Nach Beleidigungen: Spielentwickler will Arbeit an Millionenprojekt FEZ II beenden

Nach Beleidigungen: Spielentwickler will Arbeit an Millionenprojekt FEZ II beenden

„FEZ II is cancelled.
i am done.
i take the money and i run.
this is as much as i can stomach.
this is isn’t the result of any one thing, but the end of a long, bloody campaign.
you win.“

Diese sechs Zeilen sind das traurige Ergebnis eines wilden Schlagabtauschs zwischen Indie-Entwickler Phil Fish und Journalist Marcus Beer. In einer Gameshow hatte Beer Fish aufs Härteste beleidigt. Grund hierfür war, dass Polytron, die Firma hinter dem Indiegame-Erfolg FEZ, nicht bereit war, eine Stellungnahme zur Veröffentlichung von Indie-Titeln auf der Xbox zu veröffentlichen.

Laut Beer sei man aber praktisch dazu verpflichtet, wenn man in der Öffentlichkeit stehe und quasi das Aushängeschild der Indieszene darstelle. Der Streit eskalierte danach auf Twitter. Es gab wüste Beschimpfungen und die Öffentlichkeit schaute dabei zu.

Beschimpfungen auf Twitter – das Ende von FEZ II?

Am Ende stellte Fish seinen Twitteraccount auf privat, sodass seine Tweets nur durch jene gelesen werden können, die mit ihm schon vorher verknüpft waren. Nachdem er auf Twitter bereits angekündigt hatte, die Entwicklung für FEZ II einstellen zu wollen („im done. FEZ II is canceled. goodbye“), folgte der oben zitierte Blogeintrag auf der Firmenwebseite seines Entwicklerstudios.

Auch Fish reagiert gern über

Ein Streit, der wegen einer Nichtigkeit, verletzter Egos und der Dickköpfigkeit zweier Männer in der Öffentlichtkeit eskalierte. Phil Fish ist aber kein Unschuldslamm. Er gilt in der Öffentlichkeit als aufbrausend, überemotional und manchmal vorschnell in seinen Entscheidungen. So äußerte er sich in der Vergangenheit lautstark und explizit über schlechte japanische Spiele. Nach dem Erfolg von FEZ auf der Xbox beleidigte er PC-Spieler. FEZ werde nie für den PC erscheinen, weil es dafür nicht entwickelt wurde. PCs seien für Tabellenkalkulationen – nicht für Spiele. Diese Entscheidung revidierte er, denn FEZ erschien im April, ein Jahr nach der Veröffentlichung, auch für den PC.

Das ist FEZ

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Fishs Handlungen in der Vergangenheit deuten bereits an, dass auch hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. FEZ ist ein Herzensprojekt. Der Erfolg des Spiels hat den Entwicklern erst eine breite Öffentlichkeit gebracht, gar ein Film – Indiegame – The Movie – wurde über die Entwicklung des Spiels gedreht. Spielefans dürfen also durchaus noch erwarten, dass der ebenso leidenschaftliche wie aufbrausende Gamer Fish sich wieder beruhigen und FEZ II vollenden wird.

Ton in der Berichterstattung wird härter

Diese Geschichte ist allerdings sinnbildlich für die Berichterstattung und den vorherrschenden Ton in der Spieleindustrie. Schon 2011 schrieb der ehemalige Spieleredakteur Christian Schmidt über die Verfehlungen des Spielejournalismus und wurde sehr hart von Kollegen kritisiert. Ebenso wie die Presselandschaft leidet auch der Spielejournalismus: Die Verkaufszahlen im Printbereich knicken ein, Online-Magazine fangen diese nicht im gleichen Maße auf. Eine Branche kämpft, Journalisten möchten sich behaupten, um nicht mit unterzugehen. Der Ton wird rauer.

Unklar ist, ob wirklich eine Kampagne hinter Beers Manöver steht, wie Fish das in seinem Blogpost andeutete. Dass dieser nun deswegen alles aufgibt, ist wiederum unwahrscheinlich, zumal es bei FEZ II um viel Geld und ein Lebenswerk geht. In der Branche schätzt man deswegen, dass sich beide Streithähne wieder beruhigen werden und FEZ II doch noch erscheinen wird. Auf die Rezension von Beer wartet man dann ebenso gespannt.

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