SD-Karten für Kamera und Smartphone: Alles, was ihr wissen müsst!

Folgendes Phänomen: zwei identische Kameras, gleichzeitig wurde auf Aufnahme gedrückt, doch eine ist schon bereit für das nächste Video, während die andere noch damit beschäftigt ist, die Daten auf die Speicherkarte zu schreiben. Wenn ihr die SD-Karte allein nach Größe kauft (die kleine ins Smartphone, die große in die Kamera), macht ihr es falsch. Auf die Schreibgeschwindigkeit kommt es an! Worauf ihr beim Kauf noch achten solltet, erfahrt ihr hier in unserem SD-Karten-Guide.

Die verschiedenen Formate

Natürlich kommt es auch auf die Größe an. Schließlich soll die SD-Karte ins Gerät passen. Drei Formate sind derzeit erhältlich: Die normale oder klassische SD-Karte misst 32 x 24 x 2,1 Millimeter und wird meist in Laptops oder Digitalkameras verwendet. Für kleinere Geräte wie Smartphones und Tablets bedarf es jedoch einer kleineren Bauform. Der Mini-Typ, eine Zwischengröße, ist kaum noch vorhanden. Die Micro-SD-Karte (häufige Schreibweise der Hersteller: microSD) misst 15 x 11 x 1,0 Millimeter und passt über einen einfachen Adapter auch in einem Steckplatz für die großen Speicherkarten.

SD-Karten im Größenvergleich (Bild: Wikimedia)

SD-Karten im Größenvergleich (Bild: Wikimedia)

Wer seine Daten nicht über die Cloud schicken möchte, kann diese so ganz einfach auf seinem Computer sichern. Die Alternative dazu sind Kartenleser, die per USB mit dem Rechner verbunden werden, jedoch sollten hier die billigen Modelle gemieden werden, da sie den Datenstrom ausbremsen könnten.

Wieso die Speichergröße begrenzt ist

Wieviel Platz eine SD-Karte bietet, hängt davon ab, welcher Generation sie angehört. Nach der SD-Karte wurde das SDHC-Format eingeführt (HC = High Capacity), schließlich die SDXC-Karte (XC = Extended Capacity). Manchmal stehen diese Anhängsel mit auf der Karte, manchmal auch nicht. Selten ist auch von SD 1.0, 2.0 bzw. 3.0 die Rede. Ihr solltet jedoch immer darauf achten, dass auch das Gerät, das die Daten von der Speicherkarte lesen soll, diesen Standard unterstützt. Die volle Kapazität einer SDXC-Karte lässt sich jedenfalls in einem SD-1.0-Gerät nicht nutzen.

Mit diesen Adaptern findet eine Micro-SD-Karte Platz in einem Slot für große SD-Karten (links) oder am USB-Port (rechts) Bild: Sandisk

Mit diesen Adaptern findet eine Micro-SD-Karte Platz in einem Slot für große SD-Karten (links) oder am USB-Port (rechts) Bild: Sandisk

Eine klassische SD-Karte verfügt über einer Speicherplatz von bis zu 2 GB und wird im FAT16-Dateisystem formatiert. SDHC-Karten ermöglichen Speichergrößen von bis zu 32 GB. Hier kommt FAT32 zum Einsatz, einzelne Dateien dürfen maximal 4 GB groß sein, was anspruchsvolle Fotografen bereits in Bedrängnis bringen kann. Die 32-GB-Grenze kennt ihr auch von den vielen Smartphones, die keine SDXC-Karten lesen können. Theoretisch lassen sich auf diesen neueren Medien bis zu 2 TB speichern, derzeit sind aber nur SDXC-Karten mit bis zu 512 GB erhältlich. Das neue exFAT-Dateisystem ermöglicht es, Bilder und Videos zu speichern, die größer sind als 4 GB. Diese Karten können aber auch mit FAT32, NTFS oder anders formatiert werden.

Auf die Geschwindigkeit kommt es an

Wenn Größe und Speicherplatz der SD-Karte stimmen, kommt es zur eigentlich wichtigen, aber oft vernachlässigten Frage: Wie schnell müssen die Daten gespeichert werden können? In den Klassen 2, 4, 6 und 10 liegt die Schreibgeschwindigkeit bei mindestens 2, 4, 6 bzw. 10 MB/s. Die Einheit steht für Megabyte pro Sekunde (nicht Megabit). Auf der SD-Karte findet ihr die Klasse in einem offenen Kreis, der an ein C erinnert. Die dazugehörige Lesegeschwindigkeit wurde nicht verbindlich festgelegt, liegt aber meist etwas höher.

Daneben gibt es einen weiteren Maßstab, der mit einem neuen Bus-System eingeführt wurde. In der UHS Class 1 können Daten mit mindestens 10 MB/s geschrieben werden, in der UHS Class 3 mit mindestens 30 MB/s. UHS steht für Ultra High Speed und wird mittlerweile auch UHS-I abgekürzt, denn es gibt bereits UHS-II, wo Schreibvorgänge mit bis zu 312 MB/s erlaubt sind. Diese Angabe findet sich auf der SD-Karte als Zahl in einem breit gezogenen U. Es kann sogar sein, dass eine SD-Karte gleichzeitig in Class 6 und in UHS-I Class 1 eingeordnet wurde. Die Schreibgeschwindigkeit hängt dann davon ab, welchen Standard das Gerät unterstützt.

Datenverlust vermeiden

Damit nicht genug: Es gibt noch eine Möglichkeit, die Geschwindigkeit auszudrücken: das x-Rating. Die Datenübertragungsrate wird dann in einem X-fachen der Basisdatenrate von 150 KB/s angegeben. Class 6 entspricht mit 60 MB/s dem 400-fachen der Basisdatenrate und wird mit x400 auf der Karte angegeben. Um einen verbindlichen Standard handelt es sich aber nicht. Ihr solltet deshalb genau hinschauen, ob die Schreib- oder die Lesegeschwindigkeit gemeint ist.

Speziell für den Einsatz in Digitalkameras und Camcorder wurde noch die Video Speed Class eingeführt. Class 6 (V6) entspricht einer minimalen Schreibgeschwindigkeit von 6 MB/s. Daneben gibt es noch V10, V30, V60 und V90.

Die Geschwindigkeit einer Secure Digital Memory Card wird maßgeblich vom Controller beeinflusst, der die Speicherzellen verwaltet. Letztere sind beim Flash-Speicher jedoch nicht unbegrenzt oft beschreibbar. Ihr solltet eure Daten also immer doppelt und am besten sogar dreifach sichern. Auch solltet ihr euch vor Fälschungen hüten. Dann steht nicht nur eine Markenname auf der Karte und eine möglichst hohe Kapazität. Diese kann sogar beim Einsetzen in ein Gerät angezeigt wird. Es ist aber durchaus möglich, dass statt der versprochenen 64 GB nur 8 GB vorhanden sind. Dummerweise wird dieser Fehler nicht schon beim Speichern angezeigt, sondern erst, wenn ihr die Datei wieder öffnen wollt. Die Daten sind dann verloren.

Welche SD-Karte ihr nun braucht

Nach Klärung dieser Begriffe bleibt jetzt noch die Frage übrig: Welche Karte braucht ihr für welchen Einsatz? Im Smartphone, Tablet und MP3-Player ist vor allem die Lesegeschwindigkeit interessant, und da reicht meist eine einfache SD-Karte. Fotos mit vielen Megapixeln oder Videoaufnahmen können viele Daten erzeugen. Um diese in angemessener Geschwindigkeit auf die SD-Karte zu schreiben, sollte diese eine passende Klasse haben. Zuerst solltet ihr darauf achten, ob der Hersteller der Kamera eine Angabe macht. Ansonsten gilt: Für Full-HD-Videoaufnahmen greift am besten zur Class 10, zumal diese Karten nur unwesentlich teurer als Class 4 und 6 sind. Bei der Aufnahme von Videos in 4K-Auflösung ist dagegen UHS-I Class 3 oder schon UHS-II angebracht.

SD-Karten mit Zusatzfunktionen sollten auch noch erwähnt werden. In der Hülle der Speicherkarte ist dann ein WLAN- oder eine GPS-Modul integriert. In einer Digitalkamera eingesetzt erleichtert dies den Datenaustausch mit einem anderen WLAN-fähigen Gerät beziehungsweise können die Aufnahmen mit Geodaten versehen werden. Diese Karten kosten entsprechend mehr.

Sich eine SD-Karte zuzulegen, ist jedoch keine große Anschaffung. Für eine gängige Speichergröße und Schreibgeschwindigkeit werden nur wenige Euro verlangt. Für Highend-Karten wie die 256 GB große SDXC-Karte mit UHS Class 3 von Hama muss man allerdings schon tiefer in die Tasche greifen. Am besten ist wie so oft die goldene Mitte. Ihr sollte dabei aber auch an euren zukünftigen Bedarf denken: Was euch jetzt reicht, kann in einem Jahr schon zu einer vollgestopften SD-Karte führen.

Beitragsbild: Pixabay

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