Frau mit Kärcher EDI 4 beim Eiskratzen

8 Tipps, die Autoscheibe von Eis zu befreien

Einige Tipps sind eine Warnung, es so nicht zu machen. Ein elektrischer Eiskratzer von Kärcher ist unser Favorit, um die Autoscheibe eisfrei zu bekommen.

Der Winter ist schon lange kein richtiger Winter mehr. Es sei denn, ihr kommt morgens an euer Auto und müsst bei Minusgraden die Scheiben eisfrei kratzen. Macht man nicht mehr so häufig. Dauert deshalb auch länger.

Mit der richtigen Technik oder dem richtigen Hilfsmittel geht es dann doch recht fix.

Tipp 1: Hände weg von der Parkscheibe

Der erste Tipp ist eine Warnung, es so nicht zu machen. Wenn ihr kein passendes Werkzeug im Auto habt, greifen viele von euch zur Parkscheibe. Manche haben sogar schon einen Eiskratzer integriert. Werbegeschenk halt.

Eiskratzen mit Parkscheibe

Eiskratzen mit der Parkscheibe ist nicht die beste Wahl (Bild: ACE)

Früher war die leere CD-Hülle sehr beliebt. Ich habe auch schon Leute mit der EC-Karte in der Hand Eis kratzen gesehen. Doch diese Versuche sind mehr aus der Not geboren und funktionieren nicht so recht. Mit etwas Pech braucht ihr dann sogar eine neue Bankkarte.

Auf jeden Fall: Wenn ihr mit Muskelkraft arbeitet und selbst Hand anlegt, dauert es in der Regel länger. Je nach Hilfsmittel wird das Ergebnis auch nicht so gut.

Tipp 2: Ein richtiger Eiskratzer

Lasst die Parkscheibe im Auto liegen. Ihr macht sie nur kaputt damit. Greift lieber zum Eiskratzer aus Kunststoff. Den gibt es im Baumarkt für ein paar Euro. Der Kunststoff ist stabil und die Form so, dass sie die Autoscheibe nicht beschädigt.

Ein richtiger Eiskratzer sollte eine Sägezahnkante zum Entfernen dicker Eisschichten haben sowie eine glatte Kante, um die Eisreste vom Glas zu schaben.

Hama Eiskratzer mit Schneebesen

Dieser Eiskratzer von Hama kostet nicht nur wenige Euro, er hat auch einen Schneebesen (Bild: Hama)

Manchmal haben sie auch einen Schneebesen integriert (für große Autos sogar mit Teleskopstab). Doch diese Aufgabe erledigt auch ein Handfeger. Ebenfalls praktisch ist eine Gummilippe am Eiskratzer, um einen Wasserfilm zu entfernen.

Wie immer gilt: Vorsichtig schaben! Wenn sich unter dem Eis kleine Steine oder anderer Straßendreck befindet, können auf der Scheibe Kratzer entstehen. Am besten stellt ihr abends einmal kurz die Wischanlage an, wenn ihr das Auto abstellt.

Praktisch finde ich auch Eiskratzer mit integriertem Handschuh. Denn nur mit Muskelkraft zu arbeiten, kann ganz schön lange dauern.

Der Eiskratzer von Hama mit integriertem Schneebesen sollte für die meisten Fälle ausreichen.

Tipp 3: Schneller geht’s mit Frostschutzmittel

Der Enteiser oder Entfroster kommt nicht allein zum Einsatz. Er löst die Eisschichten, die sich nicht leicht entfernen lassen. Dann müsst ihr doch mit dem Eiskratzer ran. Immerhin geht euch diese Arbeit dann leicht von der Hand.

Am besten besorgt ihr euch Scheibenfrostschutz, der für Temperaturen bis minus 60 Grad wirksam ist, und füllt diesen in eine Sprühflasche um. Wenn zum Beispiel der normale Glasreiniger leer geworden ist.

Enteiser von Würth

Enteiser gibt es schon in der Sprühflasche, aber auch zum Abfüllen im Kanister (Bilder: Würth)

Der Enteiser ist meist ein Gemisch aus Alkohol und Glycerin. Der Alkohol verringert den Gefrierpunkt des Wassers, sodass das Eis schmilzt. Das Glycerin bewirkt zweierlei: Es verhindert, dass der Alkohol nicht so schnell verdampft. Doch es hinterlässt auch gerne Schlieren auf den Scheiben.

Achtet darauf, dass ihr den Enteiser am Auto verwenden dürft. Andernfalls kann es passieren, dass die Einfassung der Scheibe oder sogar der Lack angegriffen wird.

Giftig sind Enteiser in der Regel nicht, doch in großen Mengen sollten auch sie nicht in die Umwelt gelangen.

Tipp 4: Was tauen Hausmittel?

Wer keine klammen Finger haben möchte, aber auch nicht zum Enteiser greifen, könnte offen für ein Hausmittelchen sein.

Um Eis vom Wagen zu kratzen, ohne euch dabei einen Wolf zu rubbeln, könntet ihr Wärme einsetzen statt Kraft. Was soll schon schiefgehen, wenn ihr etwas heißes Wasser über die Scheibe gießt?

Windschutzscheibe mit Eis

Windschutzscheibe mit Eis: Jetzt bloß kein heißes Wasser drüber kippen (Bild: pxhere)

Macht das bloß nicht! Der plötzliche Temperaturwechsel kann Spannungsrisse in der Scheibe verursachen. Bei lauwarmen Wasser scheiden sich die Geister. Die einen sagen, dass auch da der Temperaturunterschied zu groß ist. Andere dagegen führen auf Youtube vor, wie gut das funktioniert. Sogar Profis.

Um die Frage zu beantworten: Es geht immer so lange gut, bis es schiefgeht. Das kennt ihr vom Smartphone-Display, das bricht – doch selten beim ersten Sturz. In einem älteren Beitrag habe ich erklärt wieso.

Tipp 5: Windschutzscheibe abdecken

Voraussicht und Disziplin helfen euch, die Windschutzscheibe von Beginn an eisfrei zu halten. Ich dürft nur nicht Schnee und Regen mit der Scheibe in Berührung bringen. Dann kann dort auch kein Eis entstehen.

Pappkarton

Jetzt nur noch den Pappkarton richtig zuschneiden und nicht vergessen, jeden Abend unter die Scheibenwischer zu klemmen (Bild: Pixabay)

Dafür gibt es zahlreiche Planen und Folien zu kaufen. Viele basteln sich selbst eine Lösung oder nehmen einfach eine große Pappe. Damit sich die nicht über Nacht löst, müsst ihr sie aber gut fixieren.

Das Problem ist bloß: Schaut ihr jeden Abend, bevor ihr den Wagen abstellt, ob es in der Nacht Niederschlag geben und der vielleicht sogar überfrieren könnte. Wenn ihr diese Voraussicht nicht habt, hilft bloß noch die Disziplin, das Auto jeden Abend zu verpacken. Doch macht ihr das gewissenhaft, wenn ihr müde seid?

Tipp 6: Auto mit Standheizung kaufen

Die coolste, aber auch teuerste Lösung wäre die Anschaffung eines neuen Autos – und zwar eines mit Standheizung. Das kostet etwas, doch ihr könnt diese per Funk anschalten, während ihr oben in der Wohnung noch euren Kaffee schlürft.

Auch wenn ihr die Standheizung nur nachrüsten wollt, kostet euch das eine vierstellige Summe. Bis der Wagen ausreichend warm ist und das Eis von den Scheiben verschwunden, dauert es in der Regel eine halbe Stunde. Bei Kleinwagen geht es etwas schneller.

Mercedes-Benz EQC

Vielleicht zu viel des Guten: Ein Mercedes-Benz EQC muss es nicht sein, nur um die Scheiben eisfrei zu halten (Bild: Daimler)

Zwei Techniken werden verwendet. Eine verbraucht einen halben Liter Kraftstoff pro Stunde. Allerdings spart ihr hinterher auch wieder etwas ein, da ihr nicht mit einem kalten Motor startet. Etwas seltener sind elektrische Standheizungen, die die Energie meist der Batterie entnehmen.

Die Standheizung schaltet ihr klassisch per Funkfernsteuerung ein. Die Reichweite soll bis zu 1000 Meter betragen. Effektiv sind es oft nur 200 bis 300 Meter. So nah an der Wohnung steht in der Stadt selten ein Auto. Alternativ geht es auch per Telefonanruf, SMS oder Smartphone-App.

Tipp 7: Der elektrische Eiskratzer Kärcher EDI 4

Dies ist unser Geheimtipp. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal, dass es so etwas gibt. Kärcher bietet auch einen elektrischen Eiskratzer an – den Kärcher EDI 4.

Der elektrische Eiskratzer soll selbst dicke und hartnäckige Eisschichten schnell und mühelos entfernen. Dafür hat Kärcher eine 10 cm große Scheibe mit sechs Kunststoffklingen bestückt. Die Scheibe rotiert mit 500 Umdrehungen pro Minute (U/min) und fräst damit das Eis weg.

Kärcher EDI 4 mit Scheibe und Schaber

Auf der rotierenden Scheibe des Kärcher EDI 4 sitzen sechs Schaber, die das Eis von der Autoscheibe kratzen (Bild: Kärcher)

Der Kärcher EDI 4 ist so geformt, dass ihr die Hand bequem auflegen und das Gerät leicht und sicher führen könnt. Mit 550 Gramm ist es nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht. Wenn ihr das Gerät anhebt, stoppt es automatisch.

Der elektrische Eiskratzer von Kärcher soll keine Schlieren auf der Scheibe hinterlassen und auch keine anderen Spuren. Die Abtragscheibe könnt ihr selbst einfach austauschen. Dafür ist nicht einmal Werkzeug notwendig.

Im Kärcher EDI 4 steckt ein Lithium-Ionen-Akku, der eine Laufzeit von 15 Minuten ermöglicht. Das reicht, um ein Auto mehrmals von Eis zu befreien – oder mehrere Autos. Zum Laden nehmt ihr ihn am besten mit in die Wohnung. An der Steckdose dauert es drei Stunden, bis der Akku wieder aufgeladen ist.

Tipp 8: Andere elektrische Eiskratzer lieber nicht

Im Internet habe ich noch einen Eiskratzer von Lescars gefunden, der nach demselben Prinzip arbeitet, also mit einer rotierenden Scheibe. Doch für den halben Preis gibt es auch nur die halbe Zahl an Kunststoff-Schabern. Zudem hat er keinen Akku, sondern ein vier Meter langes Kabel, das in den Zigarettenanzünder gesteckt wird.

Dort ebenfalls habe ich einen elektrischen Eiskratzer gefunden, der nicht mit einer rotierenden Scheibe arbeitet, sondern beheizt wird. Letztlich handelt es sich um einen normalen Eiskratzer mit Kratzkante. Der Strom wird genutzt, um Wärme zu erzeugen.

Das Problem dabei ist bloß: Mit heißem Metall direkt über die Scheibe zu fahren, ist keine gute Idee. Sie könnte Schaden nehmen. Also wird ein Stück Metall erwärmt, das etwas weiter hinten auf dem Eiskratzer sitzt und somit auch kaum Wirkung zeigen kann.

Das aufgewärmte Stück Metall solltet ihr dann auch nicht auf dem Beifahrersitz legen. Sonst habt ihr Brandflecken.

Unsere Empfehlung: Ein guter Eiskratzer mit oder ohne Akku

Mancher Tipp in dieser Auflistung ist eine Warnung, es so nicht zu machen. Von Parkscheibe, CD-Hülle, EC-Karte sowie von siedend heißem Wasser raten wir dringend ab! Im schlimmsten Fall geht da etwas kaputt – mal die Parkscheibe, mal das Auto.

Wir raten auch dringend vom Kauf eines Neuwagens ab. Das hat ökologische Gründe, wäre aber auch finanziell nicht zu vertreten.

Doch was dann? Wenn euch Kälte nicht viel ausmacht und ihr auch die Kraft habt: Greift zum guten Eiskratzer aus dem Fachgeschäft. Euronics bietet zum Beispiel den Hama Eiskratzer mit Besen an.

Allen anderen – und das dürfte die Mehrheit sein – empfehlen wir den elektrischen Eiskratzer Kärcher EDI 4. Er erledigt seine Aufgabe, ohne dass ihr euch großartig anstrengen müsst. Er verwendet dafür weder Chemie noch Unmengen an Energie.

Aufs Eiskratzen verzichten, könnt ihr auf keinen Fall. Wenn ihr losfahrt und das Auto ist nicht komplett von Schnee und Eis befreit, kann es ein Bußgeld geben. Und sicherer ist es natürlich auch, wenn ihr den Durchblick habt.

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