Es könnte so einfach sein... (Foto: Sven Wernicke)

Ikea Trådfri mit Philips Hue verbinden: Ärgernisse und wie ihr sie in den Griff bekommt

Die smarten Trådfri-Lampen von Ikea funktionieren jetzt auch mit dem Lichtsystem Philips Hue. Doch die Einrichtung ist unter Umständen keine spaßige. Mit diesen Tipps klappt es doch.

Gerade dann, wenn man seine Wohnung mit smarten LED-Leuchtmitteln ausstatten möchte, kann es teuer werden. Gerne gesehen sind günstigere Alternativen zu Philips Hue, von denen es durchaus einige gibt. Vor einigen Wochen haben wir bereits darüber berichtet, aber das ist nur ein Beispiel: Die Trådfri-Lampen von Ikea lassen sich sogar in bestehende Hue-Systeme integrieren. Toll – wären da nicht einige Haken.

Trådfri mit Philips Hue verbinden: Leider viele Probleme

Zwar finden sich im Netz einige Anleitungen, wie man Trådfri mit Hue zusammenbringen kann, doch eigentlich entdeckt man viel häufiger Käufer mit Problemen und Schwierigkeiten bei der Installation und der alltäglichen Verwendung. Fakt ist: Erst ab der Charge 1721 könnt ihr sie mit Hue verbinden – eine entsprechende Kennzeichnung findet ihr auf der Verpackung jeder Trådfri-Lampe.

Die Charge-Nummer steht auf der Packung. (Foto: Sven Wernicke)

Die Charge-Nummer steht auf der Packung. (Foto: Sven Wernicke)

Solltet ihr ältere Trådfri-Leuchten erwerben, benötigt ihr noch einen ausschließlich bei Ikea erhältlichen Trådfri-Gateway, mit dem ihr die Firmware der Lampen aktualisieren müsst. Dumm nur, dass dieses Gerät 30 Euro kostet und vielerorts nicht lieferbar ist.

Schlimmer noch war in meinem Fall: Ich kaufte mir eine Trådfri LED mit E27-Fassung, die zu Beginn natürlich nicht von Hue erkannt wurde. Und damit begann die kleine Frust-Phase…

Ihr braucht einen Gateway, um ältere Lampen von Ikea zu aktualisieren. Unpraktisch. (Foto: Ikea)

Ihr braucht einen Gateway, um ältere Lampen von Ikea zu aktualisieren. Unpraktisch. (Foto: Ikea)

Was tun, wenn Trådfri bei Philips Hue nicht erkannt wird?

Um es zu betonen: Offiziell unterstützt Trådfri das Hue-Konzept bereits, auf der deutschen Ikea-Webseite finden sich ein paar Details hierzu. Ich rechnete damit, etwas herumbasteln zu müssen. Die Lösung aber war seltsam.

Trådfri und Hue nutzen beide den Funkstandard Zigbee, den wir euch hier im Blog auch schon vorgestellt haben. Theoretisch wäre es also kein Aufwand, einfach und unkompliziert über Zigbee zu kommunizieren. Praktisch dagegen ist es nicht so simpel. Trotz aktueller Ikea-Leuchte half nur das kaum kommunizierte „Touchlink“-Feature. Bei dem muss sich die zu koppelnde Lampe in einem eingeschalteten Zustand maximal 30 Zentimeter von der Hue Bridge befinden. Bei einer LED mit E27-Fassung und der Bridge hinter dem Schrank in der Nähe des Routers war das schon eine Herausforderung.

Die App Hue Essentials ist wirklich hilfreich. (Foto: Screenshot)

Die App Hue Essentials ist wirklich hilfreich. (Foto: Screenshot)

Tatsächlich klappte aber genau das tatsächlich. Zuerst solltet ihr die Trådfri LED resetten (6x ein- und ausschalten), danach bringt ihr sie zur Hue Bridge. Sollte in der Hue-App für iOS oder Android keine Trådfri entdeckt werden, greift alternativ zur Anwendung Lamp Finder (hier für Windows, Linux, macOS erhältlich). Mein persönlicher Ratschlag: Nehmt die Android-App Hue Essentials, mit der ihr zugleich eine ausführliche Einrichtung vornehmen könnt, die von der offiziellen Hue-App übernommen wird.

Immerhin: Nachdem ich meine Stehlampe aus dem Wohnzimmer ins Arbeitszimmer zur Hue Bridge geschleppt hatte und die Trådfri-LED in unmittelbare Nähe zum Leuchten bringen konnte, wurde sie registriert. Seitdem ist sie ansprechbar und Teil meiner Hue-Installation.

Trådfri mit Hue läuft nicht rund

Funktioniert jetzt wenigstens alles? Nun, sagen wir einmal: fast alles. Individuell in der Hue-App erstellte Licht-Szenen können teils nicht ordnungsgemäß aufgerufen werden. Speziell bei dem Wechsel zwischen Szenen werden veränderte Helligkeiten nicht berücksichtigt. Und gegenüber meinen Hue-Leuchten wirken die Farbtemperaturen nicht ganz so überzeugend, von den dezenten Verzögerungen beim Ein- und Ausschalten ganz zu schweigen.

Das nächste Mal doch besser wieder eine originale Hue-Lampe? (Foto: Philips)

Das nächste Mal doch besser wieder eine originale Hue-Lampe? (Foto: Philips)

Oder anders gesagt: Ganz glücklich bin ich mit Trådfri nicht, jedenfalls wenn ich dagegen sehe, wie intuitiv das Einfügen zusätzlicher Hue-Lampen in das bestehende Lichtkonzept funktionieren kann.

Die Ursachen für solche Ärgernisse? Es kann an Philips oder Ikea liegen – wer weiß das schon so genau? Vielleicht wird alles mit künftigen Firmware-Updates besser? Denkbar. Und wünschenswert. Doch ohne Trådfri Gateway werdet ihr bereits vorhandene LEDs nicht aktualisieren können. Auch doof.

Auf der Habenseite spare ich mit Trådfri ordentlich Geld, die Ikea-E27-Lampe ist erstaunlich hell und lässt sich auch über Hue mit Alexa steuern. In meinem Fall kommt ein auch bei Euronics.de verfügbarer Echo Dot zum Einsatz, der in der Küche ein altes Retro-Radio fit für Streaming und Sprachassistenten gemacht hat (ja, das geht) und eben das Licht kontrolliert.

Eine Empfehlung: Bei Hue bleiben

Klar, gegenüber einer originalen Hue-Lampe spare ich im Einzelkauf einer Trådfri-LED (E27, Weißspektrum) mindestens 10 Euro. Das ist nicht gerade wenig, zweifelsohne. In Anbetracht der Tatsache, dass ich einen Abend mit der Installation beschäftigt war und die Lampe nicht ganz so perfekt funktioniert, wie ich es mir erhofft hatte, würde ich das nächste Mal aber wieder zu Hue greifen.

Es könnte so einfach sein... (Foto: Sven Wernicke)

Es könnte so einfach sein… (Foto: Sven Wernicke)

Ehrlich: Auf diese Frickelei habe ich echt keine Lust. Und aktuell ist es nichts anderes. Es ist gut möglich, dass andere Anwender viel einfacher ans Ziel gelangen – ich gehöre leider nicht dazu. Dabei hätte es so schön sein können: Kostengünstiger das Smart Home noch smarter machen. Aber lieber greife ich künftig zu einem ausgereiften Produkt, als mich stundenlang herumzuärgern.

Ich möchte auch eine Lanze für Hue brechen, nicht nur weil ich ohnehin ein Fan des Systems bin. Werft einen Blick auf Bundles. Manchmal gibt’s beispielsweise die auch bei Euronics.de erhältlichen LED E27 White Ambiance-Leuchtmittel in Zweierpacks oder anderen Paketen – und dann schrumpft der Preisvorteil weiter, den Trådfri sonst bietet.

Habt ihr Erfahrungen mit Trådfri und Philips Hue gesammelt? Schreibt sie gerne in den Kommentar-Bereich.

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6 Kommentare zu “Ikea Trådfri mit Philips Hue verbinden: Ärgernisse und wie ihr sie in den Griff bekommt
  1. Dass mit der Helligkeit passierte bei mir auch, weswegen ich die 2 Tradfri Lampen gegen Philips Hue getauscht habe. IKEA muss nachbessern, denn Philips Hue gibt ja die Befehle nicht anders aus. Philips Hue zeigt sogar die geänderte Sollhelligkeit an, aber erst, wenn man den Helligkeitsregler nochmal antippt, reagieren die Tradfri Lampen. Sollte es in Zukunft ein Tradfri Update geben, würde uch ggf. nochmal welche kaufen (warm weiß). Aber nur, wenn die ab Werk schon richtig funktionieren.

    • Natürlich ist IKEA Schuld, dass die Tradfri Lampen nicht richtig in Philips Hue reagieren! Philips Hue war zuerst da und ist eine offene Plattform für andere. Die anderen müssen ihre Produkte Philips Hue anpassen .

  2. Sehr schöner Beitrag! Allerdings frage ich mich immer, warum man unbedingt Ikea Tradfri mit Philips Hue nutzen muss/will…denn mittlerweile funktioniert die Steuerung mit Alexa und Apple HomeKit mit dem Gateway von Ikea problemlos. Per Google Home sollen die Lampen auch bald steuerbar sein.
    Ein Argument könnte sein, dass man alle Geräte nur über eine App steuern will, aber wer steuert denn seine Lampen schon über eine App. Ich und alle anderen Personen die ich kenne Steuern ihr SmartHome nur mit Alexa/Google Home. Außerdem kann man ALLE smarten Lampen in der Alexa-App steuern, egal mit welchem Gateway sie verbunden sind.
    Ich wüsste gerne, warum man nun also Tradfri-Lampen mit einer Hue-Bridge verbinden sollte. Ich habe sogar meine Hue-Lampen in mein Ikea-Tradfri-Gateway eingebunden, da fast all meine Lampen von Ikea kommen. Integration von Hue-Lampen in das Tradfri-Gateway funktioniert problemlos!

    • Eigentlich beantwortest du deine Frage schon selbst. 🙂 Wenn du komplett auf Ikea Tradfri setzt, brauchst du natürlich keine Hue-Bridge. Aber: Hue war (so gesehen ja Jahre) früher als Ikea am Markt, d.h. sehr viele Menschen besitzen Hue-Leuchten mit entsprechender Bridge. Und nicht jeder hat sich ein Echo Plus gekauft, sondern nur einen Dot. Und auch sehr viele Menschen besitzen kein iPhone und damit auch kein HomeKit. Wenn man eine Hue-Bridge besitzt, möchte man auch nicht unbedingt noch ein Ikea Tradfri-Gateway kaufen, wenn es ggf. auch gut so gehen könnte.

      Oder um es anders zu sagen: Der Text richtet sich schon verstärkt an diejenigen, die ein Hue-System daheim haben und dieses erweitern wollen. Ich halte diese Konstellation dann doch für nicht ungewöhnlich. 🙂 Ikea Tradfri ist in dieser Konstellation leider nicht das Optimum. Denkbar wäre dann ein Umstieg, also Kauf eines Tradfri-Gateways und Integration der Hue-Leuchten. Wie du es sagst. Oder man lässt die Hue-Bridge weg und nimmt einen Echo Plus für die Sprachsteuerung. Ist natürlich (wie auch bei Homekit) schwierig, weil sich die Lampen so nicht aktualisieren lassen.

      Findest du das so ingesamt so abwegig? 🙂 Eine Steuerung via App finde ich aber auch nicht spannend, da stimme ich absolut zu.

    • Warum ich keine IKEA Bridge haben will? Ich habe ja schon die Philips Bridge. Ich fände ws nicht so toll, wenn ich mehrere Gateways in Betrieb haben müsste. Außerdem gibt es für Philips Hue so viele Apps. Mit iConnecthue wird fast jedes Bedürfnis abgedeckt bzgl. Schalterprogrammierung, Bewegungsmelder und Automation. Und das alles ist auf der Philips Bridge gespeichert. Also muss unser Ipad (Homekit Hub) im Urlaub nicht zu Hause bleiben. Dass Tradfri nicht über Philips Hue Homekit kompatibel ist, finde ich zwar nicht so toll, aber bei manchen Lampen braucht man das ja auch nicht. Im Schlafzimmer brauchen wir nur Automation und eine Fernbedienung.

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