Was für ein schlechtes Timing: Kürzlich ging mein geliebter Wasserkocher kaputt, ich kaufte mir natürlich sofort einen neuen. Und ein paar Tage später überreichte mir der Nikolaus fast persönlich den Caso HW 620. Hätten sich Schicksal und der Überbringer des Geschenks nicht etwas besser absprechen können? 🙄
Das Wichtigste in Kürze
Was ist ein Heißwasserspender wie der Caso HW 620?
Beim Öffnen des Pakets rollte meine Freundin die Augen. Ich konnte das hören! Sie fragte mich, was das solle. Ich fragte mich, was das ist. Beim Auspacken dann die Erkenntnis: Aha! Ein Heißwasserspender. Offen gestanden wusste ich bis dato nicht, dass es so etwas überhaupt für den Hausgebrauch gibt. Offenbar schon seit Jahren.


Bei der ersten Recherche fasste ich die wichtigsten Informationen für meine Freundin und mich zusammen: Der Caso HW 620 kann gegenüber einem Wasserkocher Energie sparen. Und auf Knopfdruck gibt’s Wasser in der gewünschten Temperatur. Schneller als bei meinem frisch erworbenen, nigelnagelneuen Wasserkocher? Das galt es zu überprüfen…
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Wie funktioniert der Heißwasserspender?
Um herauszufinden, wie der Caso HW 620 funktioniert, musste ich ihn erst einmal auseinandernehmen. Moment! Halt! Nein, natürlich nicht. Letztlich entspricht das Konzept grob dem eines Durchlauferhitzers: Kaltes Wasser fließt aus dem mit bis zu 2,5 Litern gefüllten Wassertank durch ein Heizelement und wird dadurch sofort erhitzt. Es fließt weiter – aus dem Spender heraus direkt in deine Tasse. Diese sollte auf der vorhandenen Abtropfschale platziert sein.

Ein wenig erinnert der Caso HW 620 an einen kompakten Kaffee-Vollautomaten, allerdings ist er ausschließlich auf heißes Wasser ausgelegt. Stelle Temperaturen zwischen 40 und 100 Grad ein, wähle zusätzlich Wassermengen von 100 bis 400 Millilitern. Auf Knopfdruck läuft das Wasser so lange, wie du es für Kaffee, Tee, Babynahrung oder gar Fertiggerichte (Instant-Nudeln, 5-Minuten-Terrine etc.) benötigst.

Strom sparst du, da du mit dem bis zu 2600 Watt starken Apparat nur so viel Wasser auf die gewünschte Temperatur bringst, wie du gerade in dem Moment brauchst. Zumindest in meiner Lebenswirklichkeit koche ich mit einem Wasserkocher immer zu viel Wasser, das dann ungenutzt abkühlt und ich einen Tag später wegkippe. Das passiert beim Caso HW 620 so nicht.
Eigentlich ganz cool, der Caso HW 620
Ich ersetzte also meinen Wasserkocher durch den Caso HW 620, um ihn im Alltag auszuprobieren. Meine Freundin, die häufig Tee trinkt, musste sich ebenfalls mit dem zugegeben sehr ansprechenden Gerät auseinandersetzen. Gar nicht mal widerwillig, denn sie sah durchaus die Vorzüge wie „Wasser sparen“ und „kochendes Wasser auf Knopfdruck“ und ohne längere Wartezeiten.

Etwas lästig waren ein paar Aspekte zu Beginn: Zum Lieferumfang gehört ein Wasserfilter, den du zu Beginn erst einmal aktivierst und einsetzt. Nach zirka 160 Litern gesäubertem Wasser sollst du diesen durch einen neuen ersetzen, was bedeutet: Wieder den Aufwand betreiben und natürlich regelmäßig neue Filter kaufen. Doch, und das sei betont, dies ist optional. Möchtest du dein Wasser nicht filtern, sparst du dir halt das Prozedere.

Auch das erstmalige Durchspülen musst du zum Glück nicht regelmäßig machen. Suboptimal vom Hersteller ist dagegen der große Aufkleber direkt auf der Vorderseite. Ziehst du diesen ab, bleiben Kleberückstände. Liebe Verantwortliche: Das muss wirklich nicht sein. Einfach weglassen und damit Müll reduzieren.
Als dann aber die ersten Schlückchen Wasser in die Tasse mit Instantkaffeepulver flossen, waren die Nörgeleien schnell vergessen. Ja, das ist schon ganz cool, wie flott der Caso HW 620 heißes Wasser produziert. Das geht in der Tat sehr viel flotter als bei einem Wasserkocher. Oder noch schlimmer: als bei einem Wasserkessel für den (Elektro-)Herd.
Gibt es auch Nachteile?
Aufgrund des großen Wasserbehälters musst du diesen im Normalfall nicht täglich auffüllen. Doch wer viel Kaffee und Tee trinkt, setzt häufig einen über 2,5 Kilogramm schweren Behälter (im gefüllten Zustand) vorsichtig auf der Rückseite des Caso HW 620 ein. Das ist zugegeben immer ein klein wenig anstrengend. Und benötigt Zeit, denn erst einmal lässt du das Leitungswasser durch den Filter laufen. Problematisch ist das alles nicht.

Schwerwiegender ist dagegen eine andere Sache: Breitere Tassen passen nicht gut auf die ziemlich kleine Abtropfschale. Das könnte damit zu einer wackeligen Angelegenheit werden. Du benötigst also entweder eher hohe Tassen oder ein separates Gefäß zum Umfüllen in die gewünschte Tasse oder Kanne. Auch Thermoskannen kannst du nicht einfach unter den Spender stellen. Das mutiert dann zu einer kleinen Fummelei.

Schwierig zu Beginn ist auch, dass du gar nicht gut einschätzen kannst, wie viel Wasser nun in deine Lieblingstasse passt. Doch dafür bekommst du schnell ein Gefühl. Gewünscht hätten sich meine Freundin und ich Mengenausgaben in 50-ml- statt in 100-ml-Schritten. Aber im Zweifel kannst du jederzeit die Wasserausgabe unterbrechen.
Behalte ich den Caso HW 620?
Tatsächlich ist es eine kleine Umgewöhnung, von einem Wasserkocher zu einem Heißwasserspender zu wechseln. Doch ein neues Küchengerät bzw. „Spielzeug“ muss nichts Schlechtes sein. Ganz im Gegenteil! Den Caso HW 620 haben wir recht schnell ins Herz geschlossen, denn er bringt uns konkrete Vorteile: Innerhalb von Sekunden ist mein Kaffee und der Tee meiner Freundin fertig, wir kochen nur noch so viel Wasser wie nötig und sparen damit langfristig betrachtet eventuell Geld. Ja, der Caso HW 620 ist ein Komfortgewinn, gefällt optisch gut und wirkt wertig.

Nicht ganz glücklich sind wir mit dem Filter, den man regelmäßig wechseln sollte. Ist dir das Filtern wichtig, ist das für dich kein Nachteil. Aber mit weiteren Kosten (zirka 3-5 Euro pro Filter) solltest du rechnen.
Meine Partnerin und ich stören uns am meisten daran, dass große, breite Teetassen (oder auch Suppenschalen für Instant-Nudeln) nicht gut auf die Abtropfschale passen. Das mag Nörgelei auf hohem Niveau sein, aber wenn man die favorisierte Tasse nur über einen Umweg nutzen kann, ist das schon bedauerlich.
Nichtsdestotrotz: Der Caso HW 620 fetzt schon und wir überlegen bereits intensiv, ob wir ihn behalten. Die Bequemlichkeit siegt bekanntlich. Zur Not bekommt ihn meine Schwester für ihr Büro. Bei ihrem exorbitant hohen Instantkaffee-Konsum wäre der Heißwasserspender eigentlich das perfekte Geschenk…

Ich vermisse Informationen: Muss der Wasserfilter zwingend aktiviert werden, damit das Gerät überhaupt läuft? Wie vermeidet man Verkalkung oder beseitigt sie – sowohl im Tank als auch in den inneren Leitungen?
Der Jürgen hat schon alles gesagt. 🙂 Also du kannst auch ganz normal Citronensäure oder einen typischen Reiniger aus dem Super- oder Drogeriemarkt nehmen. Filter ist immer optional, persönlich werde ich den in Zukunft auch nicht mehr nutzen. Das Wasser aus der Leitung ist für mich gut genug…
Hallo Ralph! 🙂 Nein, den Filter musst du nicht zwingend aktivieren, das Gerät läuft auch so. Er dient aber auch als Kalkschutz – das zu deiner zweiten Frage. Zur Entkalkung verwendet der Caso HW 620 ein eigenes Entkalkungsprogramm, das dich durch die einzelnen Schritte führt. Du brauchst dann lediglich noch ein geeignetes Entkalkungsmittel (eine Empfehlung findest du in der Gebrauchsanweisung). Schöne Grüße!
Dem Foto nach erinnert der Filter an Brita-Filter. Da ich gern Brita-Wasser nutze, würde ich ganz einfach Brita-gefiltertes Wasser in den Vorratstank einfüllen.
Am Kauf würde es mich tatsächlich hindern, dass ich das Wasser nicht in 50-ml-Schritten dosieren und auch keine Kanne befüllen kann. Es ist aber eine gute Grundidee, die ausbaufähig ist.
Du kannst natürlich jederzeit den Betrieb abbrechen, sodass du manuell natürlich auch 50ml hinbekommst. Aber wer’s besonders präzise braucht, wird das vermutlich wirklich vermissen. Was die Kanne betrifft: Du kannst andere Gefäße drunter stellen oder weniger große Kannen verwenden. Alle gehen halt nicht, aber ich denke doch sehr viele…