfache Tipps, wie Sie dem großen Ausspionieren von Google & Co. wenigstens teilweise entkommen können.

Alles, was Sie jemals im Netz gesucht haben – Google weiß es und hat es gespeichert. Wenn Sie die Suchmaschine regelmäßig nutzen, weiß der Konzern wahrscheinlich mehr über Sie als irgendjemand sonst. Sie denken, nach einer Suchanfrage über Google sei Ihre Eingabe auch schon wieder vergessen? Da täuschen Sie sich gewaltig! Nur wenige wissen, dass Google seit 2012 alle Online-Eingaben, die über die rund 70 Dienste des Konzerns gemacht werden, in einem riesigen Speichersystem ohne Verfallsdatum archiviert. Übrigens auch, wenn Sie nicht bei Google angemeldet sind. Google will nicht nur alles über Sie erfahren, sondern auch wissen was Sie denken. Warum? Letztendlich geht es vor allem immer darum, Ihnen irgendetwas zu verkaufen oder Ihnen auf Ihre Person und Ihre Bedürfnisse maßgeschneiderte Werbebotschaften zukommen zu lassen. Für ein Unternehmen wie Google, bei dem so gut wie alle Services kostenlos zur Verfügung gestellt werden, stellen Daten oft die einzige Einnahmequelle dar. Sie als User bezahlen diese Online-Dienste nicht mit Geld, wohl aber mit zum Teil sehr persönlichen Informationen – und das zudem nicht selten vollkommen unbewusst.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich gegen die großen Datensauger im Netz zumindest partiell zu wehren. Am besten surfen Sie beispielsweise ohne Anmeldung bei Google. Sehen Sie rechts oben auf der Startseite etwa Ihren Namen, Ihr Foto oder ein blaues Männchen, klicken Sie einfach darauf und melden Sie sich ab. Am „Anmelden“-Button erkennen Sie hingegen, dass Sie abgemeldet sind. Die wenigsten User wissen auch, dass ihre Suchen über Jahre hinweg unter google.de/history gespeichert werden. Gleichzeitig können Sie hier aber auch Ihre bisher eingegebenen Suchanfragen sehen und löschen. Auch das Werbeprotokoll lässt sich hier abschalten. Personalisierte Werbung kann unter google.com/ads/preferences deaktiviert werden.

Für eine schlechtere Verfolgung Ihrer privaten wie beruflichen Aktivitäten im Netz haben Sie auch die Möglichkeit, Cookies abzuschalten. Eine Deaktivierung dieser Funktion finden Sie in der Regel in den Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers. Außerdem ist man gut beraten, Internataktivitäten allgemein über mehrere Anbieter zu verteilen, denn so wird es für ein einzelnes Unternehmen sehr viel schwieriger, ein komplettes Profil von Ihnen zu erstellen.

Google-Aufsichtsrat Eric Schmidt schwärmt bereits vom „gläsernen Internetnutzer“. Viele User aber beschleicht zunehmend ein beunruhigendes Gefühl angesichts der Datensammelwut, die sich im Internet natürlich nicht nur auf Google beschränkt. Facebook, Apple, WhatsApp und viele andere Anbieter leben ebenso teilweise oder ausschließlich vom Sammeln persönlicher Daten ihrer User. Auch Amazon ist mittlerweile übrigens groß im Geschäft mit Datenspeichern und baut derzeit eine gewaltige Datenserverfarm auf – für die CIA.

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