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Künstliche Intelligenz: Darum macht KI euer Leben besser

Die Künstliche Intelligenz wird unsere Zukunft bestimmen. Wer jetzt an finstere Szenarien, Endzeit und „Terminator“ denkt, sollte sich nicht sorgen. Ohnehin ist KI längst im Alltag angekommen und bereichert schon jetzt unser Leben.

Künstliche Intelligenz, meist mit KI (oder AI von Artificial Intelligence) abgekürzt, ist auf gewisse Weise ein Oberbegriff für sehr viele Dinge, die für uns eine Gefahr darstellen können. Roboter mit einem Eigenleben, die Menschen angreifen. Computersysteme, welche die Menschheit versklaven und ihnen eine virtuelle Realität vorgaukeln (Ich nehme die rote Pille!). Maschinen, die einfach nur Böses beabsichtigen. Nun. Wir kennen vor allem die Horrorszenarien zahlloser Science-Fiction-Filme und Computerspiele. Wenn’s darum geht, dass uns Nullen und Einsen vernichten könnten, sind Drehbuchautoren und Regisseure wirklich sehr kreativ. Und wir Anwender paranoid.

Nicht alles ist gleich KI

Doch hat eine Sprachassistentin auf meine Frage eine Antwort parat, hegt diese noch lange keine Weltherrschaftsfantasien. Es muss noch nicht einmal von einer KI die Rede sein, denn Künstliche Intelligenz bedeutet, dass ein Computerprogramm in der Lage ist, selbständig zu lernen und sich damit fortlaufend zu verbessern. Das sogenannte „Deep Learning“ der Roboter hält zunehmend in unserem Alltag Einzug, ohne dabei eine Gefahr darzustellen. Nur weil ein Staubsaugerroboter von Woche zu Woche genauer weiß, wohin er fahren soll, wird er nicht plötzlich mit einem Messer bewaffnet in der Nacht vor eurem Bett stehen.

Bereits 2012 ließ Euronics auf der IFA die Roboter tanzen. Damals war von KI kaum die Rede.

Bereits 2012 ließ Euronics auf der IFA die Roboter tanzen. Damals war von KI kaum die Rede.

Vielmehr geht es darum, dass Systeme ihren ohnehin schon spezialisierten Job immer besser machen oder gar optimale Lösungen finden – im vom Menschen gesteckten Rahmen. Vielleicht werde ich einmal von einem Schreibbot abgelöst, der durch seine KI intelligenter als ich ist und schneller tippen kann. Doch ob wir das wollen, das ist noch immer unsere Entscheidung. Falsch ist es jedenfalls, KI im Vorfeld zu verteufeln. Denn in vielen Bereichen helfen sie uns schon lange, in den nächsten Jahren werden clevere Roboter weiter an Relevanz gewinnen. Eben weil sie unser Leben verbessern, uns ungeliebte Arbeit abnehmen und sicherlich auch Spaß bereiten.

Was ist Künstliche Intelligenz? Und müssen wir Angst davor haben?

Sie werden dank KI immer schlauer

Um das noch einmal zu betonen: Wenn ihr Alexa nach dem Wetter fragt und sie euch dieses mitteilt, ist das nicht zwangsläufig eine Künstliche Intelligenz. Erkennt sie im Laufe der Zeit eure Stimme immer besser, kann sie zwischen Personen unterscheiden oder gar komplexere Gespräche mit euch führen, könnte eine KI im Spiel sein, die nicht nur Muster erkennt, sondern auf diese reagiert und so für euch das „Gesamterlebnis“ verbessert. Alle Hersteller, die solche Assistenten entwickeln, arbeiten intensiv daran, mittels KI eine höhere Qualität bei Erkennung und Kommunikation zu erreichen.

Ein Echo Dot ist nicht gleichzusetzen mit KI. (Foto: Amazon)

Ein Echo Dot ist nicht gleichzusetzen mit KI. (Foto: Amazon)

Ähnlich sieht’s bei Smartphones aus, die zum Teil sogar schon über spezielle Chips verfügen. Wozu braucht ein Smartphone einen Prozessor für Künstliche Intelligenz? Die Frage beantwortete ich schon vor Monaten an anderer Stelle. Als Vorreiter sieht sich unter anderem Huawei. Der Konzern setzt auf KI, um am Smartphone geschossene Fotos möglichst natürlich zu verschönern und somit sehr viel bessere Ergebnisse zu erzielen. Bereitet euch das Angst? Gewiss nicht, oder? Bei den sensationellen Resultaten vom Huawei P20 Pro wäre das eh unbegründet.

Das Huawei P20 Pro besitzt eine KI für Foto-Funktionen. (Foto: Huawei)

Das Huawei P20 Pro besitzt eine KI für Foto-Funktionen. (Foto: Huawei)

Kluges Smart Home

Licht ein, Licht aus. Nein, das ist keine KI. Das smarte Haus der Gegenwart und Zukunft ist ebenfalls intelligent, regelt es doch selbständig die gewünschte Temperatur oder passt sich den Gewohnheiten des Bewohners an. In diesem Bereich dürften uns in den kommenden Jahren viele Entwicklungen erwarten, die keinesfalls unserer Überwachung, sondern der Steigung unserer Lebensqualität dienen.

Eine gewisse KI besitzen auch manche Saugroboter schon. (Foto: AEG)

Eine gewisse KI besitzen auch manche Saugroboter schon. (Foto: AEG)

Wer sich einen hochwertigen Staubsaug-Roboter zulegt, beispielsweise Highend-Geräte wie den AEG RX9-1, erkennt schon, wohin die Reise geht. Selbständige Orientierung und Erkennung von Hindernissen, automatisches Aufladen, das Scannen von Räumen für die optimale Reinigung. Das ist schon lange kein simpler, ordinärer Staubsauger mehr. Das gilt auch für die günstigeren Alternativen wie dem Philips FC 8710/01.

Ganz kritiklos und frei von Skepsis solltet ihr nicht nach den neuesten KI-Geräten Ausschau halten. Wo sich zahllose Chancen offenbaren, steigt die potentielle Gefahr. Auch Sicherheitskameras werden klüger, andere Technologien können eure Verhaltensmuster erkennen und speichern – im Interesse großer Konzerne. Ich will keine Angst verbreiten. Ich möchte, dass ihr aufmerksam beobachtet, welche Nachteile KI-kontrollierte Systeme besitzen (könnten).  Von einem dystopischen Endzeitszenario sind wir glücklicherweise weit entfernt. Und es wird nie zu einem solchen kommen, wenn wir dies nicht zulassen.

Werden wir alle bald arbeitslos sein?

Schaut ihr euch die möglichen Einsatzgebiete des vom Fraunhofer-Institut entwickelten Care-o-Bot an, erkennt ihr schnell die Talente heutiger und kommender KI-Apparate. Sie werden zum Müllfahrer, Pfleger oder zur Reinigungskraft. Dort, wo Personalmangel herrscht, weil niemand die Arbeit erledigen möchte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in den nächsten Jahren eine Maschine mit Fähigkeiten eines Profis den Job übernimmt. Und wird uns das Autofahren lästig – die autonom agierenden Vehikel stehen längst in den Startlöchern.

Ist das tragisch? Ich denke nicht, sofern wir als Menschen die Kontrolle behalten. Oftmals kann uns die KI zur Seite stehen, um etwas sehr viel besser zu machen. Künstliche Intelligenz in der Krebsforschung? Bereits ein wichtiges Thema. Und hier möchte niemand zweifeln, dass das eine gute Idee ist.

Androiden und humanoide Roboter – alles Quatsch?!

Persönlich glaube ich nicht daran, dass wir in 20 Jahren mit humanoiden Robotern agieren, die aufgrund ihrer Unterdrückung revoltieren. Ein solches Szenario offenbarte vor einiger Zeit schon die schwedische Serie „Real Humans“, in eine ähnliche Richtung geht das kürzlich veröffentlichte PS4-Abenteuer „Detroit Become Human“. Androiden produzieren Autos, sind Babysitter, helfen im Haushalt und werden zu einem ganz normalen Teil der Gesellschaft. Dadurch, dass sie ihre eigenen Grenzen der Programmierung überwinden, entwickeln sich Emotionen und ein Eigenleben.

Wollen wir solche Roboter, wie in dem Spiel "Detroid Become Human" ? (Foto: Sony)

Wollen wir solche Roboter, wie in dem Spiel „Detroid Become Human“ ? (Foto: Sony)

So faszinierend und zugleich erschreckend diese Vision sein mag, derzeit sehe ich keinen konkreten Sinn, wieso wir Menschen nachbilden sollten. Wir wünschen uns Roboter, die ihnen aufgetragene Dinge erledigen, nicht aber ein Ebenbild von uns selbst. Vielmehr sehe ich sehr viele Verbesserungen bisheriger Ansätze: Alexa erlaubt vernünftige Konversationen, unsere eigenen vier Wände passen sich unseren Vorlieben an, wir lassen uns chauffieren und machen vorzugsweise die Arbeit, die uns liegt sowie beflügelt. Maschinen mit KI sind unsere Unterstützer – nicht mehr, nicht weniger.

Trotzdem: Gerade besagtes „Detroit Become Human“ wirft einen spannenden Blick auf eine Zukunft, wie sie sein könnte. Ähnlich wie  „Real Humans“ oder die eine oder andere Folge der Netflix-Serie „Black Mirror“. Dem PS4-Hit eines meiner Lieblingsstudios (den Machern von „Heavy Rain“ und „Fahrenheit“) widmet sich übrigens auch die aktuelle, hier eingebundene Folge von LVLUP!. Schau mal rein.

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