Anova Precision Cooker

Sous-vide-Garen für jedermann: Electrolux sichert sich den Kickstarter-Erfolg Anova

Vor drei Jahren landete das kleine Startup Anova auf Kickstarter einen Hit mit dem Sous-vide-Kochinstrument Precision Cooker. Nun hat der Haushaltsriese Electrolux Anova gekauft. Aber was macht das Cloud-gestützte Sous-vide-Instrument eigentlich so besonders?

Was immer in der Haute Cuisine einen französischen Namen trägt, kann nur für reiche Gaumen bestimmt sein. So ein nicht immer ganz abwegiges Vorurteil. Lange zumindest war auch Sous-vide-Garen eine Domäne teurer Restaurants. Hierbei wird ein Filet-Stück in einen meist vakuumierten Plastikbeutel in einem nicht zu heißen Wasserbad langsam und schonend gegart. Kollege Peter Giesecke hatte euch vor einiger Zeit an dieser Stelle das Sous-vide-Garen genau erklärt.

Millionensumme auf Kickstarter

Das kleine Startup Anova schickte sich dann vor einigen Jahren an, Sous-vide auch für kleine Leute zuhause zu etablieren. Denn Sous-vide muss eigentlich keine Hexerei sein. Der Garprozess macht das Fleisch besonders bekömmlich. Und aufwändiger, als es in die Pfanne zu schmeißen, ist Sous-vide eigentlich auch nicht.

Also warum sollten nur reiche Leute auf diese tolle Zubereitungsart zurückgreifen dürfen, dachten sich die beiden IngenieursstudentInnen Natalie Vaughn und Jeff Wu. Einige Jahre tüftelten sie gemeinsam an einer Lösung, verkauften einen Prototypen mit mäßigem Erfolg bereits online, bevor sie schließlich mit einer verbesserten Version des Anova Precision Cooker auf Kickstarter online gingen.

Der Erfolg war gigantisch: Statt der geplanten 100.000 US-Dollar sammelte Anova 1,8 Millionen Dollar ein. Das Projekt wurde finanziert, das Instrument noch einmal verschönert und an die Förderer verschickt. Mittlerweile lässt sich der Precision Cooker auch ganz regulär im Online-Shop des stark gewachsenen Unternehmens Anova kaufen. Für 180 Dollar.

Anova Precision Cooker

Anova Precision Cooker

Der Erfolg machte den großen Haushaltskonzern Electrolux hellhörig, der in Deutschland vor allem mit der einst übernommenen Marke AEG präsent ist. Electrolux hat Anova jetzt gekauft, für immerhin 250 Millionen Dollar. Der Grund ist einfach: Auch Electrolux ist auf der Suche nach neuer Kundschaft und neuer Technologie. Und Sous-Vide-Garen hat sich in den letzten Jahren als Trend etabliert.

Anova: Clevere Cloud-Unterstützung

Dabei ist der Anova Precision Cooker ein nur halb vollständiges Haushaltsgerät. Zum Kochen benötigt man immer noch einen Topf, an dem man das Fleisch befestigt. Das Wasser wird dann vom Precision Cooker auf die notwendige Temperatur gebracht und umgewälzt. Der Precision Cooker ist also ein Heizstab mit Rührgerät und Temperaturfühler und einem Cloud-gestützten Bedienfeld. Wie er funktioniert, zeigt auch dieses Video:

Vor allem dieses Bedienfeld dürfte Anova letztlich so besonders und begehrenswert gemacht haben. Die Touch-Oberfläche ragt weit aus dem Topf heraus, lädt also förmlich dazu ein, bedient zu werden. Und ganz nebenbei ist sie Cloud-unterstützt. Das heißt, man verbindet sie mit dem Smartphone und wählt dort auf einer App die gewünschte Zubereitungsart aus. Der Precicsion Cooker stellt dann die notwendige Temperatur ein, die der Hobbykoch auf dem Herd nur noch einstellt. Die notwendige Garzeit bestimmt die App.

Sous-vide für jedermann gibt es auch schon jetzt, wenn auch ohne Cloud

Schön an der ganzen Geschichte ist vor allem auch, dass Sous-vide durch den preiswerten Erfolg Anova Precision Cooker nun für immer mehr Menschen erschwinglich werden könnte. Die Haute Cuisine muss sich dann etwas Neues ausdenken.

Etwas ganz Ähnliches wie der Anova Precision Cooker bietet übrigens zum mehr oder weniger gleichen Preis auch Unold mit dem Sous Vide Stick. In eine ähnliche Richtung geht auch der Steba Sous-vide Garer. Beiden fehlt allerdings die Smartphone-Unterstützung.

Wer sich jedoch einen neuen Backofen zulegt, sollte überlegen, einen mit Sous-vide-Funktion zu wählen – wie den AEG SteamPro, den wir euch in einem weiteren Artikel vorgestellt haben.

Bilder: John Bedell/Anova

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2 Kommentare zu “Sous-vide-Garen für jedermann: Electrolux sichert sich den Kickstarter-Erfolg Anova
  1. Der Anova Sous Vide Stick ist sicher etwas für den Technikbegeisterten Koch. Ich finde das Ding jedensfalls richtig chick und es hat mit Wlan / Bluetooth auch spannende Funktionen. Trotzdem ist es nicht unbedingt notwendig ein Gerät mit Wlan auszustatten. Entscheidend ist aber, ob die Temperatur genau eingehalten wird und wieviel Power das Gerät hat. Hier finde ich die Anova Geräte gerade noch ok. Es könnte ruhig etwas mehr Watt zur Verfügung stehen. Preislich sind sie nämlich auch nicht mehr die einzige Alternative am Markt.

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