Heizkosten senken, Energie sparen: So geht es

Jedem Raum eine andere Temperatur, gesteuert über elektronische Thermostate oder ein Smart Home. Richtig lüften, Vorhänge vor. So senkst du die Heizkosten.

Heizkosten senken, Energie sparen: So geht es

Energie wird teurer und damit auch das Heizen. Eigentümer können die Heizung austauschen oder das Haus dämmen. Als Mieter jedoch hast du nur eine Möglichkeit: Du kannst dein Verhalten ändern, um Energie zu sparen und die Heizkosten nicht steigen zu lassen.

Die Art und Weise, wie du heizt, beeinflusst durchaus, wie viel du hinterher über die Nebenkosten nachzahlen musst. Von deinem umsichtigen, sparsamen Verhalten profitieren aber auch Umwelt und Klima.

Ich habe für dich ein paar Tipps zusammengetragen, wie du mit wenig Aufwand Energie und damit auch Geld sparen kannst:

Thermostat runterregeln

Dreh das Thermostat am Heizkörper etwas runter. Mit einer ganzen Stufe senkst du die Temperatur im Raum um 4 Grad. Stufe 2 entspricht 16 Grad, Stufe 3 schon 20 Grad und Stufe 4 sehr warmen 24 Grad.

Oft reicht auch die Stufe 2 am Heizkörper-Thermostat – oder etwas darüber (Bild: moritz320/Pixabay)

So ist es zumindest gedacht. Letztlich hängt die genaue Gradzahl in deiner Wohnung aber von verschiedenen Faktoren ab. Es muss ja keine ganze Stufe sein, aber: Wenn du das Thermostat herunterregelst, sparst du auf jeden Fall Energie. Es lohnt sich also.

Experten gehen davon aus, dass du mit jedem Grad Raumtemperatur weniger schon 5 Prozent der Kosten sparen kannst.

Die Gegenmaßnahme: Zieh tagsüber zusätzlich einen dicken Pulli an. Leg nachts noch eine Wolldecke über das Bett. Klingt altmodisch, ist aber sehr effektiv.

Empfohlene Raumtemperaturen

Das Bundesumweltamt, die Hersteller von Heizanlagen und Umweltschützer – sie geben ähnliche Temperaturempfehlungen an für die einzelnen Zimmer in deiner Wohnung. Manche weichen um ein, zwei Grad ab, doch der grundsätzliche Rat ist gleich: Schließe die Türen und heize die Räume mit unterschiedlichen Temperaturen.

Heizkörper-Thermostat mit Temperaturanzeige von Homematic
Ein Heizkörper-Thermostat hilft dir, eine bestimmte Temperatur nicht zu überschreiten (Bild: Homematic)

Wohnzimmer/Wohnküche: 20–22 Grad
Badezimmer: 20–24 Grad
Küche: 18 Grad
Flur: 15–18 Grad
Toilette: 16–19 Grad
Schlafzimmer: 16–19 Grad

Letztlich musst du selbst herausfinden, mit welcher Raumtemperatur du dich wohlfühlst.

Der Energiespartipp besteht darin, die Temperatur nicht über ein bestimmtes Maß steigen zu lassen. Bei der Kontrolle hilft dir ein einfaches Thermometer oder ein Luftgütemonitor. Das Smart Home steuert sogar die Temperatur für dich, ohne dass du selbst zum Thermostat greifen musst.

Vorausschauend regeln

Wenn dir nun auffällt, dass es viel zu warm geworden ist, sprinte bloß nicht zum Thermostat, stell es auf null, bis dir später so kalt geworden ist, dass du es nach einem weiteren Sprint bis zum Anschlag auf fünf hochdrehst. Vermeide, in kurzen zeitlichen Abständen das Thermostat hoch- und runterzuregeln.

Wenn du oben ein Thermostat am Heizkörper aufdrehst, dauert es, bis das heiße Wasser aus dem Keller bei dir ist (Bild: avantrend/Pixabay)

Die Heizung braucht immer etwas Zeit, um die eingestellte Temperatur zu erreichen. Du kannst die Thermostate am Heizkörper also schon einige Zeit herunterregeln, bevor du ins Bett gehst.

Das gilt auch tagsüber: Du kannst die Thermostate einige Zeit herunterregeln, bevor die Sonne herauskommt. Diese Wärmequelle, die dir die Heizung ersetzt, können aber auch Gäste sein, die du eingeladen hast. Es darf für sie durchaus noch etwas kühl sein, wenn sie den Raum betreten. Denn schon schnell wird es durch abstrahlende Körperwärme kuschelig warm.

Wände nicht auskühlen lassen

Übertreib es aber nicht: Stell die Heizung für die Nacht nicht komplett aus, damit die Wände nicht auskühlen. Nur mit warmen Wänden bleibt auch die Luft im Raum warm.

Wenn das Fenster im Winter die ganze Zeit auf Kipp steht, kann die Wand auskühlen und Schimmel entstehen (Bild: Getty Images)

Wenn die Wände ausgekühlt sind, musst du verhältnismäßig viel Energie aufwenden, um diese wieder aufzuheizen. Der Verlust am nächsten Tag könnte größer sein als das, was du in der Nacht gespart hast.

Die Wände kühlen aus, wenn du einen Raum über längere Zeit nicht heizt oder wenn du falsch lüftest. Das Lüften selbst kannst du nicht vermeiden, denn du benötigst den Sauerstoff. Ansonsten wirst du müde und kannst dich nicht mehr konzentrieren. Zudem muss die Feuchtigkeit hinaus, die du ausatmest. In kalten und feuchten Räumen bildet sich leicht Schimmel.

Richtig lüften

Lass im Winter keine Fenster auf Kipp stehen. Nur beim Stoßlüften, wird die Luft komplett ausgetauscht – also wenn du mehrere Fenster komplett offen stehen lässt, am besten gegenüber liegende. Das nennt sich dann Querlüften.

Offene Fenster
Um richtig zu lüften, musst du die Fenster aufreißen – auch im Winter (Bild: freestocks/Unsplash)

Wenn Fenster im Winter dauerhaft auf Kipp stehen, kühlen die Wände drumherum aus, was zu Schimmelbildung in Fensternähe führen kann.

Öffne die Fenster 2–3 mal am Tag sperrangelweit für 5–10 Minuten. Drehe einige Zeit vorher die Thermostate am Heizkörper herunter.

Heizkörper nicht zustellen

Die heiße Luft muss im Raum zirkulieren können. Verhindere, dass die Wärme sich am Heizkörper staut. Stell also nicht das Sofa direkt vor die Heizung. Oder das Bett. Oder ein Bücherregal.

Gut für die Katze, nicht ganz so gut die Zirkulation der heißen Luft im Raum (Bild: olivierk5/Pixabay)

Bodentiefe Vorhänge sehen zwar gut aus, gerade im Altbau mit hohen Decken. In der Heizperiode verdecken sie aber die Heizkörper, wenn du sie nach Sonnenuntergang schließt. Rolläden und Jalousien schützen dich genauso gut vor den Blicken der Nachbar:innen.

Nutze die Heizkörper nicht als Ablagefläche für Bücher, ein Tablett mit Teetassen und Kuchentellern oder deine Katze.

Fenster und Türen abdichten

Finde die Stellen, an denen kalte Luft in die Wohnung kommt, und dichte diese ab. Das können undichte Fenster sein, aber auch Spalte unter den Türen.

So einen Luftzug entdeckst du, indem du deine Hand davor hältst. Feuchte vorher die Haut an. Wenn du die Kälte spürst, solltest du diesen Spalt abdichten. Passende Dichtungen erhältst du im Baumarkt. Meist bestehen sie aus Schaumstoff. Für Türen gibt es diverse Leisten, die du darauf anbringen kannst – sogenannte Türdichtschienen oder Zugluftstopper.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Fenster und Türen abzudichten, hier die Türdichtschiene Comfort von Tesamoll (Bild: Tesa)

Wichtig ist, die Tür zum Hausflur richtig abzudichten. Im Winter kannst du auch einen dicken Vorhang davor hängen.

Dieser doppelte Schutz ist auch für die Fenster zu empfehlen. Wenn du Vorhänge und Rollläden (oder Jalousien) hast, schließe beides zur Nacht – auch in Räumen, in denen du dich abends nicht mehr aufhältst. Die doppelte Isolierung hilft dir, Heizkosten zu sparen.

Heizung neu einstellen lassen

Du zahlst an Heizkosten drauf, wenn die Heizung nicht richtig eingestellt ist. Wechsel die Thermostate an den Heizkörpern nach 15 Jahren aus. Oder lass sie von einer Fachperson überprüfen.

Den Heizkörper kannst du selbst mit einem Innenvierkantschlüssel entlüften (Bild: TeemaTuotanto/Pixabay)

Entlüfte die Heizkörper regelmäßig. Beides kannst du als Mieter:in selbst machen, wenn es im Heizkörper gluckert oder wenn Bereiche nicht mehr warm werden, was du durch Handauflegen überprüfen kannst. Für das Entlüften benötigst du nur einen Innenvierkanntschlüssel und eine kleine Schüssel, in der du beim Entlüften eventuell austretendes Wasser auffangen kannst.

Lass einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dies ist angebracht, wenn die Heizkörper unterschiedlich warm sind, obwohl sie alle auf der gleichen Stufe stehen. Das passiert, wenn durch die Anordnung der Leitungen das warme Wasser bevorzugt durch einige, wenige Heizkörper strömt, durch andere dagegen kaum. Den hydraulischen Abgleich erledigt eine Fachfrau oder ein Fachmann.

Smart Home aufbauen

Ein Smart Home ist mehr, als eine Heizanlage per Smartphone fernzusteuern. Ein Smart Home ist auch mehr als die Automatisierung vom morgendlichen Vorheizen des Badezimmers. Letztlich geht es um die Optimierung des Energieverbrauchs. Ein Smart Home soll und kann die Heizkosten senken.

Smart Home von QIVICON (Foto: QIVICON)
In einem Smart Home ist die Steuerung der Heizung nur ein Element von vielen (Foto: QIVICON)

Wenn du den großen Schritt zu einem eigenen Smart Home nicht gehen willst, verwende zumindest programmierbare bzw. elektronische Thermostate, um die Temperaturen in deinen Räumen und damit den Energieverbrauch besser steuern zu können.

Und auch wenn dir das noch zu viel Technik ist, behalte die Temperaturen per Raumthermometer im Blick. Diese Aufgabe kann auch ein Luftgütemonitor wie der Airthings Wave Plus übernehmen.

Extra-Tipp: Sparduschkopf anschaffen

Über die Heizungsanlage wird meist auch das Warmwasser erzeugt. Wenn du duschen gehst, springt dann auch die Gastherme in der Wohnung oder der Heizkessel im Keller an. Verbrauche weniger heißes Wasser in der Dusche, um Heizkosten zu sparen.

Aus einem Sparduschkopf kommt weniger (warmes) Wasser (Bild: sezbulut35/Pixabay)

Eine Möglichkeit, weniger Wasser beim Duschen zu verbrauchen, ist die Anschaffung eines Sparduschkopfs. Du sparst damit nicht nur Wasser, sondern auch Energie. Dazu ist es natürlich auch sinnvoll, kürzer duschen und weniger heiß.

Fazit: Viele kleine Maßnahmen, die zusammen viel Energie und Heizkosten sparen

Die Klimakrise, Corona mit Home Schooling und Home Office, der Krieg in der Ukraine – es gibt viele Gründe, dass die Heizkosten steigen.

Eigentümer:innen können eine neue Heizanlage einbauen und die Außenwände dämmen lassen. Mieter:innen können lediglich ihren Verbrauch reduzieren. Doch da gibt es viele kleine Maßnahmen, die zusammen viel Energie und Geld sparen können.

Beitragsbild: Gelly___/Pixabay

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3 Kommentare zu “Heizkosten senken, Energie sparen: So geht es

  1. Mein Fazit nach 50 Jahren Anwendung (club of Rome Bericht): Viele kleine Maßnahmen, die zusammen wenig Energie und Heizkosten sparen

    1. Der Bericht ist gut, beleuchtet den Rebound-Effekt. Aber der kommt hier in meinen Augen ja gar nicht zum Tragen. Es geht ja jetzt darum, in einer ohnehin schon angespannten Situation notwendiges Geld zu sparen, um keine HÖHEREN Kosten zu haben als bisher. Also nicht, um gespartes Geld nachher für etwas Anderes auszugeben, gespartes Geld ist ja gar nicht da. Es geht darum, angesichts der massiven Preissteigerungen der vergangenen Monate überhaupt den alltäglichen Bedarf zu decken.

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