Mitfahrzentrale RideWith: Googles stiller, ganz friedlicher neuer Konkurrent für Uber und Carpooling

Wenn ein Großkonzern wie Google mit einem eigenen Dienst gegen ein namhaftes Unternehmen antritt, dann schreiben Blogger und Journalisten meist von einem Frontalangriff. Im Falle von Googles neuer eigener Mitfahrzentrale RideWith ist das nicht so. Doch Uber und Co. werden trotzdem einmal argwöhnisch die Augen gen Israel richten.

Denn dort testet Google seit dieser Woche den Dienst RideWith, der eine Art Mitfahrzentrale anbietet. Der Dienst beschränkt sich auf gemeinsame Fahrten zur Arbeit und zurück, will erst einmal nur Fahrten von Tel Aviv zu den Hightech-Standorten Ra’anana und Herzliya anbieten und begrenzt mögliche Fahrten für Anbieter auf zwei pro Tag. Fahrer sollen vom Mitfahrer eine angemessene Gebühr dafür erhalten. Google begründet die Beschränkungen damit, dass man bestehenden Diensten wie Uber keine Konkurrenz machen will. So schreibt es zumindest das israelische Wirtschaftsmagazin Haaretz.

Ein Auto kaufen? So passé!

Passieren könnte das dennoch, sollte die App am Teststandort Tel Aviv erfolgreich sein und Google das Modell ausdehnen. Dabei erinnert das Konzept von RideWith weniger an Taxi-ähnliche Dienste wie Uber Pop oder MyTaxi und auch nicht an die Vermittlung von Langstrecken-Fahrten wie von Mitfahrgelegenheit.de/Carpooling (was mittlerweile vom französischen Anbieter BlaBlaCar übernommen wurde). Eher erinnert RideWith an Dienste wie Lyft in den USA und Flinc in Deutschland, die lokale Fahrten zu Arbeitsstätten übernehmen. Realisiert wird RideWith von der israelischen Google-Tochter Waze, die ein Navigationssystem mit nutzergenerierten Echtzeitdaten anbietet. Der Dienst soll dort in die Waze-App integriert werden.

Wer sich heute noch ein Auto kauft, macht irgendwas falsch, muss man fast meinen. Es gibt zumindest in den Städten derart viele Carsharing-Angebote, dass man mit einem eigenen Auto gefühlt fast zu viel bezahlt. Allerdings sind Dienste wie Uber und MyTaxi bestehenden Beförderungsunternehmen und zunehmend auch den Behörden ein Dorn im Auge, so dass ihre Geschäftsmodelle noch auf wackeligen Füßen stehen. Der Taxi-Dienst Uber hatte zuletzt in Frankreich eine Welle des Protests ausgelöst, bei dem es während einer Kundgebung sogar zu Verletzten gekommen war. Uber hat seinen Dienst Uber Pop deswegen dort vorübergehend ausgesetzt.

via Stadt-Bremerhaven.de. Das Bild oben zeigt Screenshots der App Waze und noch nicht das besprochene Angebot RideWith.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*