Echte Profi-Gastromaschinen sind teuer. Für interessierte Heimanwender:innen muss etwas für den kleineren Geldbeutel her. Und hier hat die Sage The Barista Express Impress einige richtig coole Features an Bord, die selbst Profis beeindrucken dürften.
Das Wichtigste in Kürze
- Sage The Barista Express Impress ist eine Einkreiser-Espressomaschine im mittleren Preissegment
- Sie bietet einige Komfortfunktionen wie einen integrierten Tamper-Hebel, automatisches Nachdosieren oder ein sehr leicht einstellbares Mahlwerk.
- Gleichzeitiges Beziehen von Espresso und Milchschaum ist bei diesem Maschinentyp nicht möglich. Mit einem Trick lässt sich die Wartezeit aber verkürzen.
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Inbetriebnahme
Die Sage The Barista Express Impress ist schnell in Betrieb genommen. Sage liefert eine Schnellanleitung mit, die den Bezug eines Espressos erklärt.
Infos über das – eigentlich selbstverständliche – erstmalige Spülen von Wassertank, Siebträger, Milchkännchen und anderen Komponenten finden sich im (gedruckt beiliegenden) Handbuch und teils auf der Rückseite des Wassertanks.

Der Rest ist einfach und beinahe selbsterklärend. Die vielen Bedienknöpfe dürften Laien zunächst leicht abschrecken, die Grundprinzipien sind aber schnell erlernt.

Ich fülle Wassertank und Bohnenbehälter und schalte das Gerät ein. Dank des Thermocoil-Verfahrens ist die Maschine nur 45 Sekunden später einsatzbereit. Daher auch der Name „Express“. Im Vergleich zu vielen Gastro- oder auch teureren Siebträgermaschinen für zuhause mit der traditionellen E61-Brühgruppe ist das erfreulich schnell – auch wenn einige andere Barista-Modelle von Sage mit einem ThermoJet-Verfahren sogar noch schneller, nach nur 3 Sekunden bereit wären.
Alles in allem können wir mit der Sage The Barista Express Impress also sehr schnell loslegen.
Leise Kritik äußere ich an dieser Stelle am mitgeführten Beiblatt. Darin heißt es: „Wählen Sie für beste Ergebnisse bei ThirdWave-Kaffeespezialitäten ganze, 100%ige Arabica-Bohnen, die vor weniger als 30 Tagen geröstet wurden“.
Frische Röstungen: auf jeden Fall! Aber warum denn keine Robusta-Röstungen oder Blends, von denen es hervorragende gibt? Denn die lassen sich mit der Sage The Barista Express Impress natürlich auch wunderbar verarbeiten.

Eine Warnung, wenn keine Bohnen mehr im Behälter sind, erfolgt beim automatischen Mahlverfahren, beim manuellen nicht. Eine Warnung über zu wenig Wasser im Tank gibt es zu keiner Zeit. Einmal in meinem Test fällt das erst über eine sehr schaumige Espresso-Ausgabe auf. Hier musst du also selbst drauf achten. Sage schlägt im Handbuch vor, den Wasserbehälter einfach täglich neu aufzufüllen. Das ist natürlich auch eine Lösung.

Kaffeebezug

Ein erstes echtes Highlight der Barista Express Impress ist der Kaffeebezug mit vielen Assistenten. Ich hänge den Siebträger ein, wähle über „Filter“ (Siebgröße) das passende Sieb und drücke auf „Dose“ (Dosis). Die integrierte Mühle gibt dann direkt eine vorgefertigte Menge in den Siebträger ab und bedeutet mir gleich anschließend mit einem blinkenden Pfeilsymbol, das Mehl zu tampen.

Das geht über den integrierten „Impress“-Hebel links (daher auch der Name der Maschine). Und das ist wirklich impressive, denn es macht Spaß! Zweimal getampert, ein wenig dabei den Siebträger bewegt und wir wären im Prinzip fertig.

Die Maschine misst die Ausgabemenge und zeigt sie auf einer Skala an. Unterhalb des Strichs? Da ist dann noch zu wenig Kaffeemehl drin. Die Dose-Taste blinkt, und wenn ich noch einmal darauf drücke, schießt die Maschine „A bit more“ nach, und zwar genau so viel, bis die ideale Menge erreicht ist und der Mittelstrich der Skala grün leuchtet.

Mein erstes Ergebnis wirkt sehr grobkörnig. Ich schütte das Mehl weg und möchte direkt den Mahlgrad deutlich runtersetzen. Nächstes Aha-Erlebnis: Das kann ich direkt über das integrierte, frei zugängliche Mahlrad rechts am Gehäuserand.

Klingt logisch, ich hatte aber schon einige Maschinen im Test, bei denen ich umständlich erst mehrere Klappen öffnen oder hinten am Gerät herumsuchen musste, um den Mahlgrad einzustellen. Sage hat das hier in der Barista Express Impress ziemlich clever gelöst.
25 Mahlgrade stehen zur Verfügung; das Handbuch schlägt vor, es von Haus aus zunächst bei Mahlgrad 16 zu versuchen. Bei meinen Testbohnen allerdings ende ich schließlich beim allerfeinsten Mahlgrad 0, was mich verblüfft.

Weiter geht’s mit dem Siebträger in die Brühgruppe. Wie erwartet, braucht es ein paar Versuche, bis ein schöner Espresso mit goldener Crema, nicht zu sauer, nicht zu bitter dabei herauskommt.

Sage setzt hier auf eine mehrsekündige Prebrew-Phase, bevor die eigentliche Extraktionsphase mit erkennbar mehr Druck einsetzt und das heiße Wasser durch den Siebträger schickt. Gewohnt bin ich von Gastro- oder anderen Maschinen eine gleichmäßige Extraktion, die mir persönlich auch lieber ist. Da das Ergebnis bei der Barista Express Impress aber am Ende stimmt, will ich nicht all zu laut meckern.
Erst Milchbezug, dann Espresso oder umgekehrt?
In der Anleitung und im Marketing nicht explizit erwähnt – du solltest es vor dem Kauf aber wissen: Einkreisermaschinen sind nicht dazu in der Lage, Espresso und Milchschaum gleichzeitig zu erzeugen. Das muss nacheinander passieren.
Die Barista Express Impress hat hier aber einen Vorteil gegenüber vielen anderen Einkreisermaschinen: Du kannst gleichzeitig Milchschaum herstellen und die integrierte Mühle bedienen. Mit etwas Übung kannst du damit beim Milchschäumen schon einmal den Siebträger vollmahlen lassen und tampern und damit Wartezeit verringern.

In der Praxis sollten weder Milchschaum (verflüssigt sich) noch Espresso (verliert schnell an Temperatur und Aroma) zu lange stehen. Baristi im Café erstellen deswegen für einen Cappuccino oder Latte in der Regel beides gleichzeitig und mischen die Phasen schnell.
Bei der Sage The Barista Express Impress empfiehlt es sich also, den Milchschaum herzustellen und gleichzeitig mit den zuvor erprobten Einstellungen der Mühle schon einmal den Siebträger vorzubereiten. Ist der Milchschaum fertig, wischst du noch schnell die Dampfdüse ab, spülst einmal durch und hängst als nächstes den schon vorbereiteten Siebträger in die Brühgruppe.
Die ist nach etwa 10-15 Sekunden denn auch bereit, den Espresso auszugeben. Während sie das tut, schwenkst du das Kännchen ganz leicht in der Hand, damit die Milch schaumig bleibt.
Brühkreisarchitekturen von Espressomaschinen
Einkreisermaschinen: Brühwasser und Dampf aus dem gleichen Kessel, Bezug von Espresso und Milchschaum nur nacheinander möglich
Zweikreisermaschinen: Dampf aus dem Kessel, Wärmetauscher führt Brühwasser dort hindurch, also zwei getrennte Wasserkreisläufe, dadurch gleichzeitiger Bezug von Espresso und Milchschaum möglich
Dualboiler-Maschinen: Getrennte Kessel für Brühwasser und Dampf. Gleichzeitiger Bezug und freie Einstellung der Temperaturen möglich
Die Herstellung von Milchkaffee bei Zweikreiser- oder Dualboilermaschinen ist einfacher als bei Einkreisermaschinen. Allerdings – du ahnst es – ist das auch eine Kostenfrage. Neue Zweikreisermaschinen bekommst du praktisch nicht unter 1.000 Euro, Dualboiler-Maschinen sind meist noch ein paar hundert Euro teurer. Einkreisermaschinen ermöglichen mit weitaus niedrigen Preisen einen günstigen Einstieg in die Welt der Espressomaschinen.
Milchbezug
Starte ich mit dem Milchbezug, heißt es zunächst: warten. Die Barista Express Impress braucht etwa 20 Sekunden, bis sie den Dampfkessel auf Milchtemperatur heruntergekühlt hat und Dampf ausgeben kann. Es ginge etwas schneller, wenn ich zunächst den Espresso herstellen würde. Welche Reihenfolge du wählst, bleibt letztlich dir überlassen.

Ähnlich wie der Espresso gibt das Thermoblocksystem den Dampf stoßweise über die Vibrationspumpe ab. Du merkst das an lauten Klopfgeräuschen während des Bezugs. Vor allem aber auch daran, dass die Dampfdüse in mehreren Stufen arbeitet.
Es beginnt nach einer kurzen Verzögerung zunächst mit einer Art Einleitung: Die Dampfdüse startet langsam und gibt nur ganz wenig Dampf aus. Im Mittelteil dann der gewohnte, vollständige Dampfdruck trotz der Klopfgeräusche. Drehe ich den Hahn danach wieder zu, stoppt die Ausgabe nicht sofort, sondern fährt die Dampfausgabe langsam herunter.

Ich bekomme damit nach ein wenig Übung einen richtig guten Milchschaum und anschließend auch Latte Art hin, über die mein Ausbilder zufrieden wäre. Auch keine Selbstverständlichkeit.

Reinigung
Ich reinige die Brühgruppe nach einem Espressobezug mit der mitgelieferten Bürste und einem Blindbezug über die 1-Cup-Espresso-Taste. Den Siebträger klopfe ich aus.

Die Dampflanze wische ich nach Erstellen des Milchschaums feucht ab und spüle sie mit einem weiteren Bezug durch.
Das Reinigen der Abtropfschale macht richtiggehend Spaß. Anders als die allermeisten anderen Geräte verwendet Sage für The Barista Express Impress runde Formen, die sich besonders leicht abspülen, abwischen und wieder abtrocknen lassen. Das würde ich mir auch bei anderen Maschinen und deren meist schwer zugänglichen, eckigen Formen wünschen!

Löblich: Sage liefert einen Wasserfilter direkt mit, der drei Monate hält und vor allem Kalkablagerungen filtern soll. Eine Art Rundum-sorglos-Lösung, während ein Wasserhärtestab oder eine Wasserhärte-Funktion in der Maschine fehlen.
Ferner verfügt die Barista Express Impress über zwei interne Reinigungsprogramme für das Reinigen der Brühgruppe und das Entkalken. Weitere Informationen zur Reinigung des Mahlwerks, des Impress-Tampers oder des Dampfhahns gibt es gut beschrieben im Handbuch.
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Produkteinordnung: Sage The Barista Express Impress
Die „The Barista“-Reihe von Sage siedelt sich zwischen „The Bambino“ und „The Oracle“ im mittleren Preissegment an. Während The Bambino ultraschmal ist und nur eine einfache Steuerung hat, bieten The Barista und The Oracle mehr Komfort. Die Barista- und Oracle-Serien unterscheidet hauptsächlich das Heizsystem. The Oracle erlaubt die gleichzeitige Herstellung von Espresso und Milchschaum; bei den Barista-Geräten geht das nur nacheinander. Ferner kennen wir von Sage bis heute folgende „Barista“-Modelle:
- The Barista Express: 16 Mahlgrade, hauptsächlich manuelle Steuerung
- The Barista Express Impress: 25 Mahlgrade, Tampen über „Impress“-Seitenhebel, automatische Dosierkontrolle
- The Barista Pro: 30 Mahlgrade, LC-Display, schnelleres Heizsystem durch ThermoJet-Aufheizung, aber manuelles Tampen
- The Barista Touch: Touchscreen-Menü, automatische Dampflanze, ThermoJet-Aufheizung
- The Barista Touch Impress: Touchscreen-Menu, automatische Dampflanze, Impress-Seitenhebel, ThermoJet-Aufheizung
Lieferumfang
Eigentlich ist in der Barista Express Impress alles drin, was du brauchst. Schön ist, dass Sage einen edel wirkenden Leveler – als Rasierer getarnt – gleich beigelegt hat. Ein Extra-Tamper fehlt – weil er schon in die Maschine integriert ist. Praktisch ist auch der mitgelieferte Ausputzer. Dass eine Milchkanne im Lieferumfang enthalten ist, ist auch nicht selbstverständlich. Die ist allerdings eher Größe L. Für einen Cappuccino würde ich hier eine Menge Milchwaste erzeugen und in der Prüfung Abzüge bekommen. Bekommt Sage hier natürlich nicht.


Was fehlt, ist ein Wasserhärtefilter, der etwa in der teureren Sage The Oracle Dual Boiler dabei ist.
Technische Daten
| Sage The Barista Express Impress |
|---|
| Leistung: 1850 W |
| Spannung: 220–240 V |
| Pumpendruck: 9 bar (Vibrationspumpe, max. 15 bar) |
| Aufheizzeit: ca. 45 Sekunden |
| Wassertank: 2,0 Liter, herausnehmbar |
| Mahlwerk: Edelstahl-Kegelmahlwerk, 25-stufig einstellbar |
| Bohnenbehälter: 250 g, abnehmbar |
| Siebträgerdurchmesser: 54 mm |
| Brühtemperaturregelung: PID-Technologie |
| Maße (H × B × T): ca. 41 × 33 × 38 cm |
| Gewicht: ca. 11 kg |
| Heizsystem: Thermocoil (1600 W) |
| Tassenablage: indirekt beheizt |
| Reinigungs- & Entkalkungsprogramm: vorhanden |
| Gehäusematerial: Edelstahl (gebürstet) |
Fazit
Sage hat mitgedacht und in der Barista Express Impress aus dem Einkreisersystem fast alles rausgeholt, was geht. Zumindest die Espresso-Vorbereitung ist beinahe kinderleicht und macht dabei auch noch Spaß. Assistenten wie der integrierte Impress-Tamper, die schnell zugängliche Einstellung der Mühle, die Dosierkontrolle und das passende Hinzugeben weiteren Mahlguts über die Funktion „A bit more“ sind klug.
Die Espressobrühung erfolgt nicht gleichmäßig wie in höherpreisigen Maschinen. Wartezeiten zwischen dem Bezug von Milchschaum und Espresso musst du bei Einkreisersystem einkalkulieren. Das mehrstufige Dampfausstoßverfahren beim Milchaufschäumen ist in meinen Augen nicht ideal gelöst – und das ist mein einziger echter Kritikpunkt an der Maschine. Auch wenn der Milchschaum am Ende erstaunlich gut wird.
- Kluge Assistenzfunktionen machen die Espresso-Herstellung leicht
- Tampern per Impress-Hebel macht Spaß
- 25 Mahlgrade, die ohne Umwege am Gehäuserand einstellbar sind
- Automatische Dosierkontrolle
- Nach 45 Sekunden einsatzbereit
- Durch Einkreissystem Espresso- und Milchschaumherstellung nur nacheinander möglich
- Keine gleichmäßige Ausgabe von Espresso oder Dampf
