Während ein Mähroboter ohne zu verlegende Begrenzungsdrähte vor ein paar Jahren noch eine Sensation gewesen wäre, gehört dies bei den Herstellern längst zum guten Ton – zumindest im höheren Preissegment. Auch der Anthbot Genie 800 verzichtet auf eine mühsame Installation und imponiert mit modernen Funktionen. Zwar ist nicht alles perfekt, doch die „Schwächen“ sind kaum der Rede wert.
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Das ist der Anthbot Genie 800
Der Hersteller Anthbot setzt bei seinen Mährobotern unter anderem auf die satellitengestützte Navigationstechnik RTK (Real-Time Kinematic). Die Genie-Reihe besitzt zusätzlich vier Kameras für eine optimale Navigation in deinem Garten. Das heißt: Drähte gehören vollkommen der Vergangenheit an, stattdessen platzierst du eine RTK-Referenzstation auf deinem Grundstück, die der Orientierung für den Roboter dient. Diese Antenne kann eine Verbindung zu 155 Satelliten aufnehmen und so auf bis zu zwei Zentimeter genau feststellen, wo sich der Genie 800 gerade befindet. Ist die GPS-Verbindung temporär eingeschränkt, helfen die vier 3D-Vision-Kameras aus.

Die Kameras sind es auch, die über 1000 unterschiedliche Hindernisse erkennen können. Anthbot spricht von KI, letztlich sind das natürlich clevere Algorithmen und Bilderkennungstools, die unter der Haube stecken.
Die 800 im Namen bezieht sich auf die empfohlene Flächengröße für den Mähroboter in qm. Doch der 72 Wh große Akku schafft bis zu 1500 m² in einem überschaubaren Zeitraum. Bei einer Mähleistung von 150 m² pro Stunde könnte das aber für manche „zu langsam“ sein.

Der Anthbot Genie 800 ist auf Rasen bis zu einer Steigung von 45% ausgelegt, auch unebene Schotterpfade kann er laut Herstellerangaben bestens meistern. Mit einer Schnittbreite von 20 Zentimetern und einer Schnitthöhe von 30 bis 70 mm richtet sich der Roboter an Menschen, die einen eher regulären Garten besitzen.
Technische Daten: Anthbot Genie 800
| Produkttyp: | Kabelloser Mähroboter |
| Empfohlene Fläche: | bis 800 m² (maximal 1500 m²) |
| Navigation: | Full-Band RTK + 4-Kamera-3D-Vision |
| Kameras: | 4 |
| Schnittbreite: | 20 cm |
| Schnitthöhe: | 30–70 mm |
| Steigung: | bis 45% bzw. 24° |
| Ladezeit: | ca. 130 Minuten |
| Mähleistung pro Stunde: | ca. 150 m²/h |
| Akkukapazität: | 4 Ah / 72 Wh |
| Geräuschpegel: | 58 dB(A) |
| Schutzart: | IPX6 |
| Konnektivität: | WLAN 2,4 GHz, Bluetooth |
| Zonenverwaltung: | bis zu 20 Zonen |
| Gewicht: | 12,5 kg |
Zwar möchte der Genie 800 bei Regen nicht unbedingt fahren, aber er hat einen IPX6-Schutz und lässt sich daher gut mit dem Gartenschlauch reinigen. Das dürfte den fünf titanbeschichteten Klingen nichts weiter ausmachen.

Überrascht waren wir von den 58 dB(A): Diese Werte gibt Anthbot für den Genie 800 an. Und war er wirklich so leise? Das fanden wir beim Praxistest heraus. Doch zuerst konfrontierte uns der Helfer mit seiner Einrichtung …
Anthbot Genie 800: Aufbau und erster Start
Öffnest du die Verpackung des Anthbot Genie 800, kannst du möglicherweise nicht ganz glauben, dass der Roboter innerhalb von 15 Minuten einsatzbereit sein soll. Zahlreiche Teile finden sich in der großen, schweren Box. Doch schnell erschließen sich die Komponenten mit ihren Funktionen: Während du den Genie 800 selbst nicht zusammenbauen, sondern nur ein paar Schaumstoffteile entfernen musst, verlangen die anderen Teile mehr Aufmerksamkeit. Zuerst solltest du einen geeigneten, möglichst ebenen Platz für die Ladestation finden. Mittels spezieller Schrauben befestigst du diese zum Beispiel direkt auf der Wiese. Die RTK-Basisstation wiederum sollte sich in der unmittelbaren Nähe befinden und freie Sicht Richtung Himmel haben.

Dank der Schnellstart-Anleitung und der ohnehin nötigen Smartphone-App (Android, iOS) überfordert Hersteller Anthbot auch Laien nicht. Wichtig ist vor allem ein guter, vielleicht sogar halbwegs geschützter Ort für den Genie 800. Ob das GPS-Signal stark genug ist, darüber informiert die App schon während der Einrichtung.
Tatsächlich ist der Genie 800 nach unter 15 Minuten fit für die erste Fahrt. Allerdings muss erst einmal dein Garten kartiert werden. Hier überrascht der Roboter zum ersten Mal: Zwar empfiehlt Anthbot das manuelle Abfahren des Grundstücks zum Erstellen der Karte, doch du kannst auch die „Auto“-Funktion verwenden. Entscheidest du dich für erste Methode, fährst du den Genie 800 wie ein ferngesteuertes Auto über die Rasenfläche. Bei „Auto“ erkennt er selbständig Hindernisse, Wege und Absperrungen – und das klappte in unserem Testgarten ausgesprochen gut.
Auffällig: Über 10 Zentimeter hohes Gras nimmt der Genie 800 nicht als Mähfläche, sondern als Begrenzung wahr. Das ist allerdings kein Fehler, sondern dient ja auch dem Schutz des Roboters, der bei solchen Wiesen zwangsläufig überfordert wäre. Zusätzlich sorgt dies dafür, dass er nicht einfach Blumenbeete oder Heuwiesen zerstört.






Um die knapp 200 Quadratmeter große Mähfläche zu kartieren, benötigte der Genie 800 zirka 20 Minuten. Insgesamt also war er grob gesagt nach rund einer halben Stunde fertig konfiguriert. Wir finden: Ein sehr guter Wert, vor allem weil alles wirklich ohne Schwierigkeiten funktionierte.
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Genie 800 im Praxistest: Erstaunt sogar die Nachbarn
Es ist sehr wahrscheinlich, dass du nur in den ersten Stunden und Tagen viel mit der Anthbot-App „herumspielst“. Ist der Genie 800 erst einmal perfekt an deine Vorstellungen angepasst, musst du im besten Fall nicht ständig etwas justieren, ändern oder überprüfen. Doch wenn etwas nötig ist – die Anwendung fürs Smartphone bietet den nötigen Komfort.
Wichtiges Element ist die Kartenverwaltung. In dieser bearbeitest du die Karte, erstellst individuelle Zonen, bestimmst die Kantenbearbeitung oder erweiterst bzw. reduzierst die zu bearbeitenden Flächen. Wer einen Haushalts-Saugroboter hat, wird sich sofort zurechtfinden. Insgesamt ist die Bedienung simpel und weitgehend selbsterklärend. Nur ganz am Anfang löschten wir aus Versehen die Karte, als wir sie bearbeiten wollten. Aber das war wohl eher eigene Schuld.

Der Genie 800 unterstützt Schnitthöhen zwischen 30 und 70 mm, in 5-mm-Schritten entscheidest du dich für eine Einstellung. Auch kannst du ihn anweisen, die Ränder zu kürzen. Interessant ist die Mährichtung, bei der du selbst den Winkel festlegst. Er fährt also nicht immer nur stur die gleiche Strecke ab, du darfst variieren. Mit der „intelligenten Rasenpflege“ findet der Genie 800 für dich die optimale Mähstrategie und führt diese eigenständig aus. Dann darfst du auch millimetergenau die favorisierte Höhe auswählen.



Was uns auch gefällt ist, dass Anthbot an alle Eventualitäten gedacht hat. So existiert beispielsweise ein Modus, mit dem du um die Ladestation herum mähen kannst. Auf diese Weise bleibt dieser Ort ordentlich, ohne dass der Genie 800 die Stromkabel beschädigt. Ein Diebstahlschutz (PIN & Geofencing) fehlt genauso wenig wie ein Regensensor. Wird’s dem Roboter zu feucht, fährt er automatisch in die Ladestation zurück und macht bei Trockenheit an derselben Stelle weiter.
Im Bereich Wartung zeigt dir der Genie 800 in der App an, wann du ggf. die Klinge wechseln oder Anschlüsse und Linsen reinigen solltest. Auch die Mährwerk-Reinigung ist wichtig. Entsprechende Hinweise bekommst du bei Notwendigkeit.
Fernsteuerung: Diese Möglichkeiten hast du
Klar, einen Mähroboter möchtest du fernsteuern und jederzeit kontrollieren können. Anthbot stellt drei Optionen zur Auswahl:
- 4G: Der Genie 800 verfügt über ein integriertes 4G-Modul, das eine Fernsteuerung auch ohne Wi-Fi und Bluetooth erlaubt. Das erste Jahr ist kostenlos, danach liegt der Preis bei knapp 40 Euro pro Jahr. Ideal für Grundstücke, bei denen kein WLAN vorhanden, aber eine vollständige Kontrolle des Roboters gewünscht ist.
- Bluetooth: Befindest du dich in der Nähe des Mähroboters, ist eine Direktverbindung über Bluetooth mit dem Smartphone möglich.
- Wi-Fi: Eine Fernsteuerung über das Wi-Fi-Netzwerk setzt eine entsprechende Verbindung zum Internet voraus. Achte darauf, dass das WLAN auch bis in den Garten reicht. Beachte: Nur 2,4 GHz wird unterstützt.
Was dir übrigens schon nach dem ersten Mähen auffallen dürfte: Ja, der Genie 800 ist sehr leise. Die angegebenen 58 dB(A) dürfte er im Rahmen unseres Tests zu keiner Zeit überschritten haben – auch bei größeren Steigerungen wurde er nicht auffällig lauter.
Apropos: Als Besitzer eines Hanggrundstücks waren wir besonders neugierig auf die Fahrt bei einer stärkeren Steigung. Auch wenn Anthbot auf einen Allradantrieb verzichtet, so schafft der Genie 800 locker Steigerungen über 30 Prozent. Der Hersteller gibt bis zu 45% an. Zu Testzwecken ließen wir ihn eine steile Hangfläche mähen – zügig und routiniert schnitt er das Gras.

Zufrieden sind wir auch mit der Schnittqualität: Die Klingen sind scharf und sorgen für ein gutes Bild nach dem Mähen. Die einstellbaren Höhen lassen sich klar differenzieren und erlauben so auch einen individuell gestalteten Garten.
Sehr gute Hinderniserkennung
Anthbot zufolge kann der Genie 800 über 1000 verschiedene Objekte erkennen, genauso Hindernisse wie Pools oder Zäune. Möglich ist dies neben „künstlicher Intelligenz“ durch die vier Kameras am Gerät. Diese lassen sich via App abschalten („Anormaler Objektiv-Arbeitsmodus“ und „Visuelle Inspektionseinstellung“), was nicht empfehlenswert ist. Denn so kann der Genie 800 herumliegendes Spielzeug oder gar ein Loch im Boden nicht richtig erkennen und ggf. umfahren.

Bei unseren teils fiesen Versuchen schlug sich der Roboter wacker. Personen sind überhaupt kein Problem. Steht jemand im Weg, umfährt der Genie 800 diesen weitläufig. Auch Objekte wie Gartenmöbel, Bewässerungssysteme wie der Irrisense 2 und natürlich höhere Pflanzen sind keinerlei Herausforderung für das Gerät. Gartenschläuche, die im Garten häufig herumliegen, nimmt der Bot zuverlässig wahr. Doch sehr flache Dinge, und seien es ein Messer oder ein Stück Papier, können problematisch sein. Das dürfte auch für eine tote Maus oder andere kleine Tiere gelten, die der Genie 800 besser nicht überfahren sollte.
Wir haben es nicht ausprobiert, da wir zwei Igel beim Liebesspiel nicht stören wollten – aber mit größter Wahrscheinlichkeit erkennt der Mähroboter dagegen Tiere und Objekte, die mindestens halb so hoch sind wie der Genie 800 selbst. So oder so empfiehlt es sich, den Rasen bei einer regelmäßigen „Rasur“ zu überprüfen – ob der Weg frei ist.
Wir würden dem Genie 800 dennoch eine sehr hohe Genauigkeit attestieren – die Objekterkennung funktioniert so, wie du es dir vorstellst. Ein Auge sollte man aber immer auf den Bot werfen und ihn am besten nicht in der Nacht fahren lassen. Das ist aber auch eine grundsätzliche Empfehlung für alle Mähroboter, auch damit nachtaktive Tiere nicht gestört werden.
Kleinere Schwächen
Dass der Anthbot Genie 800 ausschließlich das 2,4-GHz-WLAN-Netz unterstützt, ist im Jahr 2026 zumindest bedauerlich. Aber es ist vermutlich für die meisten Anwender:innen irrelevant. Wichtiger ist dagegen die Navigation, bei der der Genie 800 ggf. an seine Grenzen kommen könnte. Sobald der Garten extrem verwinkelt ist, wird das Erstellen der Karten recht kompliziert. Dann musst du manuell übernehmen und die Zonen so erstellen, wie es der Realität am nächsten kommt.
Bei unserem Praxistest verlor der Anthbot Genie 800 ein einziges Mal das GPS/RTK-Signal – als er in einer sehr versteckten Ecke hinter einem Häuschen mähen wollte. Wir konnten dieses Verhalten nicht reproduzieren, doch es lässt sich sagen: Er findet den Weg schnell wieder und damit seine Position auf deinem Grundstück.
Aber es sei betont: Das ist wirklich marginale Kritik auf einem sehr hohen Niveau.
Fazit: Sehr guter Mähroboter für mittelgroße Gärten
Es ist schon erstaunlich, wie sich Gartenbesitzer vor ein paar Jahren noch mit Begrenzungsdrähten abgemüht haben. Und heute fährt ein Mähroboter wie der Anthbot Genie 800 nach rund einer halben Stunde los und erledigt einfach seinen Job. Und den macht der Roboter richtig gut. Die App ist einfach und verständlich, sodass du wirklich kein Technik-Profi sein musst, um die Funktionsweise zu verstehen. Das ist alles sehr gut gelöst.

Aber auch bei der Leistung punktet der Genie 800: Er ist leise, schafft ordentliche Steigungen und mäht zügig in der gewünschten Höhe. Die Hinderniserkennung würden wir als „sehr gut“ bezeichnen. Ist das Signal stark und stabil, gilt dies auch für die Navigation.
Der Genie 800 ist auf Grundstücke um die 800 Quadratmeter ausgelegt, aber wir finden: Auch kleinere Flächen sind bestens geeignet – dann geht’s flotter und ohne häufiges Aufladen des Akkus. Ab 150 Quadratmeter, besser natürlich mehr, kann sich der Genie 800 entfalten und dir Freude bringen. Vor allem die automatisierten Routinen sorgen dafür, dass du dich während deiner Abwesenheit um nichts weiter kümmern musst. Und: Schick und sehr robust ist der Genie 800 auch.
Alles in allem verdient sich der Anthbot Genie 800 eine Empfehlung. In der Preisklasse unter 1000 Euro erhältst du ein starkes Gadget für deinen Garten, das dich etliche Jahre begleiten wird.
- Sehr gute Hinderniserkennung
- Sehr leise
- RTK statt Begrenzungsdrähten
- Zahlreiche Komfortfunktionen
- Wi-Fi nur 2,4 GHz
- Folgekosten ab 2. Jahr bei 4G-Verbindung
- Aufgrund der Größe weniger für sehr verwinkelte Gärten geeignet

