Zu billig ist dann auch wieder nicht gut. Der No-Name-Stielsauger, den ich mir vor ein paar Jahren für kaum mehr als 150 Euro kaufte, saugt heute praktisch kaum noch. Dann lieber gleich etwas mehr ausgeben und echte Qualität erhalten – die so viel teurer gar nicht ist. Denn der AEG AP72 hier im Test überzeugt mit tollen Eigenschaften, hoher Saugleistung und einer sehr angenehmen Handhabung. Über einzelne Details sehen wir dabei gnädig hinweg.
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
AEG AP72 und verwandte Modelle
Der AEG AP72 ist ein Akku-Stielsauger mit einer Pet+-Elektrosaugbürste für Haustierhaare und mit einem Extra-Filter. Eine weitere Version des AP72 bringt auch eine All-in-One-Absaug-und-Pflege-Station mit. Beide Modelle ordnen sich in AEGs 7000er-Serie ein:
- 5000er-Serie und CX-Serie: Breitere Einstiegs-Akku-Staubsauger
- 6000er-Serie: Mittelklasse-Stielsauger
- 7000er-Serie: Gehobene Stielsauger-Mittelklasse, besonders leicht und mit Saug-Automatik
- 8000er-Serie: Premium-Stielsauger
Neben Akku-Staubsaugern bietet AEG auch Saugroboter, Wet & Dry Akku-Staubsauger und Bodenstaubsauger an.
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Lieferumfang: Alles drin im AEG AP72

AEG hat beim AP72 an eigentlich alles gedacht: Saugdüse samt Stielrohr – natürlich – eine Bodendüse und eine kleinere Pet-Düse, um größere (!) Haustiere abzusaugen.
Eine Schnellstartanleitung zeigt, wie du alles zusammenbaust:

Sehr schön: Der AP72 wohnt in der mitgelieferten Bodenstation, die gleichzeitig auch Abstellort für das Zubehör ist. Hier lädt der Akku auch gleich wieder auf, weil du das Ladekabel hier schön in die Station einbauen kannst.

Ein zusätzlicher Filter und eine Tierhaarbürste sind ebenfalls mit drin:

Alles Weitere kommt in der vor allem aus Grafiken bestehenden Betriebsanleitung vor. Die muss ich tatsächlich nach dem ersten Saugen einmal zu Rate ziehen. Das Leeren des Staubbehälters hat einen Kniff, der nicht ohne Weiteres sofort klar wird.

Technische Daten
| AEG AP72 Akku-Staubsauger |
|---|
| Akku-Spannung: 21,6 V (Lithium-Ionen, 4.000 mAh) |
| Max. Laufzeit: bis zu 50 Min. (Handgerät), bis zu 40 Min. (mit Bodendüse) |
| Ladezeit: ca. 4,5 Stunden (270 Min.) |
| Saugleistung: ca. 100 Airwatt (Boost-Modus) |
| Behältervolumen: 0,3 Liter (beutellos, transparent) |
| Filtersystem: HEPA-Filter (filtert bis zu 99,97% der Partikel ≥ 0,3 µm) |
| Leistungsstufen: 4 Stufen (Eco, Auto, Mid, Boost) |
| Gewicht: 2,3 kg (Gesamtgerät) |
| Besonderheiten: LC-Display, LED-Bodenbeleuchtung, Auto-Modus mit Sensor |
| Saugtechnologie: Multizyklon-Technologie mit Inverter-Motor |
Bedienung
Einmal zusammengebaut, ist die Bedienung des AEG AP72 kinderleicht. Über zwei Knöpfe oberhalb des Haltegriffs schaltest du das Gerät ein oder aus und regelst die Saugstufen. Standardmäßig ist „Automatik“ ausgewählt. Schön: Ein ist ein. Du musst für den Betrieb also nicht dauerhaft einen Abzug betätigt halten, wie bei vielen anderen Akku-Stielsaugern.

Automatik bedeutet in meinem Testlauf, dass der AEG AP72 Fliesen- und Laminatböden in höchster Stufe saugt. Geht es über den Teppich, regelt er die Saugleistung nur unwesentlich herunter. Erst als der Akkustand langsam nachlässt, reduziert auch der Sauger seine Performance.

Egal, ob Bodendüse, Saugstange oder Staubbehälter: alles ist mit einem Klick schnell ab- und wieder dranmontiert. Das hat AEG wirklich gut gelöst!

Die beleuchtete Bodendüse verbessert die Saugleistung durch die Benutzerin oder den Benutzer. Du siehst genauer, wo noch Staub liegt oder eben nicht.

Nach dem Betrieb wandert der Sauger in die mitgelieferte Bodenstation, verbleibt dort bis zum nächsten Einsatz und lädt auf.
Zwar ist mehr Gewicht bei einem hauptsächlich am Boden arbeitenden Gerät nicht das entscheidende Kriterium, aber AEG hält zumindest Wort: Der AP72 ist mit 2,3 kg mit Saugrohr und Bodendüse (und 1,35 kg ohne) wirklich beinahe federleicht für einen Akku-Stielsauger. Und unbewusst kann das schon dafür sorgen, dass du ihn lieber mal aus der Station holst und schnell was wegsaugst.

Als ich mir ein Motiv für das Beitragsbild zu diesem Test überlegt habe, kam ich spontan darauf, mir das Ding einfach über die Schulter zu werfen (s.o.). Da hatte ich das Datenblatt und das Gewicht des AP72 noch gar nicht studiert, aber schon festgestellt, dass er irgendwie leichter ist als andere.
Beleuchtete Bodendüsen haben in der Staubsaugerwelt eine kleine Revolution ausgelöst. Vor allem auf Hartböden oder Läufern siehst du beim Saugen den Schmutz viel besser. Und natürlich auch, wie gründlich du ihn mit deinem Staubsauger entfernt hast. Manch einer lässt seitdem beim Saugen sogar die Zimmerbeleuchtung aus und saugt im Dunkeln, weil er dann den Schmutz und seine Beseitigung noch besser sieht.
Betrieb und Saugleistung
Der AEG AP72 ist wunderbar leichtgängig, rutscht problemlos über Laminat- und Fliesenboden und saugt sowohl im Vorwärts- als auch dem Rückwärtsgang. Dank der vergleichsweise breiten Bodendüse nimmt er dabei auch viel Schmutz auf.
Das Kugelgelenk ist wendig, und dank der eher niedrigen Bauweise kommt die Saugdüse auch unter viele Schränke und Kommoden mit niedrigen Sockelrücksprüngen oder Zehenfreiheit.
Die Saugleistung auf höchster Stufe ist auf den getesteten Hartböden sehr ergiebig. Hier reicht auch locker die mittlere Stufe. Selbst bei niedrigster Leistung verschwindet der meiste Schmutz:




Auf meinem Test-Teppichboden kommt die Düse nicht mehr ganz so schnell voran; das Gerät regelt im Automatikmodus von selbst nicht herunter. Die Bodendüse lässt sich auch nicht zwischen Teppich und Hartboden umstellen. Sauber wird der Teppich aber trotzdem:


Gerade zum Absaugen von sensiblerem Material wie einer Badematte, Yogamatte, einem Sofa oder auch einem Haustier hätte es dem AEG AP72 übrigens nicht geschadet, wenn die unterste Stufe noch etwas leichtgängiger wäre. Bei Bade- und Yogamatte muss ich gegenhalten.
Im Automatikbetrieb ist eine Akkuladung relativ schnell leer. Ich bekomme meine 55 qm große Wohnung schon komplett abgesaugt, aber das ist es dann auch. 15 bis 20 Minuten bei Automatik und hauptsächlich Hartböden sind also drin. Regelst du von Hand auf niedrigere Stufen runter, schafft der AP72 auch 30 Minuten. Die angegebenen 40 wären es nur auf niedrigster Stufe; 50 Minuten sind es laut Hersteller, wenn du die Bodendüse weglässt und nur den Handsauger verwendest.

Einmal fertig gesaugt, braucht der AEG AP72 4,5 Stunden Ladezeit für die 2.500 mAh. AEG entscheidet sich hier für ein schonendes Laden für eine lange Akkulebensdauer.
Reinigung/Wartung
Durch einen Klick auf den Knopf unten entnimmst du den Staubbehälter aus dem Saugkopf. Danach wird es etwas komplizierter: Du ziehst zunächst den HEPA-Filter heraus, dann den innenliegenden Metallgriff und damit das Filtersystem, was den durchsichtigen Staubbehälter und seinen Inhalt freigibt.

Den hast du dann leicht in der nächsten Mülltonne entleert und ausgeklopft. Ich habe zudem noch das Bedürfnis, ihn mit kaltem Wasser auszuspülen, um den verbleibenden, feinen Staub zu entfernen. Das geht übrigens dankenswerterweise bei allen Teilen des Staubbehälters in bis zu 40 Grad warmem Wasser (bei anschließend 24 Stunden Trocknung für den HEPA-Filter).

Beim Säubern der Reinigungswalze ist das übrigens nicht der Fall. Hier sollst du buchstäblich von Hand ran, kein Wasser verwenden und aufgewickelte Haare ganz klassisch mit einer Schere zerschneiden. Eine Reinigungsbürste, die dabei helfen würde, liegt dem Gerät leider nicht bei. Immerhin kannst du die Walze über einen Drehmechanismus an der Seite recht leicht herausnehmen.



Der 300 ml kleine Staubbehälter hätte übrigens gerne noch etwas größer ausfallen dürfen. Einmal durchgesaugt, ist er denn auch schon fast voll. Du musst ihn also praktisch nach jeder Vollreinigung leeren. Vermutlich ein Kompromiss von AEG: Größere Teile hätten den Sauger dann wieder schwerer gemacht.
Fazit: Stimmiges Gesamtkonzept
Es ist sonderbar, wie schnell angenehme Details ein Produkt sympathisch machen – und uns Nutzer:innen über kleine Dinge hinweg sehen lassen. Der AEG AP72 gefällt mir nämlich insgesamt sehr gut. Das liegt an der einfachen Bedienung, durchdachten Konzepten wie dem leichtgängigen Steckmechanismus, der Saugleistung und eben auch an etwas vermeintlich Nebensächlichem wie dem federleichten Gewicht.
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Abzüge in der B-Note nehmen wir dabei in Kauf: Das Säubern der Reinigungswalze dürfte noch leichter gehen, die Akkulaufzeit gerne noch etwas länger, die Ladezeit kürzer. Und nicht zuletzt wäre eine unterste Stufe mit weniger Saugstärke ideal für Haustiere und Untergründe, die wenig Unterdruck vertragen, wie Badematten oder Decken. Wer einen größeren Staubbehälter möchte, kann einen AEG der 8000er-Serie ins Auge fassen oder zur selbstreinigenden Variante des AP72 mit Absaugstation greifen.

Alles in allem weiß der AEG AP72 mit seinem durchdachten Konzept und guten Preis-Leistungs-Verhältnis sehr zu gefallen.
- Hohe Saugleistung
- Federleicht
- Durchdachtes Bedien- und Aufbewahrungskonzept
- Mit Saugautomatik, HEPA-Filter und beleuchteter Bodendüse
- Akku recht schnell leer, Ladezeit lang
