AirPods in der Waschmaschine: Das könnt ihr tun

Technische Geräte, die aus Versehen in die Waschmaschine gelangen, sind noch nicht zwingend verloren. Beendet das Programm und trocknet die Geräte schnellstmöglich.

AirPods in der Waschmaschine: Das könnt ihr tun

Meine Mitbewohnerin stand kürzlich verzweifelt vor unserem Waschtrockner in der Küche. Ihre AirPods steckten noch in der Hose, die sie gerade wusch, und die Maschine wollte sich nicht mehr öffnen lassen. Wir beschlossen, die Earbuds noch nicht verloren zu geben und gingen so vor:

  1. Waschprogramm stoppen
  2. Maschine sicher öffnen
  3. AirPods trocknen

Außerdem in diesem Beitrag:

1. Das Waschprogramm stoppen

Punkt 1 ist nicht selbstverständlich, finde ich. Der eine oder die andere könnte sich denken: jetzt ist’s ja auch egal, kann ich auch genauso gut zu Ende waschen. Doch wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, geht es natürlich darum, es so schnell wie möglich dort wieder herauszuholen.

So ist es auch mit AirPods und anderen technischen Geräten. Ein klein wenig Wasser halten einige technische Geräte aus, gerade wenn sie nach IP68 oder IP67 einen Schutz gegen Untertauchen bieten. Aber auch dieser Schutz ist zeitlich begrenzt und mit jeder Minute sinkt die Chance, dass die Geräte den Tauchgang in der Lauge überleben. Also raus mit den AirPods! Nur wie?

Drückt zunächst auf die Stopp-/Pause-Taste eurer Waschmaschine. Die meisten modernen Maschinen haben eine solche Taste, die oft auch identisch mit der Start-Taste ist. Wenn ihr euch nicht sicher seid, drückt die Start-Taste (manchmal auch Ein-Aus-Taste genannt) und beobachtet, ob die Maschine stoppt.

Einige moderne Waschmaschinen haben eine Pause-Taste und eine AddWash-Funktion.

Einige teurere Waschmaschinen oder Waschtrockner haben auch eine Add-Wash-Funktion. Ihr könnt das Waschprogramm stoppen, um noch Wäsche nachzulegen oder – meist genauso wichtig – einen versehentlich mitgewaschenen Gegenstand dort wieder herausholen. Add Wash funktioniert in der Regel so, dass die Maschine stoppt, das Waschwasser kurz im Tank einlagert, die Tür freigibt und euch dann das Waschprogramm wieder aufnehmen lässt.

Nicht mit Gewalt, aber mit Tricks

Eine AddWash-Funktion, eine Pause- oder sogar eine Start-Taste fehlen bei eurer Maschine? Dann schaut auf dem Bedienfeld nach, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, ein laufendes Programm zu beenden – oder zu verkürzen. Alte Miele-Waschmaschinen etwa verfügen über ein Abpumpen-Programm. Alte Bosch-Maschinen über ein Programm namens Schleudern/Abpumpen oder ähnlich. Versucht, auf dieses Programm umzuschalten.

Stoppen geht nicht? Dann vielleicht auf ein anderes, kürzeres Programm umschalten oder das Wasser abpumpen.

Das klappt auch nicht? Dann greift zur Bedienungsanleitung und blättert darin nach Informationen darüber, ein laufendes Programm zu beenden, die Waschmaschine freizugeben oder auch – im Notfall – die Maschine zu stoppen und das Wasser abzupumpen. Zur Not: zieht den Stecker und benutzt das Ablassventil.

Die Bedienungsanleitung habt ihr gerade nicht da? Dann googelt schnell nach dem Handbuch etwa mit dem Suchbegriff „[Name eurer Waschmaschine] Gebrauchsanweisung“.

Die Hersteller schreiben den Namen eurer Waschmaschine meistens klein irgendwo an die Front.

Eins ist auf jeden Fall klar: Ihr wollt die Maschine nicht mit Gewalt öffnen. Sie muss die Tür aus eigenen Stücken freigeben. Und das geht natürlich erst, wenn kein Wasser aus ihr austreten kann. Wenn Add Wash und andere Maßnahmen nicht funktionieren, dann lasst das Wasser ab. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Auch in unserem Fall gab die Maschine trotz Add-Wash-Funktion die Tür nicht mehr frei. Was also tun?

2. Tür der Maschine sicher öffnen

Meine Mitbewohnerin hat schließlich das Programm „Schleudern“ gewählt. Klingt nicht unbedingt schonend für die AirPods, führt aber dazu, dass die Maschine das Wasser binnen 15 Minuten abpumpt und dabei – der Name sagt es schon – schleudert. Also auch das Wasser aus der Kleidung herauspresst.

Wichtig: Wählt wirklich „Schleudern“ oder „Abpumpen“ und nicht „Spülen und Schleudern“. Denn bei letztgenanntem lässt die Maschine erst noch Frischwasser in die Trommel, was das Ganze noch verschlimmern würde.

Schleudern (Englisch: Spin) ist hier die beste Möglichkeit. Die Maschine lässt das Wasser selbst ab und schleudert dabei.

Eine Funktion „Add Wash“, ein Schleuder- oder Abpumpen-Programm gibt es nicht und die Tür lässt sich einfach nicht mehr öffnen? Dann habt ihr jetzt noch zwei Holzhammer-Optionen:

  1. Schaltet auf das Waschprogramm „Super Quick“, „Super Express“, „Express 15“ oder ähnlich genannt um, wenn eure Maschine das noch zulässt. Fast jede moderne Waschmaschine hat ein Programm, das nur etwa eine Viertelstunde lang wäscht und schleudert und dann die Tür freigibt. Ist natürlich keine Ideallösung, sondern mehr für den Fall: nichts geht mehr.
  2. Lasst das Wasser von Hand ab. Dazu schaltet ihr die Maschine aus (zieht zur Not den Stecker, falls sie das nicht will), setzt ein Backblech oder ein ähnlich flaches Auffangbehältnis vor die Maschine, öffnet die Ablassluke, die meist ähnlich aussieht wie auf unserem Bild unten und lasst das Wasser in mehreren Durchgängen in das Backblech ab. Ist das Wasser abgelassen, sollte die Maschine die Tür freigeben.

3. AirPods herausnehmen, trocknen und: warten

Ihr habt die Maschine geöffnet bekommen? Dann erst einmal: Vorsicht! Je nachdem, bei welcher Temperatur ihr gewaschen habt, könnte der Inhalt noch heiß sein. Lasst die heiße Luft entweichen, wartet eventuell einige Minuten, bis sich der Inhalt merklich abgekühlt hat oder tragt Hitze-unempfindliche Handschuhe. Befreit die AirPods aus dem Kleidungsstück, in dem ihr sie vermutet, und trocknet sie erst einmal grob mit einem Handtuch ab.

Ganz, ganz wichtig: Die AirPods jetzt auf keinen Fall anschalten, weil durch das eingetretene Wasser sonst Kurzschlüsse entstehen, die die AirPods für immer zerstören.

Legt die AirPods anschließend in eine Feuchtigkeit-aufsaugende Substanz. Hier eignen sich Trocknungsmittel wie Silicagel/Kieselgel. Solltet ihr das aber nicht zufällig gerade zur Hand haben, tut es für den Anfang auch ein einfaches Hausmittel: eine Schüssel ungekochter Reis. Legt die AirPods dort mit der Öffnung nach unten hinein. So kann eventuell noch darin enthaltenes Wasser nach unten ablaufen.

Eine Schale ungekochter Reis eignet sich ideal, um Wasser aufzusaugen.

Und jetzt heißt es: warten. Wie lange? Waren die AirPods wirklich längere Zeit im Wasser und komplett durchnässt, dann lasst sie allermindestens 24 Stunden im Reis oder dem Trocknungsmittel liegen, besser länger. Bewahrt die genannte Schüssel mit Reis und AirPods dazu an einem warmen, trockenen Ort auf.

Seid ihr euch nicht sicher, ob ihr die AirPods schon lange genug getrocknet habt, lasst sie vom Apple Service oder zur Not auch einem zertifizierten Vertragshändler durchchecken.

Nasse AirPods in den Trockner? Besser nicht!

Auf die Idee könnte man natürlich auch kommen: Wenn die AirPods in der Waschmaschine nass geworden sind, dann kriegt der Wäschetrockner sie wieder trocken, richtig? Auch in unserem Fall lag das Szenario nahe, da unser Waschtrockner etwa ein 1-Stunden-Programm anbietet, das die Wäsche wäscht und gleichzeitig trocknet.

Leider ist das keine gute Idee, denn Trockner arbeiten schlicht mit zu heißer Luft. Je nach Trocknertyp kommen dabei Temperaturen um oder sogar über 100 Grad (bei Abluft- und Kondenstrocknern) zum Einsatz.

Auch bei Wärmepumpentrocknern sind es oft noch über 50 Grad. Das halten die teils empfindlichen Plastikteile der AirPods über die Länge der Trocknung nicht aus. Noch dazu reicht die Zeit eines Trocknungsvorgangs nicht aus, um die AirPods auch von innen zu trocknen. Besser also, ihr greift gleich auf das sanftere Trocknen mit Reis oder Silicagel zurück.

Sind AirPods wasserfest?

Bei der Planung meines Artikels schrieb mir Kollege und Haushaltsexperte Peter Giesecke noch eine Warnung ins Redaktionstool: Selbst wenn ein Kopfhörer nach IP67 oder IP68 gegen zeitweises oder dauerhaftes Untertauchen im Süßwasser geschützt ist, gilt das noch lange nicht für das Untertauchen in Wasch- oder Seifenlauge.

Das ist korrekt, aber die Chance, dass derart geschützte Kopfhörer (oder andere technische Geräte) zumindest ein paar Minuten in der Waschmaschine überstehen, ist natürlich höher als für solche ohne jeglichen Wasserschutz. Die AirPods der 3. Generation sind im Vergleich zur 2. zumindest gegen Spritzwasser und leichten Schweiß geschützt. Apple selbst schreibt dazu auf den eigenen Support-Seiten:

AirPods Pro, AirPods (3. Generation) und das MagSafe-Ladecase für AirPods (3. Generation) sind wasser- und schweißbeständig, jedoch nicht schweißfest oder wasserdicht.

Was übersetzt bedeutet, dass ihr damit nicht duschen solltet und die AirPods allenfalls leichten Schweiß und ein paar Tropfen Regen vertragen.

Wie unsere Geschichte ausging

Nachdem meine Mitbewohnerin den Waschvorgang über das Schleuderprogramm verkürzt hatte und ihre AirPods aus der Maschine holen konnte, legte sie sie nach kurzem Abtrocknen für eine Stunde in eine Schale Reis und konnte sie danach tatsächlich schon wieder benutzen. In ihrem Falle handelte es sich um die „wasserbeständigen“ (s.o.) AirPods Pro.

Dennoch kann man wohl nicht anders als festzuhalten, dass sie wohl besonders großes Glück hatte. Wir würden definitiv ein längeres Trocknen empfehlen, aber schön zu sehen, dass sie ihre AirPods weiter benutzen kann.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, die AirPods ließen sich öffnen und von innen trocknen. Das ist nicht korrekt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen!

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2 Kommentare zu “AirPods in der Waschmaschine: Das könnt ihr tun

  1. „Die AirPods lassen sich im Prinzip öffnen und dann von innen reinigen und trocknen.“

    Hier muss ich als Apple Certified Technician wiedersprechen. AirPods sind nicht dafür designed sie zu öffnen. Dies würde AirPods unweigerlich zerstören.

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