In Gedanken: Spielkonsolen sind für die Ewigkeit

Ein Freund von mir ist eifriger Sammler alter Spiele. Während viele Fans derzeit den neuen Konsolen Xbox One oder PS4 entgegen fiebern, zockt er wahlweise noch auf seiner NES oder der PlayStation II. Und hin und wieder kramt er noch seinen alten C64 raus. Hängt ganz vom Spiel ab. Er sucht sich einfach die Plattform aus, auf der ihm das Spielen am meisten Spaß gemacht hat.

Er mag ein Extrembeispiel sein, aber es gibt noch mehr Menschen in meinem Bekanntenkreis, die ihre PlayStation 2 nicht in den Keller räumen wollen oder ihrem Super Nintendo treu bleiben. Dass Nintendo in dieser Woche angekündigt hat, seine altgediente Erfolgskonsole Wii zunächst in Japan nicht mehr zu produzieren, sollte nicht überraschen, zumal es den Nachfolger Wii U längst zu kaufen gibt. Erstaunlicher ist, wie lange sich eine Konsolengeneration heutzutage noch auf dem Markt halten kann.

In sechs Jahren drei Handys und zwei Fernseher

Etwa alle sechs Jahre bringt Sony eine neue PlayStation heraus. Das Erstmodell kam 1994 auf den Markt, die PlayStation 2 folgte im Jahr 2000, die PS3 ging 2006 in den Verkauf. Diese Zyklen werden eher länger als kürzer: Der Nachfolger PS4 wird erst in diesem Weihnachtsgeschäft in Europa in den Verkauf gehen, sieben Jahre nach der PS3. Ähnliches bei Microsoft: Die mäßig erfolgreiche erste Xbox kam 2002 in Europa auf den Markt, der Verkaufsschlager Xbox 360 dann schon 2005. Bis zur Xbox One, die in diesem Weihnachtsgeschäft erscheinen wird, dauerte es aber ganze acht Jahre.

Es ist nicht so, dass es in den Jahren ohne eine neue Generation keine Weiterentwicklung gegeben hätte – die Apparate wurden kleiner, leistungsfähiger, App-fähig, mit mehr Speicher und neuen Steuergeräten wie Kinect oder Dual Shock ausgerüstet. Dennoch sind sieben oder acht Jahre in der heutigen Technikwelt eine Ewigkeit. In der gleichen Zeit hat ein durchschnittliches Wohnzimmer mehrere Fernseher verschlissen, von Röhre auf Flatscreen, von SD auf HD, von simpel auf Smart TV. Handys? Dürften wir in der gleichen Zeit bestimmt drei gekauft haben. Vom Dumb Phone aufs Smartphone. Von Single- auf Quadcore, von 3G auf 4G. Gleiches bei Computern, Tablets. Beinahe alles tauscht man in Abständen von zwei bis vier Jahren aus. Sogar mancher Kühlschrank wird eher ersetzt als eine Spielkonsole.

Erinnerungen und Spielspaß lassen sich durch nichts ersetzen

Das überrascht in Hinblick auf die Grafik-Anforderungen der Spiele und auch in Hinblick auf die Entwicklung der immer leistungshungrigeren Grafikkarten. Das überrascht, wenn man sich die Leistungssteigerung moderner CPUs vor Augen führt. Aber es überrascht nicht, wenn man an den Spielspaß denkt. Wer eine Konsole besitzt, der fühlt sich in seiner eigenen Welt, weiß, was er hat und welchen Spielspaß er dort bekommt. Er weiß, dass er auf dem PC vielleicht Spiele mit noch mehr Grafikpower spielen kann. Er weiß aber auch, dass ihm sein GTA 4, mit dem er Stunden auf der Couch verbracht hat, auf dem Rechner nicht einmal halb so viel Spaß machen würde. Spiele für eine neue Konsole noch einmal kaufen? Dann lieber Jahre später noch einmal die alte Konsole anschließen. Was man damit verbindet, sind Erinnerungen, und die lassen sich auf ein neues Gerät nicht übertragen.

Ob PS4 und Xbox One schnelle Verkaufsschlager werden, ist ungewiss. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass es wieder fünf und mehr Jahre dauern kann, bis die nächste Generation auf den Markt kommt. Und dass es dann immer noch Spieler geben wird, die den Controller ihrer PS3 nicht aus der Hand legen wollen.

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