Sonnenfinsternis & Co.: Das müsst ihr bei Sonnenfotos beachten

Obwohl wir in unseren Breiten nichts von der gestrigen Sonnenfinsternis in den USA hatten, können wir ein paar Tipps der Fotografen dort mitnehmen. Denn einiges gilt es bei Fotos der Sonne und von Sonnenuntergängen zu beachten – wenn euch eure Kamera am Herzen liegt.

Schade: Die totale Sonnenfinsternis gestern in den USA war von Deutschland aus nicht zu sehen. Wir hatten unsere Chance schon vor knapp 20 Jahren. Und von damals wissen wir noch: Niemals direkt in die Sonne gucken! Und selbst mit einer Spezialbrille nur für wenige Augenblicke.

Die Sonne grillt den Kamerasensor

Was vielen gar nicht klar ist: Das gilt auch für eure Fotokamera. Wer auf die glorreiche Idee kommt, statt selbst hinzugucken, lieber die Kamera draufzuhalten, kann die Kamera bei unsachgemäßer Nutzung zerstören. Besonders wenn man ein Teleobjektiv verwendet und für mehrere Sekunden belichtet. Genau das nämlich haben die Experten eines Fotogeschäfts in Dubuque im US-Staat Iowa einmal probeweise gemacht – und damit den Kamerasensor regelrecht frittiert:

Das Video zeigt sehr schön: Der Effekt ist damit vergleichbar, wie wenn ihr bei starkem Sonnenlicht mit einer Lupe versucht, ein Stück Papier anzuzünden. Das gelingt durch starke Bündelung der Sonnenstrahlen. Und kann eben auch einen Kamerasensor zerstören. Da hilft euch übrigens auch ein gewöhnlicher UV-Filter nicht. Dafür sind die Sonnenstrahlen einfach zu stark.

Elegant: Mit Kontrasten und Umgebungen arbeiten

Wenn ihr also wirklich mit Teleobjektiv eine Sonnenfinsternis oder die Sonne an sich fotografieren wollt, dann allenfalls mit einer ultrakurzen Belichtungszeit. Das Gute an der Sonne ist ja: Sie spendet viel Licht, eine Langzeitbelichtung ist also eigentlich gar nicht nötig.

Wo viel Licht, da ist natürlich auch viel Schatten. Deswegen entstehen bei Fotos von gleißendem Sonnenlicht hohe Kontraste. Damit könnt ihr spielen, indem ihr besonders kontrastreiche Motive um die Sonne herum anordnet. Kirchtürme eignen sich etwa gut als Silhouetten, ebenfalls natürlich Menschen. Auch die Reflexion der Sonne auf einem See ist ein schönes Fotomotiv.

Ein eleganter Workaround, wenn euch eure Kamera lieb ist, ist außerdem, nicht die Sonne direkt zu fotografieren, sondern indirekt: Menschen, wie sie die Sonne betrachten, lange Schatten oder Gebäude schön eingetaucht in gleißendes Sonnenlicht. Bei der letzten Sonnenfinsternis in unseren Breiten sah ich einige Fotos, die den Kernschatten der Sonne als Schatten auf einem Gebäude aufgenommen haben. Solltet ihr das hinbekommen: meine Hochachtung!

Mit dem Smartphone eher Umgebungen einfangen

Bei Digital Trends gibt man noch einige Tipps, wie man mit einem Smartphone Fotos der Sonne oder, wenn vorhanden, Sonnenfinsternis macht. Da eigentlich jedes Smartphone ein Weitwinkelobjektiv verwendet, ist die Sonnenfinsternis selbst darauf kaum zu erkennen. Mit Aufstecklinsen mit Tele-Effekt kommt man ein wenig näher heran. Eleganter ist es allerdings auch hier, wie bei allen Weitwinkelfotos, die Umgebung mit heranzuholen. Die Sonne sollte also durch die Umgebung eingerahmt werden: Bäume oder Gebäude etwa. Und wenn ihr dann noch Menschen als Motiv habt, die vielleicht sogar durch eine Spezialbrille in die Sonne gucken, dann kann euch auch mit dem Smartphone ein tolles Motiv gelingen.

Sonnenfinsternis: Nur mit starkem Teleobjektiv überhaupt sichtbar. Bild:  Imelda Joson/ Edwin Aguirre

Sonnenfinsternis: Nur mit starkem Teleobjektiv überhaupt sichtbar. Bild: Imelda Joson/ Edwin Aguirre

Eins muss euch klar sein: Die tollen Bilder eine Sonnenfinsternis mit der Sonne in Großaufnahme, die ihr meist am Tag danach in der Zeitung oder auch jetzt schon (von alten Sonnenfinsternissen) im Internet sehen könnt, sind allesamt mit einem starken Teleobjektiv aufgenommen. Ihr werdet vermutlich nicht gerade ein 2000er-Tele zuhause herumliegen haben (kostet zehntausende Euro!), aber bereits ab einer Brennweite von 400 oder 500 mm kann das Motiv so groß erscheinen, dass ihr die Sonnenfinsternis gut erkennen könnt.

Teleskop statt Teleobjektiv? Ja, das geht

Die Fotoexperten Imelda Joson und Edwin Aguirre weisen auf Space.com noch darauf hin, dass ihr unbedingt einen starken UV-Filter verwenden müsst, wenn ihr direkt in die Sonne fotografiert. Das gilt auch für die Momente kurz vor und nach einer Sonnenfinsternis, also wenn die Sonne nicht für den kurzen Moment direkt im Schatten steht. Solltet ihr kein Teleobjektiv haben, aber in der Nähe eines Teleskops sein, könnt ihr mit ein wenig Bastelei durch das Teleskop fotografieren und dann auch ein Sonnenfinsternis-Foto erhalten.

So oder so: Das oberste Gebot bei Sonnen- und Sonnenfinsternisfotos ist, dass ihr eure Augen schützt. Selbst wenn ihr durch den Sucher oder das Display schaut, während die Kamera auf die Sonne gerichtet ist, können eure Augen schon Schaden nehmen. Stellt also lieber manuell scharf, wenn möglich: auf unendlich. Und verwendet auch beim Fokussieren entsprechende Schutzbrillen. Ebenso hier wie bei Sonnenuntergangsfotos gilt: Möglichst kurz fotografieren und viel von der Umgebung einfangen. Dann habt ihr länger etwas von eurem Augenlicht – und euren Kameras.

Beitragsbild: intographics

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