Eero 2.0 und Eero Beacon

WLAN-Router Eero 2.0 erzeugt Mesh-Netz, überbrückt Etagen per Kabel

Die WLAN-Router Eero 2.0 formen ein Mesh-Netz, das mit Hilfe eines Netzwerkkabels sogar mehrere Stockwerke überspringen kann. Ergänzt werden sie von Eero Beacons, die Sensoren und Aktoren im Smart Home steuern.

Die Reichweite eines WLAN-Netzes ist im Eigenheim immer noch das größte Problem – vor allem wenn es bis in den Keller oder unter das Dach reichen soll. Da werden Repeater empfohlen und Richtantennen. Ein Mesh-Netz, wenn es um die Abdeckung großer Flächen geht, oder Powerline-Adapter, wenn Etagen überbrückt werden sollen. Doch wenn alles nicht hilft? Eero 2.0 bringt eine Lösung, die bislang nur in Profi-Netzwerken zu finden war: Im Mesh-WLAN werden klassische Gigabit-Netzwerkkabel genutzt, um Strecken zu überbrücken, die für das Funksignal zu weit oder undurchlässig sind – zum Beispiel die Betondecke zwischen zwei Stockwerken. Alle Familienmitglieder können sich dann auf jeder Etage im WLAN frei bewegen.

Steuerung im Smart Home

Das ist ein Fortschritt, denn um mehrere Zugangspunkte (Access Points, AP) zu verbinden, richtet ein Netgear Orbi beispielsweise eine Funkverbindung mit 1.733 Mbit/s ein. Diese wird dann nur für die interne Kommunikation genutzt. Die einzelnen Geräte im Haus verbinden sich mit dem nächsten Access Point über zwei weitere Kanäle im 2,4-GHz- und im 5-GHz-Band. Ein Eero 2.0 spannt ebenfalls drei Netze auf (1x 2,4 GHz, 2x 5 GHz), jedoch sind alle drei für den Nutzer verfügbar. Die Daten werden dafür intelligent durch das Netz geroutet, so dass keine Engpässe entstehen. Laut Hersteller soll der Datendurchsatz um 50 Prozent höher ausfallen. Ein Eero 2.0 funkt gemäß 802.11 a/b/g/n/ac mit 2×2 MU-MIMO und beherrscht auch Beamforming.

Neu sind die Eero Beacons. Sie funken nur über Dual-Band, besitzen ansonsten aber die gleichen Funkeigenschaften wie die Eero 2.0. Dafür sind sie kompakt und flexibel. Sie werden einfach in eine Steckdose gesteckt und versorgen von dort ein Zimmer oder den Flur. Ein Nachtlicht ist auch noch integriert, das mit maximal 10 Lumen den Weg weist und nach einem Zeitschema oder per App manuell an- und ausgeschaltet werden kann. Ein Eero Beacon ist damit nicht bloß ein einfacher Mesh Point im Netz, sondern erhält zusätzliche Funktionen. Er beherrscht auch den von Google entwickelten Funkstandard Thread, mit dem sich Smart-Home-Geräte energiesparsam steuern lassen. Der mag noch nicht weit verbreitet sein, aber die Idee ist klar. Technisch war das offenbar auch nicht trivial, da Thread und WLAN beide im 2,4-GHz-Band funken. Ein anderer Hersteller hat jedenfalls noch kein vergleichbares Gerät parat.

Ein Eero 2.0, ein Eero Beacon sowie verschiedene Pakete mit mehreren Geräten kosten mehrere hundert Dollar. Das ist mehr als ein einzelner Highend-WLAN-Router kostet. Doch wer einen Powerline-Adapter nach dem anderen gekauft hat, um sein Haus von oben bis unten zu vernetzen, und dann klappte es immer noch nicht reibungslos, weiß, wie teuer auch das werden kann. Der Eero 2.0 wurde nur für den US-Markt angekündigt, doch es ist damit zu rechnen, dass sowohl die WLAN-Mesh-Vernetzung mit Kabel-Backhaul bald von anderen Herstellern übernommen wird als auch die Beacons, die auch Smart-Home-Funkprotokolle beherrschen. Dann wird es spannend. Eigenheimbesitzer, die mehrere Etagen überbrücken wollen, erhalten auf jeden Fall eine interessante Alternative zu Powerline.

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