Der Minelab X-Terra Elite kostet um die 500 Euro. Das mag für Einsteiger:innen, die in den packenden Bereich der Metalldetektoren reinschnuppern wollen, doch etwas viel sein. Hier empfehlen sich eher günstigere Varianten wie der Minelab X-Terra Voyager. Der Elite dagegen möchte all diejenigen ansprechen, die mehr Präzision und Professionalität erwarten, eine Sonde also für ernsthafteres Suchen von Verlorenem oder Schätzen wünschen. Und tatsächlich: Der X-Terra Elite beeindruckt mit einem großen Funktionsumfang und einer überzeugenden Verarbeitung. Gold und Silber haben wir mit dem guten Stück aber nicht gefunden…
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Das ist der Minelab X-Terra Elite
Im Gegensatz zu günstigen Metalldetektoren besitzt der X-Terra Elite die sogenannte Multi-IQ-Technologie. Mit mehreren Frequenzen gleichzeitig kannst du nach Objekten suchen. Ein manueller Frequenzwechsel ist damit nicht mehr nötig. Wer mag, kann aber das Gerät auch fest auf 15 kHz einstellen.

Praktisch sind die 3×2 Suchmodi. Hinzu gesellen sich 25 Empfindlichkeitsstufen, eine automatische Rauschunterdrückung, eine umfangreiche Eisenkontrolle (Eisentendenzen in 4 Stufen und Eisenvolumen in 25 Stufen einstellbar), 119 Ziel-ID-Segmente und ein fünfstufiger Tiefenindikator.
Dem Minelab X-Terra Elite siehst du sofort an, dass er nicht einfach nur ein Spielzeug sein möchte, sondern sich an Leute mit gehobenen Ansprüchen richtet. So wirkt die gesamte Konstruktion eine Ecke stabiler als zum Beispiel beim Minelab X-Terra Voyager. Ebenfalls erwartet dich ein großes Monochron-Display mit Hintergrundbeleuchtung. Und statt Batterien gibt’s beim Elite einen 5.100 mAh großen Akku samt USB-Ladegerät.

Technische Daten Minelab X-Terra Elite
| Technologie: | Multi-IQ (simultane Multifrequenz) + 15 kHz Einzelfrequenz |
| Suchmodi: | 2x Park, 2x Feld, 2x Strand (insgesamt 6 Modi) |
| Spule: | V12X Doppel-D 30×23 cm, V8X optional |
| Gewicht: | 1,3 kg |
| Länge (verstellbar): | 63–138 cm |
| Display: | Monochromes LCD, Hintergrundbeleuchtung (rot) |
| Ziel-ID Bereich: | -19 (Eisen) bis 99 (Nichteisen) |
| Empfindlichkeitsstufen: | 25 Stufen |
| Diskriminierungssegmente: | 30 Segmente |
| Lautstärke/Audio: | 25 Lautstärkestufen, Alltone, 1/2/5 Töne + Tiefenprofil |
| Eisenkontrolle: | 4-stufige Eisen-Bias, 25 Eisenvolumen-Stufen |
| Tiefenanzeige: | 5-stufig |
| Pinpoint-Modus: | Ja |
| Bodenabgleich: | Automatisch, manuell, Tracking |
| Wasserdicht: | Bis 5 Meter (IP68) |
| Akku: | Interner Li-Ion Akku, 3,7V/5100 mAh |
| Drahtloses Audio: | Ja (z. B. ML-85 Kopfhörer) |
Eine weitere Besonderheit: Der X-Terra Elite ist bis zu 5 Meter wasserdicht. Eine IP68-Zertifizierung erhielt der Metalldetektor. Sollten deine Ansprüche mit der Zeit steigen, kannst du die vorhandene V12X-Doppel-D-Spule durch eine andere ersetzen. Das Gerät ist mit allen Spulen der Equinox-Reihe kompatibel. Das heißt, du kannst den Elite noch weiter verbessern bzw. fit für andere Geländearten machen.
Alles in allem ist der Minelab X-Terra Elite in der Sonden-Mittelklasse des Herstellers angesiedelt. Und dies spürst du schon bei den ersten Gehversuchen…
Was gehört zum Lieferumfang?
Im Vergleich zu manch anderem Metalldetektor musst du beim X-Terra Elite auf beiliegendes Zubehör weitgehend verzichten. Schaufel oder Tasche zum Verstauen besorgst du dir also selbst. Zum Lieferumfang gehören:
- X-Terra Elite mit V12X Doppel-D-Spule
- Leitfaden für die ersten Schritte
- USB-Ladekabel (ohne Netzteil)
Etwas ärgerlich: Unserem Gerät lag kein für den Zusammenbau nötiger Inbusschlüssel bei. Einen solchen findet sich zwar vermutlich in nahezu jedem Haushalt, trotzdem ist das nicht kundenfreundlich.
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Vor dem Start: Zusammenbau und Funktionen kennenlernen
Die Montageanleitung ist sehr kurz gehalten und lädt damit zum Experimentieren ein. Gerade blutige Anfänger:innen dürften zu Beginn nicht ganz verstehen, wie genau das Display angebracht wird. Aber so viel kannst du nicht falsch machen, nach ein paar Minuten ist der Minelab X-Terra Elite zusammengebaut. Spätestens hier fällt dir auf: Das Gerät wirkt sehr stabil, alles sitzt und nichts wackelt. Ebenso ist der Detektor angenehm leicht.
Aber es offenbart sich auch ein Nachteil: Da das Display fest an den Stangen sitzt, lässt sich der X-Terra Elite bei Nichtgebrauch nicht einfach so in einem normalen Rucksack verstauen. Sehr viel praktischer wäre es gewesen, hätte man das Display über einen Mechanismus vom Rest der Peripherie trennen können. Das geht aber nur mit einem aufwendigen Abschrauben. Immerhin kannst du Sonde und Stangen zusammenklappen und einziehen.

Das Display besitzt elf Tasten, die andeuten: Der X-Terra Elite ist kein simples Spielzeug. Vielmehr verlangt das Gadget, dass du dich mit ihm auseinandersetzt. Besonders wichtig ist der korrekte Suchmodus: Du entscheidest dich für „Park“, „Feld“ oder „Strand“ sowie ein von zwei dazugehörigen Profilen. Das erste Profil ist stets für allgemeine Bedingungen ausgelegt, das zweite besitzt eine erhöhte Zielempfindlichkeit. Die wiederum kann ein zusätzliches Rauschen zur Folge haben, also die Suche erschweren.
Ansonsten kannst du zwischen Multi-Frequenz und 15 kHz wechseln, mit dem Pinpoint-Feature Objekte noch präziser aufspüren, die Empfindlichkeitsstufe nachjustieren und bei Bedarf das Diskriminationsmuster (alle Metalle oder bestimmte Zielobjekte) auswählen. Am Bildschirm wiederum liest du sämtliche relevanten Informationen ab, darunter die aktuelle Ziel-ID, die vermutete Tiefe des entdeckten Objekts und vieles mehr.
Sehr praktisch sind die Hintergrundbeleuchtung und die Taschenlampenfunktion, sodass du auch bei einbrechender Dunkelheit oder früh am Morgen etwas erkennen kannst. Hilfreich und ganz cool ist die Vibrationsfunktion. Du erhältst nämlich ein taktiles Feedback über den Griff des Detektors.
Optional unterstützt der Minelab X-Terra Elite kabellose Kopfhörer des Herstellers, etwa die ML 85. Oder du nimmst beliebige kabelgebundene Kopfhörer mit 3,5-mm-Anschluss.
Auf Schatzsuche mit dem Minelab X-Terra Elite
Was den Minelab X-Terra Elite so spannend macht, das ist seine Vielseitigkeit. Fehlt dir gerade etwas die Zeit oder Motivation, dann entscheidest du dich für einen der Suchmodi und beginnst das „Sondeln“. Das ist unkompliziert und einsteigerfreundlich. Voraussetzung ist allerdings, dass du die Informationen auf dem Display zumindest deuten kannst. Genau deswegen wäre eigentlich ein gedrucktes Handbuch hilfreich. Auf das verzichtet der Hersteller aber.

Darf’s ein bisschen komplexer sein, gleichst du mit den X-Terra Elite manuell mit dem Boden ab, individualisierst die Tonhöhe oder korrigierst die Wiederherstellungsgeschwindigkeit oder die Eisentendenz nach eigenen Vorstellungen.
Die Tatsache, dass du spontan loslegen oder umfangreich anpassen gleichermaßen kannst, ist unserer Auffassung nach ein Highlight des X-Terra Elite. Und da ist noch ein weiteres, an und für sich viel wichtigeres Detail: Der Metalldetektor ist überaus präzise und führte während unserer Schatzsuche etliche Male zum Erfolg. Erfolg im Sinne von „Wir haben etwas gefunden“.

An einem regnerischen Tag suchten wir an einem Feldrand nach Schätzen. Wir entdeckten bereits nach kurzer Zeit ein auffälliges Signal. Wie auf dem Display angegeben, befand sich dieses rund 20 Zentimeter im Boden. Letztlich war es wohl eine stark verrostete Dose aus Metall. Oder vielleicht doch ein Artilleriegeschoss aus dem 2. Weltkrieg? So recht konnten wir es nicht identifizieren.
Leichter waren dagegen etliche Bierdeckel und Alufolie, die wir mit dem X-Terra Elite sehr zuverlässig fanden. Richtig klasse ist auch der Pinpoint-Modus, der die Zielposition noch etwas besser wahrnimmt und so das Buddeln im besten Fall verkürzt.
Bei knapp 3 Grad und Nieselregen war uns nicht danach, die Wasserdichtigkeit vollständig auszuprobieren. Aber wir tauchten den X-Terra Elite auch in einem Bach ein und nutzten an einem kleinen sandigen Ufer die Strand-Option. Schlimm war eigentlich nur zu sehen, wie viele Bierdeckel wir aus dem sehr kühlen Nass holen mussten. Der Metalldetektor wiederum bewies, wie gut er letztlich funktioniert. Vor allem das recht präzise Anzeigen der im Boden liegenden Objekte beeindruckte uns immer wieder aufs Neue.

Trotz längerer Exkursion machte der Akku nicht schlapp. Ist er komplett aufgeladen, hält er ohne Probleme über den Tag. Die Aufladezeit beträgt knapp sechs Stunden. Das wiederum ist recht lange.
Teuer gegen günstig: X-Terra Elite vs. X-Terra Voyager
Bereits im X-Terra Voyager Test gingen wir der Frage nach, für wen sich kostspieligere Metalldetektoren eignen. Möchtest du mit deinen Kindern etwas Spaß im eigenen Garten haben, ist ein Produkt wie der X-Terra Elite zweifelsohne überdimensioniert. Dann empfiehlt sich besagter X-Terra Voyager, der für unter 150 Euro auch noch reichlich Zubehör mitbringt.
Der X-Terra Elite spielt in einer anderen Liga. 500 Euro geben die meisten Menschen nicht einfach nur so für ein amüsantes Gadget aus. Andererseits kannst du den Metalldetektor mit seinem einsteigerfreundlichen Konzept freilich auch einfach „just for fun“ einsetzen. Doch sein Potential entfaltet er, passt du ihn präzise an und stellst ihn so ein, wie es die Umgebung verlangt. Soll ein Gerät also mehr als nur ein Spielzeug sein und hast du ambitioniertere Pläne, lohnt sich der im Vergleich zum Voyager deutlich höhere Preis.
Und wir müssen es auch klar sagen: Verarbeitung, Display und Bedienung sind im Vergleich zum Voyager deutlich besser. Du merkst sofort, dass du ein wertiges Produkt in den Händen hältst.
Fazit: Für Schatzsucher:innen, die mehr wollen
Wir hatten schon mit dem X-Terra Voyager unsere Freude, doch der X-Terra Elite zeigt ganz klar, wieso sich ein höherer Preis für einen Metalldetektor lohnt. Du erhältst nicht nur eine bessere Verarbeitung, sondern auch viele zusätzliche Funktionen – angefangen bei der integrierten Lampe bis zum beleuchteten Display, der Wasserdichtheit und der Möglichkeit, schnurlose Kopfhörer zu verwenden.
Doch es ist nicht nur der gestiegene Komfort: Der X-Terra Elite wirkt hochwertig verarbeitet und kann darüber hinaus mit zahlreichen Stärken glänzen. Die Multi-IQ-Technologie und die praktischen Suchmodi erleichtern das Finden von Objekten ungemein, zugleich bietet der Detektor genügend Spielraum für erfahrenere Schatsucher:innen. Wer möchte, der ersetzt später sogar die Sonde durch eine noch höherwertigere, um so den X-Terra Elite weiter zu verbessern.

Gewünscht hätten wir uns ein abnehmbares Display, um den Elite besser verstauen zu können. Auch lädt der Akku recht lange auf. Mit einer kompakten Powerbank lässt sich die Laufzeit bei der Suche aber problemlos verlängern.
Alles in allem sind wir mit dem X-Terra Elite glücklich. Erfolge stellen sich für Laien schnell ein und erfahrenere Anwender:innen erhalten zusätzliche Optionen zum Konfigurieren. Soll’s ein gutes Gerät sein, das dich in den kommenden Jahren häufiger auf Erkundungstouren begleitet, dann triffst du mit dem X-Terra Elite die absolut richtige Wahl. Den Preis halten wir für angemessen, auch wenn du ggf. Zubehör wie Kopfhörer, Schaufel oder Tasche separat erwerben musst.
- Wertige Verarbeitung
- Einsteigerfreundliches Konzept
- Viele Einstellmöglichkeiten
- Display lässt sich nicht abnehmen
- Akku lädt sehr lange auf
- Kein Zubehör im Lieferumfang
