Sony Xperia Touch (Bild: Sony)

Der Sony Xperia Touch projeziert ein Bild auf den Tisch – inklusive Touchscreen

In der Küche projeziert der Sony Xperia Touch Rezepte auf Arbeitsflächen, die von Mehl bedeckt sind. Mit klebrigen Fingern lässt sich dann auch noch scrollen und zum Dessert vorblättern. Wie praktisch ist das denn?

Großer Bildschirm auf dem Schreibtisch oder im Wohnzimmer? Kleiner Touchscreen immer mit dabei? Das war einmal. Sony hat einen Beamer entwickelt, der reagiert, wenn ihr eure Hände über das Bild bewegt – ein mobiler Touchscreen, der sich auf den Tisch, aber auch an die Wand projizieren lässt. Der Sony Xperia Touch wurde bereits zur CES, LivingKitchen und jetzt auch beim MWC 2017 gezeigt. Im letzten Jahr konnte eine frühe Version schon als Xperia Projector bewundert werden. Doch jetzt zu den Details.

Steuerung per Touch und Gesten

Der Sony Xperia Touch ist ein Kurzdistanz-Beamer und wird deshalb nicht mit großem Abstand vor die Wand gestellt wie früher der Diaprojektor, sondern direkt auf die Fläche oder unmittelbar vor die Wand. Die SXRD-Technik erzeugt ein Bild mit 1,366 x 768 Pixeln, wahlweise horizontal oder vertikal. Auf einer Fläche kann die Projektion bis zu 23 Zoll groß sein, an der Wand bis zu 80 Zoll, wobei der Trapez- oder Keystone-Effekt automatisch korrigiert wird. Ihr seht also stets ein rechteckiges Bild. Die Helligkeit beträgt 100 Lumen, der Kontrast 4.000:1. Das sind keine überragenden Werte, für die kurze Distanz scheinen sie aber zu reichen.

Eine 13-MP-Kamera im Sony Xperia Touch erfasst Bewegungen mit 60 Bildern pro Sekunde, unterstützt von mehreren Infrarot-Sensoren. Wenn ein Finger eine klickbare Fläche im Bild berührt, reagiert die App genauso wie bei einem Touchscreen. Sogar Multitouch-Gesten mit zehn Fingern sind möglich. Darüber hinaus hat Sony noch Gesten erfunden, die über das Android-Repertoire hinausgehen: Im Audioplayer lässt eine Kreisbewegung den Lautstärke-Regler erscheinen. Eine Wischbewegung über dem Albumcover startet den nächsten Song. Allerdings funktioniert die Touchsteuerung nur bei der Projektion des kleinen Bildes (z.B. auf einen Tisch), nicht im großen Format an der Wand. Dann ist aber die Sprachsteuerung über Google Now möglich („Ok, Google“).

Rezepte auf dem Küchentisch

Bei einem Gewicht von 932 Gramm (bei 69 x 134 x 143 Millimetern) ist der Sony Xperia Touch wirklich mobil. Problemlos lässt er sich in den Raum tragen, in dem er gerade gebraucht wird. Dort wird er normalerweise mit der Steckdose verbunden, der eingebaute Akku kann aber auch bis zu eine Stunde ohne Stromzufuhr überbrücken. Zum Prozessor hat sich Sony noch nicht geäußert. Ergänzt wird dieser von 3 GB RAM, 32 GB Speicher (erweiterbar per Micro-SD-Karte), WLAN ac, Bluetooth 4.2, NFC, USB-C, Micro-HDMI und Stereo-Lautsprechern. Als Betriebssystem kommt Android 7 Nougat zum Einsatz. Apps lassen sich über den Google Play Store sowie über PlayStation 4 Remote Play beziehen.

Mit dem Sony Xperia Touch kann ein Tisch auch zum Brettspiel 2.0 werden (Bild: Sony)

Mit dem Sony Xperia Touch kann ein Tisch auch zum Brettspiel 2.0 werden (Bild: Sony)

Was könnt ihr mit dem Sony Xperia Touch alles anstellen? Als Film-Projektor im Heimkino ist er nicht wirklich geeignet. Ab und zu geht das, aber ihr müsst den Projektor dann auf einen Tisch stellen, der direkt vor der Wand steht. Das ist auch nicht das, woran Sony gedacht hat. Die Pressebilder zeigen den Mini-Beamer vor allem in der Küche, wo die Technik ganz klar ihren Vorteil ausspielt: Dreckige Finger hinterlassen auf dem Touchscreen keine Spuren. Auch Spiele mit mehreren Personen an einem Tisch, kann sich Sony vorstellen. Dank des Näherungssensors lässt sich der Xperia Touch zudem automatisch einschalten, wenn jemand den Raum betritt. Neben einer Uhr könnte dann zum Beispiel der Kalender für die ganze Familie eingeblendet werden.

Ein stolzer Preis

Eigentlich eine coole Idee, vor allem in der Küche, wo ich immer noch mit meinem Smartphone zugange bin. Der Sony Xperia Touch würde zwar ein größeres Bild erzeugen, in meiner kleinen Küche hätte ich aber keinen Platz dafür, nicht einmal an einer Wand. Und falls doch noch ein Tisch frei wäre oder ein Eckchen auf der Arbeitsplatte, ich würde ihn schnell mit Töpfen und Pfannen zustellen. Mit einen Preis von 1.499 Euro (ab Frühjahr 2017) ist mir der Küchen-Beamer auch noch einiges zu teuer. Da würde ich mir eher einen tollen Herd mit Induktion zulegen.

Auch als schwarzes Brett für die Familie taugt der Sony Xperia Touch (Bild: Sony)

Auch als schwarzes Brett für die Familie taugt der Sony Xperia Touch (Bild: Sony)

Eine schicke, wenn auch einfachere Alternative ist der Touch Stone, bei dem ein Touchpad in die Arbeitsplatte eingelassen ist. Auch dort lässt sich die Oberfläche mit Fingern bedienen, an denen Teig klebt. Die ersten Geräte in der Küche können aber auch schon per Sprache gesteuert werden. LG hat kürzlich einen Kühlschrank mit Alexa vorgestellt. Was sich in naher Zukunft in der Küche verändert, ist also weniger das Kochen, als vielmehr die Art, wie wir in der Küche kommunizieren.

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