Die richtigen Capture Cards für PS5 und Xbox Series

PlayStation 5 und Xbox Series S|X profitieren von höherer Auflösung und schnellerer Bildausgabe. Seid ihr Content-Ersteller, findet ihr mit passenden Capture Cards die beste Aufnahme-Software.

Die richtigen Capture Cards für PS5 und Xbox Series

Wenn ihr auf Twitch und Co. streamt oder Videos für YouTube aufnehmen wollt, stoßt ihr bald auf die Eigenheiten der PS5 und XBS. Während Otto Normalzocker von 4K und bis zu 120 Hz profitiert, ein passendes Panel vorausgesetzt, ist das für Content-Ersteller absolutes Neuland. Und solches, das sie erst bestellen müssen.

Wir stellen euch das dafür notwendige Zubehör vor. Von passenden Hardware-Komponenten bis zur Software, um Ton und Video von den neuen Konsolen zu bekommen. Für das grundsätzliche Stream-Setup bieten wir euch an anderer Stelle ein Tutorial an.

Abwägen: Framerate oder Auflösung?

Den Wermutstropfen schenken wir gleich vorab ein: Eine Capture Card mit 4K-Auflösung und gleichzeitiger 120-fps-Aufnahme gibt es zum Marktstart der Konsolen nicht. Die Topmodelle aus den Häusern AverMedia oder Elgato sind dennoch die besten Aufnahmekarten, die ihr aktuell erwerben könnt. Und sie passen zu den meisten Monitoren, die trotz fehlender 120-Hz-Ausgabe noch state of the art sind, wie Dansen von Gamers Gear festhält:

Was ihr fürs Streaming oder die Aufnahmen braucht, ist schnell zusammengestellt:

  • HDMI-2.1-Kabel: Xbox Series S|X und PlayStation 5 nutzen eine Bildausgabe mit bis zu 120 Hertz (Hz). Auch wenn Hz nicht gleichbedeutend ist mit den intern berechneten fps, seid ihr mit einer vernünftigen HDMI-Strippe auf der sicheren Seite. Diese sollte den HDMI-Standard 2.1 erfüllen. Auf allzu hippe Sonderausstattungen könnt ihr verzichten. Kauft ihr ein Kabel mit gut 2 m Länge, benötigt das weder eine aktive Verstärkung noch eine dicke Ummantelung.
  • 4K-Splitter: Er leitet ein Eingangssignal an zwei Ausgabegeräte weiter. Zwar können die meisten Capture Cards das eingehende Bild in Echtzeit auf den Monitor projizieren. Nebenher können nahezu alle Splitter den DHCP-Schutz auskoppeln. So könnt ihr solche Zwischensequenzen abgreifen, die Spielehersteller gerne schwärzen.
    Viele Gamer schwören darauf, statt der Projektion das Signal direkt an den Monitor oder HDTV weiterzugeben. Das minimiert Latenzen zwischen Controller-Eingabe und TV-Ausgabe.
  • Die Capture Card: Das Herzstück eures Stream- und Aufnahme-Setups. Die Karten findet ihr in verschiedenen Preisklassen und unterschiedlichsten Ausführungen. Besitzt ihr einen Standrechner mit freiem PCIe-Slot, empfehlen wir euch eine interne Aufnahmekarte. An Laptops nutzt ihr externe Devices, die entweder USB 3.0 oder 3.1 voraussetzen.

Capture Cards: Zwei Hersteller sind vorn dabei

Zwangsläufig stolpert ihr über zwei große Hersteller: Elgato und AVerMedia. Die Elgato-Devices sind auch deshalb prominent, weil der Hersteller neben den Aufnahmekarten das populäre und von uns getestete Stream Deck sowie das Key Light anbietet. »Alles aus einer Hand« fürs eigene Stream-Setup, könnte man meinen.

Die 4K60 Pro ist Elgatos Capture-Flaggschiff. (Foto: Elgato)

Die Elgato 4K60 Pro ist das derzeitige Capture-Flaggschiff. Die Einbaukarte nimmt mit bis zu 3820 x 2160 Pixeln bei 60 fps und maximal 140 Mbps auf. Ein Signal-Passthrough ist vorhanden, zugleich könnt ihr das Gameplay live auf den Monitor projizieren. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 249,99 Euro.

Als externe Lösungen bietet Elgato die HD60 S+ und 4K60 S+ an. Die vollen 2160 Zeilen kann nur das zweite Modell auf einer SD-Karte aufzeichnen, aber sie leitet das Bild nicht an euren Rechner weiter. Dementsprechend ist sie nicht fürs Streaming geeignet. Für den Aufnahmekasten möchte der Hersteller 399,99 Euro in der UVP.

Das HD60 S+ eignet sich für Aufnahmen und Streams gleichermaßen. Über HDMI sendet ihr das Signal rein und greift es über eine USB-Schnittstelle ab. Selbstredend könnt ihr Audio und Video bis an 4K an den Fernseher weitergeben. Am Rechner kommen dennoch nur 1080p in 60 Bildern/s an. Für 199,99 Euro (UVP) ist sie euer.

AVerMedia – Hidden Champion des Capturing

Die AverMedia-Karten sind nicht so bekannt wie ihre Elgato-Pendants. Ändert aber nichts daran, dass sie eine exzellente Wahl für Streamer und Content Creator sind.

Die zweite große Marke ist weniger bekannt: AVerMedia. Seit Jahren produziert die Marke hervorragende Geräte, mit denen ihr euer Gaming-Footage ins Netz sendet oder aufzeichnet.

Vor einigen Monaten stellten wir euch vier Geräte vor. Zukunftsfähig sind die AVerMedia Live Gamer Ultra mit 4K-Auflösung in 30 fps. Sie ist für Laptops und Standrechner mit USB 3.1 geeignet. Der Preis von 175 Euro ist moderat. Im Trendblog-Test konnte uns die Live Gamer Ultra überzeugen.

Das Einbau-Pendant hierzu ist die Live Gamer 4K, die höhere Bit- und Bildwiederholraten anbietet. 4K mit 60 fps reizt die theoretisch mögliche Refresh Rate von 120 Hz nicht aus, das aufgenommene Material ist qualitativ trotzdem einwandfrei. Dieses Modell haben wir ebenfalls getestet und verraten euch, warum die 210 Euro gut investiert sind.

AVerMedia Live Gamer Ultra
RECentral ist der zentrale Hub zum Aufnehmen und Bearbeiten. Praktisch: Neben der Rechnerauslastung seht ihr auch, wie viele Stunden ihr auf der Festplatte aufzeichnen könnt.

Die Software – von gratis bis teuer, von simpel bis kompliziert

Die Wahl der Aufnahme- und Streaming-Software ist simpler. Zum Recording eignen sich die den Karten mitgelieferten Programme wie beispielsweise RECentral von Aver Media. Alternativ bietet Streamlabs OBS eine Aufnahmefunktion, die gut funktioniert.

Für die Videobearbeitung ist das kostenfreie daVinci Resolve von Blackmagicdesign einen Blick wert. Dieses beherrscht die modernen Video-Codecs, die vor allem bei 4K-Dateien den Rechner und die Festplatte entlasten.

Die 300 Euro teure Bezahlversion erweitert den Programmumfang. 120-fps-Bearbeitung, bessere GPU-Beschleunigung und integrierte Skripts, über die ihr etwa Zwischenstände einblendet, sind dann mit dabei. Da daVinci Resolver für professionelle Produktionen konzipiert ist, verlangt es euch Einarbeitungszeit ab.

Komfortabler, man könnte »simpler« schreiben, geht die Videozusammenstellung mit Magix Video deluxe 21 vonstatten. Knapp 70 Euro ruft das Medienunternehmen für die aktuelle Version auf und diese punktet mit der einsteigerfreundlichen Drag-and-Drop-Oberfläche. Ihr importiert die Clips, zieht sie auf die Zeitleiste und legt mit wenigen Mausklicks Übergänge fest, baut Titelbilder ein oder platziert Soundeffekte und Kommentare. Fertig ist das Meisterwerk.

Das alles ist positiv, auch angesichts des attraktiven Preisetiketts. Manche Nutzer beschweren sich jedoch über den fehlerhaften Export. Die ungenügende Performance sowie Abstürze unter bestimmten Systemkonfigurationen monieren sie ebenfalls. Für Einsteiger ist die Magix-Lösung dennoch einen Blick wert

Cyberlink und Adobe: Platzhirsche

Zwischen beide Extreme setzen sich cyberlink PowerDirector 19 Ultimate und Adobe Premiere. Cyberlink ruft etwa 130 Euro auf, löst die Schnittsoftware aber langsam gegen ein Abo-Modell ab.

Adobe verkauft seine prominente Videoschnitt-Plattform in zwei Versionen. Adobe Premiere Elements 2021 kostet einmalig 60 Euro. Sie bietet schnellen Video-Import und -Export, einige Übergänge und eine Vielzahl an Konvertierungsoptionen. Anspruchsvollere Projekte setzt ihr mit Adobe Premiere um, das der Hersteller im Creative-Cloud-Abo anbietet. Die Preise dafür reichen von 20 Euro für Studierende bis hin zu 50 Euro für Normalanwender. Jeweils im Gesamtpaket mit anderen Medienwerkzeugen von Photoshop über After Effects bis InDesign.

Welches der genannten Programme euch am besten dient, könnt ihr mit Hilfe kostenloser, zeitbegrenzter Testversionen herausfinden. Oder im Falle von daVinci Resolve mit der Gratis-Version ohne Ablaufdatum.

Ausblick: Wann kommen die 2160p120-Karten?

Streaming und Recording haben in den Plänen der Konsolenhersteller einen festen Platz. Ohne Twitch-Streams und Youtube-Coverage gehen Multimillionen-Dollar-Projekte unter. Dabei sind Sony und Microsoft auf die Hilfe von Unternehmen wie AVerMedia und Elgato angewiesen. Deren aktuelle Karten können 4K mit passablen 60 fps aufnehmen oder 1080p mit bis zu 120 fps handhaben.

Wann 4K120-Capture-Cards kommen, ist nicht bekannt. Dabei reden wir hier nicht von der theoretischen Verfügbarkeit – längst sind solche Devices im TV-Alltag integriert. Es geht eher um kostengünstige Alternativen für Zocker. Und diese sind vor 2022 nicht zu erwarten. Doch selbst wenn sie kommen: Mit den obigen Hardware-Komponenten und Software-Paketen seid ihr für die frisch angebrochene Konsolengeneration gewappnet.

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