Heizkochfeld oder Induktion: Was ist besser?

Die Vorteile eines Induktionskochfelds gegenüber einem Heizkochfeld überwiegen klar die Nachteile.

Heizkochfeld oder Induktion: Was ist besser?
Frau am Herd mit Bratpfanne (Bild: Getty Images)

Induktion ist besser, aber auch teurer. Wenn du eine neue Küche kaufst oder auch nur ein defektes Kochfeld ersetzt, steht eine große Entscheidung an, die dich auf Jahre bindet. Das will gut überlegt sein.

Du wirst noch viele Stunden in deinem Leben am Herd stehen. Essen kann glücklich machen, kochen aber auch frustrieren. Wir zeigen dir, worauf es ankommt und wann auch ein einfaches Glaskeramikkochfeld mit Wärmestrahlung reicht.

Beim Kauf solltest du ebenfalls daran denken, dass noch Folgekosten für den Strom hinzukommen, du eventuell neue Töpfe und Pfannen benötigst und dich auf einem der beiden Kochfelder häufiger verbrennen wirst als auf dem anderen.

Glaskeramikfeld für beide Technologien

Eine Glaskeramik kommt sowohl bei Induktionsherden als auch bei modernen Elektroherden zum Einsatz. Von außen sehen die Kochfelder nahezu gleich aus. Es geht um die darunter liegende Technik.

Glaskeramik-Kochfeld
Glaskeramik-Kochfelder gibt es mit Wärmestrahlung (hier) oder mit Induktion (Bild: Pixabay/congerdesign)

Die Glaskeramik ist dabei jeweils die oberste Schicht eines Kochfelds. Darunter liegen bei Elektroherden Wärmestrahler, bei Induktionsherden Induktionsspulen. Im alltäglichen Sprachgebrauch führt das manchmal zu Verwirrung.

In der Alltagssprache fällt manchmal noch der Begriff „Ceranfeld“, und damit meinen der Sprecher oder die Sprecherin meist noch ein strahlungsbeheiztes Glaskeramikkochfeld. Die Annahme ist allerdings überholt.

Der Begriff „CERAN“ ist eine eingetragene Marke der Schott AG Mainz, dem Erfinder des CERAN-Kochfelds. Die ersten Glaskeramik-Kochfelder, die von der Marke in den 1970er-Jahren auf den Markt kamen, wurden in der Tat mit Strahlungsenergie beheizt. Heute kommt CERAN allerdings sowohl für Induktionskochfelder als auch strahlungsbeheizte Glaskeramikkochfelder zum Einsatz. Auch andere Marken außer Schott bauen Glaskeramikkochfelder, dürfen allerdings nicht den Namen „CERAN“ verwenden.

Wie kannst du dann im Shop einen Induktionsherd von einem Elektroherd mit Wärmestrahlung unterscheiden? Denn nicht immer das auf den ersten Blick klar zu erkennen. Faustregel aber: Wenn es sich um Induktion handelt, schreiben die Hersteller das auch dazu. Fehlt die Info, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Herd mit Wärmestrahlung.

Unterschied 1: Wie warm wird das Glas?

Den Unterschied kannst du fühlen: Bei einem Kochfeld mit Wärmestrahlung bleibt die Glaskeramik warm, wenn du den Topf herunternimmst, richtig warm. Also aufpassen! Verbrennungsgefahr! Ich habe mir einige Male den Finger verbrannt, als ich nach einem Umzug von einem Induktionsherd auf ein Elektrokochfeld mit Heizspiralen umgestiegen bin.

Mann mit Kind am Herd (Bild: Getty Images)
Aufpassen, wenn Kinder in der Nähe sind. Ein Glaskeramikkochfeld mit Wärmestrahlung wird heißer als mit Induktion. (Bild: Getty Images)

Der Grund dafür ist, dass die Energie bei einem Heizkochfeld von unten per Infrarot-Wärmestrahlung zuerst in die Glaskeramik fließt und von dort dann den Kochtopf oder die Bratpfanne erhitzt.

Ein Induktionskochfeld arbeitet anders: Hier sitzen Magnetspulen unter dem Glas. Sie übertragen die Energie per elektromagnetischer Welle direkt auf das Kochgeschirr, ohne dabei die Glaskeramik direkt aufzuheizen.

Allerdings bleibt auch beim Induktionskochfeld die Glasplatte nicht kalt. Die Töpfe geben ihre Wärme von oben an das Kochfeld ab. Dieses wird aber nicht so warm wie ein Feld, das mit Wärmestrahlung arbeitet.

Unterschied 2: Kochen mit Restwärme

Gefahr besteht nicht nur für deine Finger. Wo die Glaskeramik länger heiß ist, können auch Speisereste leichter einbrennen. Das Glaskeramikfeld mit Wärmestrahlung hat hier einen Nachteil gegenüber dem Induktionskochfeld. Die Reinigung eines Glaskeramikfelds ist etwas mühsam, mit ein paar Tricks aber gut zu meistern. Nur mit dem Zucker aufpassen!

Übergekochte Milch auf dem Glaskeramikfeld (Bild: Pixabay/Myriams-Fotos )
Je heißer das Kochfeld, desto leichter brennt sich etwas ein (Bild: Pixabay/Myriams-Fotos )

Andererseits kannst du mit der Restwärme des Elektrokochfelds auch arbeiten: Milchreis gelingt auf diese Weise fantastisch. Alle Gerichte, die eine sehr niedrige Temperatur benötigen. Das wiederum ist ein Vorteil des Glaskeramikkochfelds mit Wärmestrahlung. Induktionskochfelder haben zumeist ein Kochfeld mit weniger Power. Dort auf der untersten Stufe sollte dir auch der Milchreis gelingen, ohne anzubrennen. Dennoch musst du aufpassen und fleißig rühren.

Unterschied 3: Energieverbrauch

Ein Induktionskochfeld verbraucht weniger Strom als ein Elektrokochfeld, denn bei der direkten Übertragung geht nicht so viel Energie verloren. Der Verlust ist die Wärme, die nach dem Kochen noch im aufgewärmten Heizfeld steckt und letztlich an den Raum abgegeben wird.

Stromzähler
Ein Induktionskochfeld verbraucht weniger Strom als eines mit Wärmestrahlung (Bild: Pixabay/Gerd Altmann)

Diesen Effekt verringerst du durch ein energiesparendes Kochen. Bei den meisten Zubereitungsmethoden kannst du 5–10 Minuten vor Ende der im Rezept aufgeführten Garzeit die Platte abschalten und mit der Restwärme zu Ende kochen.

Alternativ kannst du dir das Vorheizen des Kochfelds sparen, wenn du den nächsten Topf auf das bereits heiße Kochfeld stellst, also mehrere Sachen direkt hintereinander kochst. Ich mache das zum Beispiel mit Hülsenfrüchten, die nach dem Einweichen noch aufgekocht werden müssen.

Unterschied 4: Kochzeit und Topfgröße

Auf einem Glaskeramikfeld mit Wärmestrahlung zu kochen, dauert länger als auf einem Induktionskochfeld, denn zuerst muss die Glaskeramik warm werden, um dann die Wärme an Kochtopf oder Bratpfanne abzugeben.

Das Induktionskochfeld spart diesen Zwischenschritt. Die Energie wird per elektromagnetischer Wellen direkt auf das Kochgeschirr übertragen. Der Topfboden heizt sich nach dem Einschalten sofort auf.

Espressokocher auf Adapterplatte für Induktion
Die Adapterplatte ermöglicht auf dem Induktionskochfeld auch Kochgeschirr, das eigentlich nicht dafür geeignet ist (Bild: Peter Giesecke)

Aus diesem Grund müssen Töpfe und Pfannen für Induktion einen besonderen Boden haben. Daher gibt zum Beispiel spezielle Adapterplatten für Espresso-Kocher aus Aluminium. Aber auch andere schmale Töpfe funktionieren nicht, weil jedes Induktionskochfeld ein Mindest-Durchmesser voraussetzt. Ein Heizkochfeld hat diese Einschränkung nicht.

Unterschied 5: Kaufpreis und Folgekosten

Auf den ersten Blick scheint das Induktionskochfeld teurer, wenn du vor dem Kauf die Preise vergleichst. Das günstigste Gerät gibt es bereits ab 200 Euro, Markennamen mit entsprechender Komfortausstattung ab 500 Euro. Ein Kochfeld mit Wärmestrahlung gibt es schon ab 130 Euro, Markennamen mit mehr Funktionen ab 300 Euro.

Doch es kommen noch weitere Kosten hinzu. Der Stromverbrauch von Induktionsgeräten ist 20–30 Prozent niedriger, sodass sich der höhere Kaufpreis mit der Zeit amortisiert. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Strompreis ab, vor allem aber von deinem Nutzungsverhalten. Ab dann ist das Induktionskochfeld günstiger.

Falls du neue Töpfe und Pfannen für den Induktionsherd benötigst, solltest du diese in die Rechnung mit einbeziehen.

Fazit: Vor- und Nachteile im Vergleich

Glaskeramikkochfelder mit Wärmestrahlung scheinen die erste Wahl zu sein, weil sie beim Kauf günstiger sind. Viele bevorzugen jedoch Induktionskochfelder, weil sie damit besser kochen können. Wenn du jedoch den Stromverbrauch in die Rechnung einbeziehst, ist Induktion irgendwann dann doch günstiger.

Ein Kochfeld mit Wärmestrahlung ist vielleicht nur dann die bessere Wahl, wenn du bei deinen Eltern ausziehst, nur Töpfe und Pfannen mitnimmst, die nicht induktionsfähig sind, und lieber in die Mensa gehst, als selbst zu kochen.

HeizkochfeldInduktion
Gerätepreisniedrigerhöher
Energiekostenhöherniedriger
Kochgeschirrfast allesnicht jedes
Aufwärmzeithochkeine
Restwärmejakaum
Verbrennungsgefahrhöherniedriger
Einbrenngefahrhöherniedriger

Richtig gut ausgestattete Induktionsfelder bieten sogar noch einen weiteren Vorteil: Es gibt mehrere kleine Kochzonen, unter Umständen sogar mehr als vier, die sich zu größeren Kochzonen verbinden, wenn du zum Beispiel einen Bräter in Übergröße darauf stellst.

Falls du dich nun für ein Gerät entschieden hast: Wie du ein Glaskeramikkochfeld austauschst, hat dir Kollege Frank Müller hier im Trendblog bereits gezeigt. Mein Rat ist jedoch: Lass es am besten von einer Fachperson machen, die auch die Gewährleistung für die Arbeit übernimmt. Auch viele Euronics-Märkte bieten dir an, deinen Herd oder eine neue Glaskeramikkochplatte anzuschließen und einzubauen.

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

Ein Kommentar zu “Heizkochfeld oder Induktion: Was ist besser?

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.