Wer will eine Smart Kitchen? Microsoft, Miele und Meld arbeiten an der Küche von morgen

Das Internet hat es mittlerweile auf viele Geräte des Alltags geschafft, Armbanduhren und Fernseher etwa. Küchengeräte-Hersteller springen erst langsam auf den Zug auf, aber praktisch jeder testet mittlerweile an Konzepten. Aktuelle Beispiele kommen von Microsoft und Miele, Meld und OrangeChef. Und die klingen durchaus vielversprechend.

Microsoft und Miele stellen auf der aktuellen Hannover Messe zumindest ein Konzept vor, das die Küche ans Netz anschließt. Genauer gesagt an Microsofts Azure-Cloud. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Die Cloud ist in die Bedienung der Geräte integriert. Die Nutzer können auf dem Tablet und der dazu passenden App nach Rezepten recherchieren und den dafür notwendigen Gar-Plan über die Cloud an den Herd schicken. Der weiß dann zum Beispiel, dass er das Fleisch erst scharf anbraten und danach auf geringerer Flamme weiterkochen muss und setzt die Vorgabe um. Passend zu Gewicht und Art des Rezepts natürlich.

Microsoft_Miele

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip arbeitet das Crowdfunding-Projekt Meld, das wir bereits am vergangenen Sonntag im EURONICS Trendcast kurz vorgestellt haben. Meld ersetzt den klassischen Herdknopf, ist internetfähig und lässt sich via Smartphone und Cloud steuern. Auch hier schickt man die Daten eines Rezepts an den Herd, der dadurch das optimale Garprogramm lernt. Zusätzlich zum System gehört der Meld Clip, ein Stabthermometer, mit dem man dem Programm die aktuelle Temperatur mitteilt.

Und dann wäre da noch Countertop, ein Produkt von OrangeChef, das eine Mischung aus intelligenter Küchenwaage und Rezeptdatenbank ist. Countertop vernetzt sich mit Küchengeräten oder dem Fitness-Armband Jawbone Up und schlägt passende Rezepte vor. Kommt man etwa vom Joggen wieder, tippt man auf das Fitness-Armband und Countertop schlägt ein Rezept für einen erfrischenden, aber gesunden Drink vor. Gleiches für Frühstück oder Abendessen. Gesünderes, kreativer gestaltetes Essen ist die Idee hinter dem Projekt des Unternehmens aus San Francisco:

Zum Schluss die Sinnfrage: Smart Kitchen? Kann da sinnvoll sein, wo man selbst nicht weiter weiß. Sprich: Man hat keine Ideen für Rezepte oder weiß nicht, wie man sie vernünftig zubereiten soll. Sicher kann man sich hier Google und entsprechende Datenbanken zur Hilfe nehmen, aber wenn ein Herd einem gleich die Arbeit übernimmt, Temperatur und Garzeit korrekt einzustellen, kann das weniger versierten Köchen sehr helfen. Solange die Systeme nicht starr auf ihren Garzeiten beharren. Denn wie jeder Koch weiß, ist Kartoffel nicht gleich Kartoffel und Rind nicht gleich Rind. Garzeiten variieren, hier sollte man als Koch immer noch das letzte Wort haben dürften.

Countertop

Wenig sinnvoll wäre, wenn man wegen intelligenter Systeme seine zwei Jahre alte Küche komplett ersetzen sollte. Deswegen am besten, wenn die Hersteller Smart Kitchen sowohl in Neugeräten als auch in Nachrüstsystemen anbieten würden. Meld, das einen bestehenden Herd erweitern kann, klingt hier als ideale Übergangslösung. Smart Kitchen zumindest dürfte ein Thema werden, von dem wir in Zukunft noch öfter hören.

Bilder: Miele, Microsoft, OrangeChef

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