Beddit Sleep Tracker: Besseres Schlafen mit Sensoren? Der Test

Wie man sich bettet, so liegt man. Das Sprichwort ist nicht ganz falsch, doch wenn es trotz einer guten Matratze beim Schlafen hapert, hilft eventuell der Beddit Sleep Tracker. Dank des Sensorbandes sollt ihr Tipps erhalten, mit denen ihr besser zur Ruhe kommt. Doch funktioniert das wirklich?

Das wird geboten

Die unverbindliche Preisempfehlung von 149,99 Euro klingt schon erstaunlich hoch. Und für diese stolze Summe erhaltet ihr im Grunde „nur“ ein recht dünnes, robustes Band, an dem eine kleine Box befestigt wurde. Diese wiederum wird via USB-Kabel permanent mit dem Stromnetz verbunden. Den Sleep Tracker bringt ihr dank einer klebenden Seite direkt auf die Matratze eures Bettes. Dabei gilt zu beachten, dass der Sensor ungefähr auf Brusthöhe positioniert wird – wenn ihr im Bett liegt. Gut zu wissen: Ein (Spann-)Bettlacken darf problemlos auf Beddit gezogen werden, sodass sich niemand umgewöhnen oder das Band spüren muss.

Das ist dabei. (Foto: Sven Wernicke)

Das ist dabei. (Foto: Sven Wernicke)

Nötig für die Verwendung ist ein Smartphone oder Tablet mit Android bzw. iOS. Eine kostenlose App ladet ihr euch herunter, ihr aktiviert Bluetooth und könnt eigentlich sofort loslegen. Sobald der Sensor mit Strom versorgt wird, kann eine Bluetooth-Verbindung aufgebaut werden, die App erklärt Schritt für Schritt, was für die Einrichtung zu erledigen ist. Alternativ hilft auch das gute Handbuch weiter, obwohl die Schrift für meinen Geschmack etwas zu klein geraten ist. Nunja. Alles in allem ist der „Aufbau“ recht schnell erledigt und weitgehend selbsterklärend. Einsteiger werden also keineswegs überfordert.

Und nun?

Alles schön und gut, aber wozu ist Beddit eigentlich gedacht? Der Sensor, der übrigens auch bei Doppelbetten nur für eine Person gedacht ist, verfügt über allerlei Sensoren, die die Herzfrequenz, die Schlafposition, die Atemfrequenz, Umgebungsgeräusche und Licht wahrnehmen – teils mit Unterstützung des Smartphones, das sich stets in der Nähe befinden sollte. Denn dieses nimmt über das Mikrofon zum Beispiel euer Schnarchen wahr. Weitere Ergebnisse und Informationen werden abhängig von den gesammelten Werten berechnet bzw. abgeleitet.

So wird der Sensor auf der Matratze befestigt. (Foto: Sven Wernicke)

So wird der Sensor auf der Matratze befestigt. (Foto: Sven Wernicke)

Letztlich erhaltet ihr über die App zahlreiche Details über euer Schlafverhalten. Wie häufig wart ihr wach, wann befandet ihr euch in der Tiefschlaf-Phase? Und besaßt ihr einen ruhigen oder eher „anstrengenden“ Schlaf? Die Beddit 2.0-App hat sogar zahlreiche Hintergrundinfos und Ratschläge parat, die fortlaufend präsentiert werden. Diese sind aufschlussreich und meiner Auffassung nach eine Bereicherung. Das gilt auch für die übersichtlichen Statistiken mit Schnarchdauer, Herzschlag-Frequenzen und der realen Schlafzeit. Ein Echtzeit-Test zeigt, dass die Sensoren tatsächlich funktionieren – das ist schon erstaunlich. Was mir dagegen nicht ganz so gefällt: Smartphone bzw. Tablet muss stets mit aktivierter App neben dem Bett liegen, was sehr den Akku belastet. Am Morgen war mein iPhone-Akku fast immer aufgebraucht.

Clevere Funktionen und ein Problem

Ein Feature mag ich überaus gerne: Ihr könnt euch zu einer Zeit wecken lassen, in der ihr euch nicht in der Tiefsschlafphase befindet. Stellt beispielsweise auf 6:30 Uhr, Beddit bzw. euer Smartphone wählt ungefähr um diese Uhrzeit den geeigneten Termin aus, in dem es eurem Körper leichter fällt, aufzuwachen. Das kann kurz nach 6 Uhr sein oder erst 6:50 Uhr – aber dafür fühlt ihr euch deutlich fitter. Bei meinen ausführlichen Versuchen klappte das tatsächlich erstaunlich gut.

Gut geschlafen? (Foto: Sven Wernicke / Screenshot)

Gut geschlafen? (Foto: Sven Wernicke / Screenshot)

Weniger schöne Aspekte gibt’s allerdings auch: Die Klebefunktion am Sensor lässt sehr schnell nach. Als ich Beddit neu positionieren wollte, haftete das Band nicht mehr gut an der Matratze. Auf Nachfrage teilte mir der Hersteller mit, dass man doppelseitiges Klebeband nutzen könnte, um diese Schwierigkeit zu beheben. Klar – die eigentlichen Sensoren befinden sich ja auf der anderen Seite.

Kurios ist ein weiterer Aspekt. Die ersten Tage hatte ich das Gefühl, während des Schlafens unter Stress zu stehen. Liege ich wirklich richtig auf dem Band? Dadurch schlief ich nicht gut, was sich glücklicherweise schnell wieder legte. Es ist vermutlich eine Art Druck, den man sich selbst auferlegt. Unnötigerweise.

Fazit: Gutes Gadget, aber…

Braucht man so etwas wie Beddit wirklich? Ist der Preis für ein zirka 65 Zentimeter langes Sensorband angemessen? Das sind Fragen, die man sich selbst erst einmal beantworten muss. Bezogen auf das eigentliche Produkt kann ich eine Empfehlung aussprechen: Die Lösung gefällt mir gut, das Konzept funktioniert und die Tipps, Anregungen und Details halte ich für hilfreich. Die Einrichtung geht flott von der Hand, die Verwendung ist intuitiv und die App bereitet keine Schwierigkeiten.

Bedauerlich ist vielleicht, dass ihr nach ein paar Wochen keine neuen Fakten erhaltet und ihr manchmal auch nicht so recht erfahrt, was ihr nun konkret an eurem Schlafverhalten ändern solltet, um das Optimum herauszuholen. Hier sehe ich durchaus noch Verbesserungspotential. Das gilt ebenfalls für die Klebeseite und den hohen Akkuverbrauch des stets nötigen Smartphones oder Tablets. Lieber wäre es mir gewesen, würde Beddit die Daten einer Nacht selbst speichern und beim Starten der App automatisch synchronisieren.

Alles in allem ist der Beddit Sleep Tracker ein interessantes Gadget, das etwas mehr über die persönlichen Schlafgewohnheiten verrät. Das ist aufschlussreich. Sucht ihr genau so etwas, dann erhaltet ihr hier ein mehr als nur solides Produkt für den Alltag.

Eine Alternative zum Sleep Tracking ist Sleep Masking. Beruhigende Töne werden direkt ins Ohr gesäuselt, sodass Ablenkungen wie das Schnarchen des Bettnachbars nicht mehr wahrgenommen werden. Wir haben für euch die Bose Sleepbuds gestestet, die nach diesem Prinzip arbeiten.

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