ELF-Blog: Keine Wissenschaft: Die Spieler eines Teams

Es ist gar nicht mal so kompliziert, wie ein Football-Team aufgebaut ist. Wir erklären dir die wichtigsten Positionen.

ELF-Blog: Keine Wissenschaft: Die Spieler eines Teams
EURONICS und die ELF bringen euch American Football näher. (Bild: Nicolas Stempien Lauff)

Geht es um Football, tut es immer gut, sich mal kurz von den „Simpsons“ inspirieren zu lassen. Hier zum Beispiel die Szene, in der Homer sich in einem Tagtraum zum Superbowl flüchtet, wo bei seinem Team gerade der letzte Quarterback ausgefallen ist. Die Chance für Homer, endlich selbst aufzulaufen?

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Zwei Dinge, die wir als Football-Anfänger daraus lernen und nüchtern festhalten können:

  1. Nicht jeder kann Quarterback sein.
  2. Ein Quarterback scheint wichtig zu sein.

Aber gut, stellen wir uns nicht dümmer, als wir sind. Denn wir haben es bereits in unserer Folge über die Grundlagen des Football kurz umrissen:

Ein Quarterback (QB) ist der wohl wichtigste Spieler einer Football-Teams. Er ist quasi Kapitän und Spielgestalter in einer Person. Er erhält beim Snap (Angriffsbeginn) den Football vom Center und muss dann blitzschnell das Angriffsspiel aufbauen: Den Ball entweder übergeben, passen oder selbst damit laufen. Ziel ist es, einen Touchdown zu erzielen, also den Football in die gegnerische Endzone zu bekommen – womit das Team des Quarterbacks 6 Punkte erzielen würde und die Chance auf 1-2 weitere Punkte hat.

Football Team Schema
Ein Football-Team bei einem Angriff. Auffällig: Die Defensive (DL) steht bei Angriffsbeginn der Offensive Line (OL) gegenüber.

Weil der Quarterback so wichtig ist, sind einige Spieler ihm zugeordnet: Die Offensive Line (OL) etwa besteht aus mehreren Spielern, die bei einem Abstoß vor dem Quarterback stehen und ihn schützen sollen.

Genauso wichtig: Die Defense

Die gegnerische Defensive, genannt Defensive Line (DL) hat genau den gegenteiligen Auftrag: Sie soll den Quarterback attackieren und ihn bestenfalls gar nicht erst zum Spielzug kommen lassen. Wir sehen auch in der ELF immer wieder Spiele, in denen das einem Team besonders gut gelingt.

Mir ist hier vor allem das Spiel zwischen den Cologne Centurions und den Wroclaw Panthers vom 5. Spieltag in Erinnerung geblieben. Die Defensive Line der Panthers ging den (armen) Quarterback der Kölner immer derart sprunghaft an, dass dem quasi überhaupt nichts gelingen wollte. Was auch bedeutet, dass seine Offensive Line hier keine besonders gute Arbeit geleistet hat:

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Das sind natürlich noch nicht alle Spieler. Denn der Football soll ja nicht nur in die Endzone des Gegners, wo ein Touchdown gelingen kann. Er muss dort entweder von einem guten Fänger gefangen werden – das wäre die Aufgabe eines Wide Receivers (WR).

Oder der Ball soll direkt dahin getragen werden. Die Aufgabe übernimmt ein Running Back (RB). Der Running Back rennt also mit dem Ball, und wenn er es damit auch nicht immer in die Endzone schafft, dann soll er wenigstens möglichst viele Yards damit gutmachen. Dann wäre sein Team beim nächsten Spielzug noch näher an der Endzone – ein Wurf oder Pass wären dann einfacher. Oder auch auch ein Field Goal, was 3 Punkte einbrächte.

Ein Running Back ist also sehr wichtig dafür, um möglichst viel Boden gutzumachen. Damit er das möglichst ungestört machen kann, hat er Mitspieler, die ihn dabei unterstützen.

Der Fullback räumt sie alle weg

Die Guards (Left und Right Guard) sind teil der Offensive Line und blocken beim Angriff genau die Gegner, die den Running Back attackieren wollen. Sie halten dem RB damit praktisch die Laufwege frei.

Während eines Spielzugs besetzen Tackles die Seiten und verhindern, dass Verteidiger den Running Back von der Seite stoppen.

Tight End (TE) ist derweil der Spieler, der einem Running Back bei einem Angriffslauf zur Seite steht, ihn vor Angriffen schützt und den Ball auch notfalls selbst fangen kann. Er füllt damit eine Doppelrolle aus.

Auch ein Fullback (FB) kommt manchmal zum Einsatz. Er läuft praktisch vor dem Running Back und räumt ihm den Weg frei. Auch hier haben wir ein schönes Beispiel aus den „Simpsons“. Schulrowdy Nelson als Running Back und Quarterback in einer Person nimmt das mit dem Weg-Freiräumen durch den Fullback (Bart) hier allerdings etwas zu wörtlich…

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Anders als ein Running Back ist ein Wide Receiver, also ein Fänger, meist auf sich alleine gestellt. Er muss sich freilaufen, dabei sehr wendig und schnell und für den Werfer möglichst frei verfügbar sein.

Eine Linebacker (LB) ist ein flexibler Verteidiger, der Lauf- und Passspielzüge verteidigen soll. Er steht freier als die Safety, die dafür ebenfalls zum Einsatz kommt.

Interessant beim American Football: Die Defensive steht bei Beginn eines Spielzugs vor der Offensive, erst danach laufen die Offensivspieler, die für Raum- oder Punktgewinn zuständig sind, nach vorne. Also etwas anders als im europäischen Fußball.

Wäre aber noch schöner, wenn ein Team frei schalten und walten könnte, wie es will. Der Gegner versucht natürlich, Offensivaktionen der anderen Mannschaft zu verhindern. Über die Defensive Line (DL) sprachen wir schon. Die hat beim Snap, also dem Moment, in dem ein Spielzug beginnt, die Aufgabe, den Quarterback oder den Running Back zu attackieren.

Ein Cornerback (CB) deckt den oder die Wide Receiver des Gegners und versucht, Pässe zu verhindern. Zusammen mit den Safeties versuchen sie auch Pässe abzufangen und Ballträger zu stoppen.

Was sind Passer, Tackle, Rusher und Sack?

Bei einem Blick auf die Stats der ELF, also die Bestenlisten, tauchen derweil ganz andere Begriffe auf, nämlich Passer, Tackle, Rusher und Sack. Was hat es damit auf sich?

Passer ist derjenige, der einen Ball erfolgreich nach vorne wirft, also so, dass der Ball auch von einem Mitspieler gefangen wird. Gezählt wird in den Bestenlisten die Zahl der Yards, die ein Passer erfolgreich geworfen hat. Meistens ist der Passer identisch mit dem Quarterback.

Ein Tackler bringt einen ballführenden Gegenspieler zu Boden. Das ist wünschenswert, weil dadurch ein Spielzug gestoppt wird. In den Bestenlisten wird die Zahl der Tackles gelistet.

Rusher ist ganz allgemein ein Spieler, der mit dem Ball läuft und dabei möglichst viele Yards gutmacht. Entsprechend taucht er dabei mit der Zahl der Yards in den Bestenlisten auf. Meistens sind die besten Rusher Running Backs, deren Aufgabe es ja auch ist, möglichst viel Raumgewinn zu erzielen. Ein Rusher kann aber auch der Quarterback selbst sein oder ein Wide Receiver, wenn er mit dem Ball läuft.

Sack ist eine besonders spannende Form eines Tackles. Hier wird nämlich der Quarterback schon kurz nach dem Snap zum Boden gebracht, bevor er überhaupt den Ball passen oder abgeben kann. In den Bestenlisten taucht daher auf, wer die meisten Sacks geschafft hat.

Welche Spielertypen gibt es sonst noch?

Kurz gesagt: hui! Es gibt da noch einige Spieler mit Spezialpositionen, und sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Deswegen konzentrieren wir uns heute auf einige besonders spannende Positionen:

Ein Center ist Teil der Offensive Line (OL). Er ist derjenige, der beim Beginn eines Spielzugs, also beim Snap, den Ball durch die Beine an den Quarterback passen soll. Hat er das getan, ist seine Aufgabe, die Gegenspieler zu blocken, die eigenen Quarterbacks und Runnings Backs zu schützen.

Ein Kicker ist dafür da, um Field Goals, Kickoffs oder Extrapunkte nach einem Touchdown per Schuss zu erzielen. Er ist mehr der Spezialist für präzise Schüsse – im Gegensatz zum Punter, dessen Aufgabe es ist, den Football möglichst weit ins gegnerische Feld zu kicken. Ein Holder ist dabei der, der den Ball festhält, damit der Kicker ihn treten kann (also den Ball, der aufgrund seiner Eiform nicht von selbst steht).

Ein Kick Returner soll den Ball nach einem Kickoff fangen und möglichst weit in die Gegenrichtung zurückbringen. Er ist also Fänger (Receiver) und Läufer (Runner) in einem. Wir erinnern uns: Nach einem Touchdown kickt die Mannschaft, die gepunktet hat, den Ball zurück zum Gegner. Dieser fängt den Ball (oder auch nicht) und bringt ihn zurück in Richtung des Gegners. Dort wo der Kick Returner gestoppt wird, beginnt der nächste Spielzug.

Es kommt dabei selten vor, aber es kommt vor, dass der Kick Returner den Ball fängt und gar nicht gestoppt werden kann, zur Endzone des Gegners durchläuft und dort einen Touchdown erzielt.

Wie oft darf gewechselt werden?

An der Seitenlinie eines Platzes sehen wir oft mehr Spieler als darauf. Das liegt an einer Besonderheit des Football: Hier darf so oft gewechselt werden wie gewünscht. Allerdings nur, wenn das Spiel gerade ruht. Teams dürfen dabei aus bis zu 53 Spielern bestehen, von denen nur 11 gleichzeitig auf dem Spielfeld stehen.

Warum so viele? Na, wie wir oben gesehen haben, gibt es Spielertypen für jede Situation. Bei einem Kick-off und dem damit verbundenen Return etwa sind andere Spielertypen gefragt als bei einem Snap, also dem Beginn eines Angriffs, wo die Angriff- und Defensivlinien sich gegenseitig blocken.

Das alles mutet etwas kompliziert an, aber so schwierig ist es bei genauerer Betrachtung eigentlich auch wieder nicht. Es gibt mehr Positionen als etwa im Basketball oder im Fußball. Aber auch da weiß jemand, der sich neu dafür interessiert, erst einmal auch nicht, was ein 6er oder ein Rechtsaußen ist.

Wie verlief der 8. Spieltag?

Faustdicke Überraschung: Die Raiders Tirol schlagen die Düsseldorf Rhein Fire – sogar recht deutlich mit 35-18. Das ist ein herber Rückschlag der Rhein Fire auf dem Weg zur Wiedergutmachung.

Und siehe da: Der bisher fehlerlose Neuling Nordic Storm tut sich erstaunlich schwer bei den Hamburg Sea Devils: Nur 27-21.

Eine epische Schlacht verfolgen die Fans in Madrid – am Ende mit den Munich Ravens als knappen Sieger (43-40).

Standesgemäße Siege gibt es derweil für Wien gegen Prag (34-0), Stuttgart Surge gegen Fehervar (55-12), Paris gegen Zürich (62-0) und Wroclaw gegen Köln: 54-2.

Moment! 54-2?! Wie kann ein Team denn zwei Punkte erzielen? Hier passierte etwas eher Seltenes: Nach einem Touchdown versuchten die Panthers, die Punkteausbeute durch einen Kick zu erhöhen. Der Angriff misslang aber, die Kölner eroberten den Ball und liefen ihrerseits zur Endzone des Gegners durch. Das kommt einer 2-Point-Conversion gleich. Die 2 Punkte gingen also an die Kölner, wie das Spieltagsvideo der ELF zeigt (Minute 3:45):

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Was erwartet uns am 9. Spieltag?

DatumAwayHome
12.07.25Munich RavensHelvetic Mercenaries
12.07.25Stuttgart SurgeFrankfurt Galaxy
12.07.25Fehervar EnthronersMadrid Bravos
13.07.25Vienna VikingsParis Musketeers
13.07.25Berlin ThunderCologne Centurions
13.07.25Rhein FireNordic Storm
13.07.25Wroclaw PanthersPrague Lions

Am 9. Spieltag bin ich vor allem auf zwei Duelle sehr gespannt:

  • Nordic Storm gegen Rhein Fire. Es wird der erste echte Härtetest der Storm, die bisher alle Spiele gewannen, aber gegen die ganz großen Namen auch noch nicht ran mussten. Der amtierende Meister Düsseldorf allerdings strahlt nicht mehr die Souveränität der beiden Vorjahre aus. Dürfte wirklich spannend werden.
  • Vienna Vikings bei den Paris Musketeers: Wien führt die Eastern Division mit 6:1-Siegen klar an, aber Paris wurde zuletzt stärker und stärker und räumte auch einige große Namen aus dem Weg. Ein Duell auf Augenhöhe!

Wer hat die besten Angebote zum Spieltag?

Die besten Spieltagsangebote findest du immer auf der ELF-Themenseite auf euronics.de.

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2 Kommentare zu “ELF-Blog: Keine Wissenschaft: Die Spieler eines Teams

  1. Ähm, ich hatte mal einen tekkie/consumer blog (trendblog.euronics.de) abonniert, kriege jetzt aber immer Artikel über einen Sport der mich so gar nicht interessiert ? Kann man das irgendwie trennen oder muß ich komplett abbestellen ?

    1. Moin. Na ja, du hast den EURONICS Trendblog abonniert. 🙂 Hier geht es um Trends, die die Euronics abbildet. Und da ist gerade noch ein paar Wochen lang zwischen vielen anderen Meldungen auch mal Football dabei. Du hast übrigens die Möglichkeit, das granularer einzustellen und verschiedene Kategorien zu abonnieren, z.B. nur Mobile & Web, nur PC & Notebook oder auch mehrere Themen. Du wirst dann jeweils nur per Mail informiert, wenn wir da etwas Neues schreiben. Aber generell ist unser Blog dynamisch; es wird immer mal wieder Veränderungen und neue Themen geben, klar.

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