Apples neues Fotoformat HEIF

Apples neues Fotoformat HEIC: Besser als JPEG?

Apples neues Fotoformat HEIF, bzw. HEIC, bietet eine viel bessere Kompression als das in die Jahre gekommene JPEG. Aber wie sieht es mit der Verbreitung aus? Sollte man das Format nutzen oder lieber weiter auf JPEG setzen?

Apple hat das High Efficiency Image Format (HEIF) 2017 im Rahmen der Keynote der breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht. Und nicht nur das. Ab iPhone 7 speichern Apples Smartphones Bilder automatisch in diesem Format, wenn man das nicht manuell ändert. Dadurch hat HEIF/HEIC die Chance, das 1992 vorgestellte JPEG-Format wirklich abzulösen.

Aber entwickelt wurde Apples neues Fotoformat von der Moving Pictures Expert Group (MPEG). Diese Gruppe hat das High Efficiency Image Format HEIF schon im Sommer 2015 vorgestellt. Warum haben Apples Dateien dann die Endung .heic?

Was denn nun: HEIC oder HEIF?

Beides ist richtig. HEIF steht für High Efficiency Image Format, HEIC für High Efficiency Image Container. Es handelt sich bei diesem Grafikformat um ein Containerformat, das mehrere Bilder in unterschiedlichen Formaten speichern kann. Auch Bildsequenzen für Animationen oder Galerien können so in einer Datei zusammengefasst werden. Dateien im High Efficiency Image Format tragen als standardmäßige Endung .heic (mit c für Container) oder .heif (mit f für Format).

Die Vorteile von HEIC oder HEIF gegenüber JPEG

Einer der großen Vorteile sind kleinere Dateien. Bei gleicher Qualität sind die Bilder im HEIF-Format 50 bis 60 Prozent kleiner als solche im verbreiteten JPEG-Format. Bei den Tausenden von Fotos, die sich im Laufe der Jahre auf Smartphones so ansammeln, kann das eine gewaltige Ersparnis an Speicherplatz bedeuten.

Nokia hat extra eine Seite auf Github zusammengestellt, auf der HEIF mit anderen Formaten verglichen wird. Hier ist ein Bildschirmschuss der Seite, der zeigt, wie das aussieht:

JPEG im Vergleich mit Apples neuem Fotoformat HEIF

Hier sieht man auch, dass die Bilder in HEIF trotz kleinerer Dateigrößen teilweise deutlich bessere Qualität als die entsprechenden JPEGs bieten.

Außerdem ist Apples neues Fotoformat viel vielseitiger als JPEG. Es kann wie ein Animated GIF eine Reihe von Bildern enthalten, sogar Audio und Text.

Das spricht für Apples neues Fotoformat

  • HEIF-Dateien sind bei gleicher Qualität nur etwa halb so groß wie JPEG-Dateien.
  • HEIF kann mehrere Fotos in einer Datei speichern. Das ist perfekt zum Beispiel für Live-Fotos oder Burst-Aufnahmen)
  • HEIF unterstützt auch Transparenz und Alpha-Kanäle und könnte sich so als Alternative zu animated GIF-Dateien oder PNG anbieten.
  • HEIF ermöglicht das Speichern von Bildbearbeitungen. So lassen sich beispielsweise Zuschneiden und Drehen wieder rückgängig machen.
  • HEIF unterstützt eine Farbtiefe von 16 Bit, JPEG nur 8 Bit.

Wie speichere ich Fotos in .heic?

Fotografiert man mit einem iPhone 7 oder neuer und hat mindestens iOS 11 installiert, speichert Apples Kamera-App die Fotos automatisch im HEIF-Format. Man erkennt das an der Dateiendung .heic. Dateien mit Bildsequenzen werden als .heics gespeichert. Dadurch sieht man gleich, dass es sich bei der Datei um mehr als nur ein einzelnes Bild handelt. Videos werden als .hevc gespeichert. Will man Fotos wie bisher als .jpg und Filme als .mp4 speichern, muss man das in den Systemeinstellungen manuell ändern.

Und was ist HEVC?

HEVC steht für High-Efficiency Video Coding, auch als H.265 bekannt. Sowohl HEVC als auch HEIC basieren auf den gleichen Komprimierungstechniken. HEVC ist einfach die Bezeichnung des Formats für Filmdateien.

Der Nachteil von HEIC: noch wenig verbreitet

Rechner ab macOS 10.13 (High Sierra) können von Haus aus mit .heic und .hevc umgehen. Ab Windows 10 lässt sich das HEIF-Format auch unter Windows nutzen. Aber bislang verwenden fast nur die neueren Geräte dieses Bildformat. Und bei diesen kann man einstellen, dass Fotos und Filme beim Übertragen auf andere Geräte in JPEG- oder MP4-Dateien umgewandelt werden. Auch bei der Verwendung von Nachrichten oder WhatsApp.

So ist sichergestellt, dass auch Nutzer nicht kompatibler Geräte die Dateien betrachten können. Falls man doch einmal auf einem solchen Gerät auf ein Foto im HEIC-Format stößt, kann man dieses mit freien Konvertern in JPEG oder PNG umwandeln. Zum Beispiel mit dem Konverter von iMazing oder Softorino.

Google Fotos ist schon bereit für Apples neues Fotoformat

Google als Konverter für Apples neues Fotoformat

Nutzer von Googles Fotodienst können die originalen Dateien verwenden. .heic-Fotos werden ganz normal angezeigt und können auch bearbeitet werden. So lässt sich Googles Fotodienst auch als kostenloser Konverter benutzen. Einfach .heic-Fotos hochladen und als .jpg sichern.

HEIF-Dateien mit GIMP bearbeiten

Alternativ kann man die Dateien auch mit dem freien Grafikprogramm GIMP bearbeiten. Das kostenlose GIMP läuft auf Windows, Mac und Linux und unterstützt seit Version 2.10.2 auch das HEIF-Format.

Fazit: Die Zukunft gehört Apples neuem Fotoformat

HEIF ist JPEG deutlich überlegen. Aber bis sich das Format durchgesetzt hat, wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Als Nutzer eines modernen iPhones kann man das Bildformat in der Regel aber schon gut nutzen, wenn man Speicherplatz sparen möchte. Schließlich lässt es sich bereits jetzt auf den wichtigsten Betriebssystemen ansehen und nutzen. Manchmal ist das vielleicht noch etwas umständlich, funktioniert unter Linux eventuell nur mit Hilfe von Drittprogrammen wie GIMP, aber immerhin ist es möglich.

Wer also ein neueres iPhone ab Version 7 besitzt, kann bei gleicher Qualität viel Platz sparen, wenn er Fotos als .heic und Videos als .hevc speichert. Zum Weitergeben kann man sie ja sicherheitshalber in .jpg und .mp4 umwandeln lassen. Apple selbst empfiehlt in seinem Support-Dokument jedenfalls die Nutzung des HEIF-Formats.

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