Geforce Now im RTX-3080-Abo: Eine echte Alternative zum High-End-Gaming-PC

Wir denken GeForce Now kann im RTX-3080-Abo einen Gaming-PC ersetzen, wenn ihr mit ein paar Abstrichen in der B-Note leben könnt.

Geforce Now im RTX-3080-Abo: Eine echte Alternative zum High-End-Gaming-PC

Nvidia bietet seit Kurzem das Geforce-Now-RTX-3080-Abo an. Damit rüstet der Grafikkarten-Hersteller sein Cloud-Gaming-Angebot um eine High-End-Stufe auf. Im Grunde mietet ihr hier einen starken Gaming-PC, der die Rechenpower auf einen Bildschirm eurer Wahl streamt. 

Im RTX-3080-Abo bekommt ihr Leistung äquivalent zu einer RTX-3080-Grafikakrte mit entsprechendem Prozessor und RAM geboten. Die Karte ist momentan eine der stärksten auf dem Markt. Nvidia verspricht bis zu 1440p bei 120 FPS auf dem PC und Mac. Das klingt nach einem verlockenden Angebot. Vor allem wenn ihr bedenkt, dass die RTX 3080 momentan durch den Chip-Mangel kaum zu bekommen ist. Wenn ihr doch mal die Chance habt, eine zu erstehen, zahlt ihr in der Regel gerne das Doppelte des Herstellerpreises. 

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Der Preis spricht fürs Abo: 200 Euro im Jahr sind nicht zu viel 

Momentan habe ich eine RTX 2060 in meinem Gaming-PC. Die ist ganz in Ordnung und lässt auch neue Spiele gut aussehen, aber mit der Karte kann ich nicht alle Grafikeinstellungen auf Ultra setzen und trotzdem noch annehmbare Frames in aktuellen Triple-A-Titeln bekommen. Darum wollte ich meinen PC mit einer RTX-3080-Grafikkarte aufrüsten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, wie schlecht es zurzeit um den Grafikkartenmarkt bestellt ist. 

Die RTX 3080 habe ich in gar keinem Online-Shop gefunden. Im Angebot waren nur die 3080 Ti oder die 3070 und 3070 Ti, natürlich alle zu absolut horrenden Preisen. Die 3080 Ti ist mir allerdings zu teuer und die 3070 und 3070 Ti haben mir zu wenig Leistung im Vergleich zur RTX 3080. Ich habe mich also schon mit dem Gedanken angefreundet, ein paar Monate (oder Jahre) zu warten, bis es leistungsstarke Grafikkarten wieder zu annehmbaren Preisen gibt. 

Dann bin ich allerdings auf das RTX-3080-Abo von GeForce Now gestoßen. Hier bekomme ich die Leistung der Grafikkarte, ohne die Grafikkarte kaufen zu müssen. Es scheint perfekt. Das Abo gibt es leider nur im 6-Monate-Paket für 99,99 Euro. Das scheint im ersten Moment viel, ist es aber gar nicht, wenn ihr euch anschaut, was ihr bekommt. 

Nvidia hat sogar ein Gratis-Angebot. Quelle: Nvidia

Auf Nvidias offizieller Webseite ist die RTX 3080 momentan mit 719 Euro ausgeschrieben, aber nicht verfügbar. Das nächste günstigste Angebot, auf das Nvidia verweist, kostet rund 1.200 Euro, aber auch hier ist die Karte nicht verfügbar. Wenn ich trotzdem davon ausgehe, dass ich eine RTX 3080 “günstig” für 1.200 Euro bekomme, kann ich für den gleichen Preis sechs Jahre lang das GeForce Now 3080-Abo nutzen. Und da bekomme ich nicht nur die Grafikkarte, sondern einen kompletten Gaming-PC in der Cloud. 

Preislich habe ich mit dem Abo also einen klaren Vorteil verglichen mit dem Kauf der Grafikkarte. 

Preis ist nicht alles beim Gaming-PC

Natürlich hat Cloud-Gaming auch seine Nachteile gegenüber einem physischen Gaming-PC im Wohnzimmer. Um die Daten schnell zu übertragen, braucht ihr eine schnelle Internetverbindung. Wenn ihr mit 1440p bei 120 FPS zocken wollt, sollten es laut Nvidia mindestens 35 Mbit/s sein. Ich spiele mit dem RTX-3080-Abo seit einigen Tagen mit einer Verbindung mit 100 Mbit/s und bekomme in der Regel ein sehr gutes Bild und viele Frames. 

Hin und wieder wird die Verbindung instabil oder das Bild ruckelt etwas, das ist kaum zu vermeiden. In vielen Teilen in Deutschland ist eine Internetverbindung mit 50 Mbit/s oder mehr allerdings gar nicht verfügbar. Wodurch sich das 3080-Abo hier wahrscheinlich nicht lohnt. Hier würde sich eher das kostenlose Angebot oder das Priority-Abo empfehlen. Ich habe Googles Stadia mal mit einer Leitung von 16 Mbit/s getestet und es lief gar nicht so schlecht wie erwartet. 

Oft wird der Input-Lag als größter Nachteil beim Cloud-Gaming zitiert. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich mit dem GeForce-Now-3080-Abo keinen spürbaren Input-Lag hatte. Das Controller-Feedback konnte ich kaum von einem auf meiner Festplatte installierten Spiel unterscheiden. Und hier kommen zwei weitere Vorteile des Cloud-Gaming: Ich muss die Spiele nicht auf meiner Festplatte installiert haben und sie werden durch Nvidia auf deren Servern upgedatet. Das spart mir Zeit und ordentlich Festplattenspeicher. 

Dafür muss ich allerdings in Kauf nehmen, dass ich nicht alle Spiele über GeForce Now spielen kann. Momentan sind über 1.000 Spiele verfügbar und es kommen jede Woche neue Games dazu, allerdings bin ich auch auf diese Spiele beschränkt. Die Spiele sind auch nicht im Abo enthalten, sondern ich muss sie separat auf Steam, im Epic-Store oder bei Ubisoft kaufen. Erst dann kann ich sie über Geforce Now starten. 

Ein Vorteil des Cloud-Gaming muss ich hier noch nennen, den ich vorher stark unterschätzt hatte. Da die Berechnungen in der Cloud stattfinden und ich das Bild auf meinen Monitor streame, ist mein PC weder laut, noch wird er heiß. Selbst bei Assassins Creed: Valhalla mit Ultra-Einstellungen und über 100 Bildern pro Sekunde ist mein PC genauso leise, als wenn ich einen Text in Word abtippe. Das macht die Gaming-Sessions um einiges entspannter.  

Fazit: Mit dem GeForce Now RTX-3080-Abo zocke ich prima, es ist aber nicht perfekt

Mit dem RTX-3080-Abo kann ich vergleichsweise günstig auf absolute High-End-Gaming-Hardware zugreifen. Die Spiele, die von dem Service unterstützt werden, kann ich auf den höchsten Einstellungen mit vielen FPS spielen. Und das macht mir als Gamer einfach Spaß. Mit einer schnellen Leitung funktioniert das die meiste Zeit sehr gut, auch wenn es ab und an mal kleine Ruckler gibt. Das stört mich aber gerade in Einzelspieler-Spielen wenig. 

Das ist absolut die richtige Richtung. Ich will mir nicht alle drei bis fünf Jahre eine neue Grafikkarte, einen neuen Prozessor und mehr RAM kaufen. Lieber nutze ich die Server von Nvidia und komme dabei auch noch recht günstig weg. Die Technik ist noch nicht ganz ausgereift und es gibt noch Potenzial nach oben. Ich würde mich zum Beispiel über eine uneingeschränkte Spiele-Bibliothek und Widescreen-Support freuen, aber das kann ja noch kommen. 

Mit einer RTX 3080 sieht Assassins Creed: Valhalla einfach großartig aus.

Zurzeit nutze ich das RTX-3080-Abo für Einzelspieler-Games wie Assassins Creed: Valhalla, the Crew 2 (das spiele ich nur im Einzelspieler-Modus), aber auch für Multiplayer Games wie New World. Da stören mich kleine Ruckler nicht. Kompetitive Spiele wie Rocket League starte ich dann aber doch noch lieber von meiner Festplatte. Zum einen, weil meine RTX 2060 das auch in voller Pracht darstellen kann und zum anderen, weil kleine Ruckler oder Verbindungsprobleme hier doch stören.

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