Minelab X-Terra Voyager im Test: Mit günstigem Metalldetektor auf Schatzsuche

Der X-Terra Voyager von Minelab ist nicht nur ein preisgünstiger Einstieg in die Welt der Metalldetektoren. Er bringt auch praktisches Zubehör mit. Ob wir beim Testen etwas fanden?

Minelab X-Terra Voyager im Test: Mit günstigem Metalldetektor auf Schatzsuche
Foto: Sven Wernicke

Es ist nicht leicht, in Deutschland auf Schatzsuche zu gehen. Möchtest du archäologische Kostbarkeiten ausfindig machen, brauchst du eine offizielle Genehmigung (vom jeweiligen Bundesland bzw. der Gemeinde) sowie eine Erlaubnis des Grundstückeigentümers. Anders sieht’s glücklicherweise aus, willst du verlorenen Schmuck oder Schlüssel wiederfinden. Dann ist kein bürokratischer Kraftakt nötig. Für den familienfreundlichen Einstieg auf deinem Grundstück eignet sich der X-Terra Voyager von Minelab. Der ist nicht nur schnell einsatzbereit, sondern mit dem findest du mit etwas Glück und Geschick tatsächlich etwas. Gerade für Anfänger:innen ist der Metalldetektor eine gute Wahl.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Minelab X-Terra Voyager ist ein gelungener Metalldetektor für Einsteiger:innen.
  • Punkten kann das Gerät mit reichlich Zubehör, das zum Lieferumfang gehört.
  • Leider fehlt ein gedrucktes Handbuch, ebenso hätten wir uns eine noch etwas intuitivere Bedienung gewünscht.

Das ist der X-Terra Voyager

Schön am X-Terra Voyager ist das Gewicht: Der Metalldetektor wiegt etwas über 1,3 Kilogramm, ist also für Kinder verwendbar. Auch lässt sich die Länge nach Bedarf (720 mm bis 1400 mm) anpassen.

Viel Zubehör gibt es oben drauf. (Foto: Sven Wernicke)
Viel Zubehör gibt es obendrauf. (Foto: Sven Wernicke)

Auffällig ist das große LC-Display, an dem du nicht nur Informationen abliest, sondern dank der Tasten gewünschte Einstellungen vornimmst. Passe die Empfindlichkeit an oder definiere das zu suchende Objekt, wie du es gerade brauchst.

Der X-Terra Voyager unterscheidet zwischen „Alle Metalle“ und Schmuck, ebenfalls kannst du den Metalldetektor für ein bestimmtes Metall anlernen oder ihn nach einem vorgegebenen im benutzerdefinierten Modus suchen lassen. Aktivierst du das sogenannte Pinpoint, erhöht sich die Präzision. Das soll das Entdecken verloren geglaubter Gegenstände erleichtern.

Technische Daten: Minelab X-Terra Voyager

Suchmodi:Allmetall, Schmuck, Benutzerdefiniert, Lernmodus
Display:Monochromes LCD, weiße Hintergrundbeleuchtung
Spule:11″ x 8,5″ Doppel-D Elliptisch, wasserdicht bis 1 m
Gewicht:1,3 kg (ohne Batterien)
Länge (verstellbar):72–140 cm
Batterien:2x 9V Alkaline (im Lieferumfang enthalten)
Tiefenanzeige:5-stufig (bis über 15 cm)
Lautsprecher/Kopfhörer:integriert + 3,5mm Klinke (Kabel), keine Bluetooth-Funktion
Lautstärkeregelung:3 Stufen
Diskriminationssegmente:7 Segmente
Ziel-ID:0–99 (Ferrometalle: 0–30, Nichteisenmetalle: 31–99) ​
Pinpoint-Modus:Ja

Der X-Terra Voyager ist bis 1 Meter wasserdicht, besitzt eine fünfstufige Tiefenanzeige (wie tief in der Erde steckt der „Schatz“?) und unterstützt die Verwendung von Kopfhörern über einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Alternativ verwendest du den integrierten Speaker, der über drei Lautstärke-Stufen verfügt.

Fertig aufgebaut. Das dauert keine 5 Minuten. (Foto: Sven Wernicke)
Fertig aufgebaut. Das dauert keine 5 Minuten. (Foto: Sven Wernicke)

Sehr vorbildlich ist das reichlich vorhandene Zubehör, das dem X-Terra Voyager beiliegt.

Was gehört zum Lieferumfang?

Der Hersteller Minelab legt dem X-Terra Voyager praktische Dinge bei, genau genommen:

  • Premium-Kopfhörer
  • Zusammenklappbare Schaufel mit Säge
  • Stabiler Rucksack, um alles zu verstauen
  • 2x 9V-Batterien zum sofortigen Loslegen

Solltest du auf die Bezeichnung X-Terra Voyager Tactical stoßen, handelt es sich um die spezielle Camouflaged Edition. Genau diese probierten wir im Rahmen unseres Praxistests aus.

Vor dem Start: Zusammenbau und Funktionen kennenlernen

Bevor es mit dem X-Terra Voyager losgeht, musst du ihn erst einmal zusammenbauen. Das geht flott von der Hand, die Schnellstartanleitung hilft dir. Fertig montiert ist er etwas größer als die Verpackung, daher ist der Rucksack ein echter Mehrwert. Dort kannst du das gute Stück bei Nichtgebrauch verstauen.

Was wir uns allerdings gewünscht hätten, das wären ausführlichere Informationen darüber, wie du beim X-Terra Voyager Einstellungen vornimmst und was die auf dem Display dargestellten Informationen konkret bedeuten. Zu Beginn bist du also mehr damit beschäftigt, auszuprobieren und dir das nötige Wissen bzw. Verständnis anzueignen. Abgesehen von den standardmäßig sehr lauten „Piep“-Geräuschen ist das aber durchaus spaßig und ein klarer Fall von „learning by doing“.  Trotzdem: Bei einem Gerät wie diesem wäre ein gedrucktes Handbuch praktisch, als PDF gibt’s dieses aber direkt bei Minelab.

Leider bekommst du keine gedruckte Anleitung, wie der X-Terra Voyager bedient wird. (Foto: Sven Wernicke)
Leider bekommst du keine gedruckte Anleitung, wie der X-Terra Voyager bedient wird. (Foto: Sven Wernicke)

Ein wenig verwirrend ist das Hangeln durch die Optionen, daher unsere Empfehlung: Wähle zu Beginn als Suchmodus „Alle Metalle“ (Hufeisen) und hohe Empfindlichkeit, um langsam ein Gefühl zu bekommen, wie der Voyager funktioniert.

Auf Schatzsuche mit dem Minelab X-Terra Voyager

Interessant am Voyager sind zwei Aspekte, die dir beim Suchen von „Schätzen“ helfen können: Die angezeigte Objektidentifikationsnummer gibt an, ob es sich bei dem Gegenstand um eisenhaltiges Metall handelt oder nicht. Erwähnter Pinpoint hilft auf Knopfdruck dabei, das Objekt besser aufzuspüren bzw. diesem näher zu kommen. Wichtig ist auch: Die Spule muss gleichmäßig über den Boden bewegt werden, damit sie überhaupt etwas wahrnimmt. Bleibst du ruhig stehen, kann der Voyager auch nichts erkennen.

Was wird da angezeigt? Das erfährst du nach und nach. (Foto: Sven Wernicke)
Was wird da angezeigt? Das erfährst du nach und nach. (Foto: Sven Wernicke)

Auf dem Display ist eine Anzeige vorhanden, die dir mitteilt, wie tief der Schatz womöglich vergraben ist. Bis über 15 Zentimeter Tiefe kann der Voyager wahrnehmen – in der Theorie.

In der Praxis ist das alles etwas anders. Denn der X-Terra Voyager ist ein empfindlicher Detektor, der unentwegt nach Metallen sucht. Kontinuierliche und unterschiedliche Piepgeräusche geben Aufschluss darüber, was sich im Boden befinden könnte. Genauso zeigt dir das Display die Objektidentifikationsnummer an, die die Art des Gegenstands andeutet. Nur diese Informationen ändern sich ständig, sodass es doch etwas dauert, bis sich das Grundprinzip erschlossen hat.

Den Spaten finden wir wirklich toll und praktisch. (Foto: Sven Wernicke)
Den Spaten finden wir wirklich toll und praktisch. (Foto: Sven Wernicke)

Aber: Bei unseren Tests erkannte der X-Terra Voyager nicht nur alte Eisenrohre in der Erde, sondern auch vergrabenes Kleingeld, einen Flaschenverschluss und ein paar Steine, die offenbar Metall enthielten. Dinge von echtem Wert fanden wir zwar nicht, aber man muss auch klar sagen: Zufall und Glück spielen natürlich auch hier eine große Rolle.

Günstig vs. teuer: X-Terra Voyager gegen X-Terra Elite

Der X-Terra Voyager kostet keine 150 Euro – und hat zudem noch nettes Zubehör inklusive. Was bietet ein Metalldetektor für deutlich mehr Geld, zum Beispiel der X-Terra Elite für um die 500 Euro? Tatsächlich sind die Unterschiede recht groß, einer davon: die Verarbeitung.

Im Vergleich zu einem 3x teureren Metalldetektor ist auch das Display eher einfach gehalten. (Foto: Sven Wernicke)
Im Vergleich zu einem 3x teureren Metalldetektor ist auch das Display eher einfach gehalten. (Foto: Sven Wernicke)

Der kostspieligere Detektor punktet mit einer robusteren Bauweise und einem erhöhten Tragekomfort. Auch wirkt der X-Terra Elite im Gesamten eine Ecke hochwertiger.

Doch letztlich stellt sich beim Test beider Geräte schnell heraus, dass der X-Terra Elite deutlich komplexer ist. Du wählst Suchmodi aus, entscheidest dich für Bodenabgleich und individuelle Objekttöne oder konfigurierst das Gerät extrem individuell nach eigenen Bedürfnissen. Du erhältst viele Funktionen und ebenfalls einen integrierten Akku mit USB-Ladekabel.

Klar merkst du, dass der Voyager "nur" um die 150 Euro kostet. Aber gerade für den Anfang ist das Gerät optimal geeignet. (Foto: Sven Wernicke)
Klar merkst du, dass der Voyager „nur“ um die 150 Euro kostet. Aber gerade für den Anfang ist das Gerät optimal geeignet. (Foto: Sven Wernicke)

Obwohl der X-Terra Voyager zu Beginn Einarbeitung von dir abverlangt, ist er im Vergleich zu einer mehr als dreimal so teuren Alternative eines: extrem einsteigerfreundlich. Mit diesem Gadget kann die ganze Familie etwas anfangen und gemeinsam Abenteuer erleben – ohne großen Aufwand geht’s direkt nach dem Einschalten los. Klar, ein Profigerät mag präziser sein und mehr finden, aber es ist schwieriger zu bedienen, du musst dich intensiv mit den Optionen auseinandersetzen und deutlich mehr Geld investieren.

Nicht irrelevant: Der X-Terra Voyager ist gegenüber einem höherwertigeren Gerät ungenauer – vor allem bezogen auf die korrekte Tiefenerkennung und die Art der erkannten Metalle.

Fazit: Minelab X-Terra Voyager ideal für Einsteiger:innen

Auch wenn wir keinen echten Schatz gefunden haben und es natürlich deutlich teurere und anspruchsvollere Metalldetektoren gibt, so hat uns der Minelab X-Terra Voyager gefallen. Denn mit ihm kommen auch schon größere Kinder gut klar, generell eignet sich das „Spielzeug“ perfekt für den Anfang.

Einstellungsmöglichkeiten bietet auch der X-Terra Voyager zu Genüge. Wer etwas experimentieren möchte, kommt also ebenfalls auf seine Kosten.

Richtig gut finden wir das Gesamtpaket: Detektor, Tasche, cooler Mini-Spaten, Kopfhörer – es ist alles dabei, was du zum Start brauchst.

Wir hatten viel Spaß mit dem X-Terra Voyager. (Foto: Sven Wernicke)
Wir hatten viel Spaß mit dem X-Terra Voyager. (Foto: Sven Wernicke)

Gefreut hätten wir uns über eine gedruckte Version des Handbuchs und eine selbsterklärende Menüführung auf dem Display. Doch damit kannst du dich arrangieren – wirklich schwerwiegende Makel sind das nicht.

Möchtest du in die spannende Welt der Schatzsucherei einsteigen, ohne dafür zu viel Geld ausgeben zu müssen, bist du beim Minelab X-Terra Voyager genau richtig. Für Profis mag er vielleicht nicht genügend Funktionsumfang und Präzision bieten, doch wer in den Bereich erst einmal reinschnuppern möchte, muss dafür nicht unverhältnismäßig viel Geld ausgeben.

Unsere Bewertung
  • Preisgünstiger Einstieg
  • Reichlich Zubehör vorhanden
  • Ideal für Einsteiger:innen und die ganze Familie
  • Gedrucktes Handbuch fehlt
  • Zu Beginn verwirrende Bedienung
  • Gegenüber kostspieligeren Geräten ungenauer

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3 Kommentare zu “Minelab X-Terra Voyager im Test: Mit günstigem Metalldetektor auf Schatzsuche

  1. Wer billig kauft, kauft zweimal. Hab das Gerät nach wenigen Wochen im Einsatz verflucht und mich dann glücklicherweise auf ein Markengerät beraten lassen. Bin jetzt sehr zufrieden und hab endlich Spaß am Hobby.

  2. In NRW gibt es ein neues Gesetz, ohne Suchgenehmigung darf auch auf privatem Grundstücken kein Metalldetektor genutzt werden auch nicht für Schlüssel oder Kabelsuche. Mit einer Suchgenehmigung darf man weder auf Wiesen noch im Wald suchen. Auf freiem Gelände ist der Eigentümer auszumachen und um Zutritt gebeten werden. Vorzeigen der Suchgenehmigung ist Pflicht.
    Informationen beim LWL Archäologie.

    1. Ja, das ist auch von Bundesland zu Bundesland (leicht) verschieden. Aber natürlich darf man auf seinem eigenen Grundstück suchen oder eben eine solche Genehmigung einholen. Dass das Schatzsuchen negative Folgen haben kann, sieht man aktuell beispielsweise in Polen (https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/land-leute/polen-schatzsucher-schatzjaeger-metalldetektor-archaeologie-100.html). Folglich müssen da gesetzliche Regelungen sein, persönlich finde ich das okay (wie z.B. bei Drohnen). In Deutschland ist es meiner Meinung nach allerdings etwas zu streng, hier könnte man die Gesetze durchaus offener gestalten…

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