Smartphone-Kamera vs. Systemkamera: Wer macht die besseren Fotos?

Smartphone-Kameras werden immer besser, aber sind sie auch so gut, dass sie einer Spiegelreflex- oder Systemkamera das Wasser reichen könnten? Wir haben es einfach mal ausprobiert und beides miteinander verglichen.

Heute noch eine Digitalkamera zu besitzen, erscheint vielen Menschen gar nicht mehr notwendig. Für Schnappschüsse reicht ja ein Smartphone mit guter Kamera. Und weil diese immer besser werden, sind auch Fotografen mit gehobeneren Ansprüche immer öfter damit zufrieden. Aber zu Recht? Kann eine Smartphone-Kamera heute mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera mithalten?

Das wollten genauer gewissen und deswegen haben wir beide in den Ring geschickt. Auf der einen Seite eins der derzeit besten Kamera-Smartphones auf dem Markt: das Huawei P10 mit einer Dualkamera. Und auf der anderen Seite eine Systemkamera. Unsere Wahl fiel auf die schon etwas betagte Sony NEX-3 mit einem 18-55mm-Zoomobjektiv, f/3.5 bis 5.6. Bevor die Ringrichter unter euch aufschreien: Das Ding ist noch weit besser, als es vermuten lässt. Zwar schon von 2010, aber mit einem APS-C-Sensor ausgestattet. So einer ist um ein Vielfaches größer als jeder Smartphone-Sensor und die Kamera damit im Prinzip in der Lage, ein um ein Vielfaches detailliertere Fotos zu machen. Für unseren Test in meinen Augen ein fairer Vergleich.

Porträt-, Landschaft- und Stadtaufnahmen: Wer gewinnt?

Legen wir los: Porträtfotos in Farbe, Huawei P10 vs. Sony NEX-3. Ein Model stand uns Pate. Wenn ihr vergleicht, schaut bitte nicht nur darauf, ob die Proportionen gleich sind. Achtet auf Details, Schärfe und Farben.

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Bei der Sony-Systemkamera kommen Details noch etwas besser zum Vorschein als bei der Huawei P10-Smartphone-Kamera. Auch der Tiefenschärfe-Effekt ist bei der Sony größer. Fotografiert habe ich mit der Kamera jeweils mit einem leichten Tele. Hier darf man nun streiten, ob das für so einen Test in Ordnung geht. Denn ein Smartphone hat bekanntlich keinen optischen Zoom. Um den gleichen Effekt zu erreichen, wie die Sony mit einem leichten Tele, hätte ich unserem Model das Huawei und dessen eingebautem Weitwinkel quasi direkt vor die Nase halten müssen. In der Praxis nicht möglich.

Die erste Runde geht also an die Systemkamera (1:0).

In Schwarz-Weiß wirken Porträtfotos oft noch ein bisschen schöner. Beim Huawei P10 lassen sich hier ein Porträt- und der Monochrommodus kombinieren. Die Sony-Kamera hat hier ein interessantes Programm namens Hochkontrast-Monochrom. Auf also in die zweite Runde:

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Auch hier wirkt die Schärfe der Sony-Systemkamera noch etwas knackiger und die Bilder detailreicher. Die Smartphone-Bilder erscheinen vergleichsweise flach. Enttäuschend ist das Ergebnis für das Huawei P10 dennoch nicht. Der Tiefenschärfeeffekt wirkt hier noch mehr als bei den Farbfotos aus der gleichen Linse.

Auch die zweite Runde geht an die Systemkamera (2:0).

Von der Porträtfotografie weiter zu Landschafts- und Stadtaufnahmen. Wer wird sich hier durchsetzen?

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Das Huawei P10 hat sich hier auf den Himmel konzentriert und diesen sehr schön gezeichnet, dafür wirkt der Schattenbereich im Vordergrund unterbelichtet, Details wie die Fahrräder am Geländer sogar leicht verwackelt. Die Systemkamera hat sich derweil für eine ausgewogene Belichtung entschieden. Details im Vordergrund sind hell genug ausgeleuchtet, einzelne Details wirken aber ebenfalls verwackelt und der Himmel ist, anders als beim Huawei, nur als einheitliche Ebene zu erkennen.

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Einsamer Wolf im leeren Biergarten. Beide Bilder haben ihre Vorzüge. Das Systemkamera-Bild wirkt insgesamt etwas schärfer, die Farben des Huawei P10 dafür fast noch etwas natürlicher.

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Hier musste ich lange hinschauen, um überhaupt einen Unterschied zu erkennen. Beide Beethoven-Bilder sind gut ausgeleuchtet, Details klar zu erkennen, die Farben wirken knackig. Das Bild des P10 wirkt allenfalls noch ein wenig kontrastreicher, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Das Fahrrad hat auf beiden Bildern eine ganz andere Farbe. Während es beim Smartphone-Foto mehr leuchtet, dem Auge fast schon weh tun, wirkt das Bild der Systemkamera viel natürlicher.

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Buntes Motiv, ein schöner Unschärfeeffekt: Beide Bilder erscheinen mir gelungen, aber das Huawei P10 tut sich hier mit seinen leuchtenden Farben sogar noch ein wenig hervor.

Huawei P10

Huawei P10

Sony NEX-3

Sony NEX-3

Die Baummitte wirkt beim Huawei P10 leicht unscharf, ansonsten erkenne ich bei beiden Bildern keinen Qualitätsunterschied.

Runde 3 geht also tatsächlich unentschieden aus.

Dass das Huawei P10 Farben kräftig zum Leuchten bringt, kann Vor- und Nachteile haben. Das Bild mit dem Fahrrad ist des Guten zu viel, aber bei den Bildern der Blume und des Karottenbaums spielt es diesen Vorzug voll aus.

Endstand: Systemkamera vs. Smartphone 3:1.

Systemkameras haben immer noch die bessere Optik und damit viel mehr Möglichkeiten als eine Smartphone-Kamera. Dass die Sony deswegen unseren kleinen Vergleich gewinnt, überrascht wenig. Die Weiterentwicklung bei Smartphone-Kameras sollte man derweil als Evolution begreifen. Die Dinger werden wirklich immer besser. Dass sie neuerdings auch Tiefenschärfeeffekte produzieren können, ist ein wichtiger Schritt – auch wenn eine „Profi“-Kamera diesen Vergleich noch recht deutlich gewinnt.

Die einzige echte Überraschung, die dem Smartphone in unserem Test gelingt: Bei den Landschafts- und Straßenaufnahmen bei Tag ist fast kein Qualitätsunterschied zu unserer Systemkamera zu bemerken. Und das ist die größte Erfolgsmeldung, die Huawei hier verzeichnen kann.

Wer richtig professionell aussehende Fotos machen möchte, der muss allerdings nach wie vor zu einer Spiegelreflex- oder Systemkamera greifen.

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