Facebook kauft Oculus Rift für zwei Milliarden Dollar – Gamer sind entsetzt

Facebook kauft Oculus Rift für zwei Milliarden Dollar – Gamer sind entsetzt

Facebook hat für zwei Milliarden US-Dollar die Firma des wohl erfolgreichsten Kickstarter-Projekts aufgekauft: Oculus Rift. Die Macher der Virtual-Reality-Brille, die vor gut einem Jahr als erste Developer-Version auf den Markt kam, konnten sich mit Facebook auf den zwei Milliarden Dollar schweren Deal einigen. 400 Millionen erhalten die Macher in bar, der Rest wird in Facebook-Aktien bezahlt. Die Gaming-Community – angefangen bei Entwicklern bis hin zu den Spielern – zeigte sich nach dem Bekanntwerden des Deals entsetzt.

Minecraft-Entwickler Markus Persson, der wohl unter dem Namen „Notch“ besser bekannt sein dürfte, beendete jegliche Zusammenarbeit mit Oculus Rift und twitterte darüber gestern:

 

YouTube-Kunstfigur „Francis“, ein von dem YouTuber Stephen Williams geschaffener Charakter, veröffentlichte kurz nach dem Bekanntwerden des Verkaufs ein Video, in dem er darüber monierte. Zugegeben: „Francis“ regt sich eigentlich über jedes Thema auf, aber Williams greift für diese Videos gerne polarisierende Themen der Gaming-Welt auf und nutzt das Format, um seine eigene Meinung rigoroser auszudrücken, als er es vielleicht als reale Person tun würde:

Game-Entwickler aus meinem Bekanntenkreis haben ebenfalls die neue Entwickler-Version der Oculus Rift, die im Juni veröffentlicht werden sollte, abbestellt. Auch sie haben kein Interesse daran, ein von Facebook gekauftes Produkt für ihre Entwicklungen zu verwenden.

Wieso sind die Menschen aber so aufgebracht?

Oculus Rift wurde über Kickstarter finanziert. Viele Leute haben viel Geld dafür bezahlt, dass Oculus Rift realisiert werden konnte. Ihnen gefiel die Idee der Macher. Wer also das Projekt unterstützt hat, fühlte sich allein schon wegen der Finanzierung auch als Teil des Projekts. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl der Community ist ein wichtiger Teil der Projektentwicklung. Menschen, die Interesse an einem Produkt haben, bezahlen für die Realisierung und helfen durch Feedback bei der Weiterentwicklung.

Nun ist diese Brille also noch nicht einmal als Endbenutzer-Produkt erschienen, dann wird die Firma für zwei Milliarden US-Dollar einfach verkauft. Zudem auch noch an Facebook – eine Plattform, die sich im Bereich Gaming eher durch nervige Spieleanfragen von Verwandten einen Ruf machte, als durch ernstzunehmende Versuche, im Gaming Fuß zu fassen.

Die Leute sind enttäuscht und fühlen sich durch die Macher auch irgendwie betrogen. Nicht, weil sie ihre Versprechen nicht eingehalten hätten, sondern eher, weil sie ein von der Community finanziertes Projekt noch vor der Fertigstellung einfach weiterverkaufen. Und das dann auch noch ausgerechnet an Facebook.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg nannte die Oculus Rift eine „wirklich neue Kommunikationsplattform“. Diese Aussage könnte vermuten lassen, dass es ihm gar nicht so sehr am Gaming gelegen ist, denn Oculus Rift ist eigentlich als Endgerät für Gaming gedacht gewesen.

Hier das Statment der Oculus Rift Entwickler

Jetzt kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.