E-Auto-Abo: So funktioniert’s

Mit einem E-Auto-Abo könnt ihr elektrische Flitzer ausprobieren ohne sie direkt zu kaufen. Das ist allerdings selten wirklich günstig.

E-Auto-Abo: So funktioniert’s

Der Automarkt entwickelt sich immer weiter. Damit meine ich nicht nur die Autos selbst, sondern auch die Art und Weise wie ihr ein Auto bekommt. Neben dem klassischen Kauf, Leasing und der Kurzzeitmiete, könnt ihr Elektroautos nämlich auch abonnieren. Gefällt euch das Auto nicht mehr, kündigt ihr das Abo einfach und gebt den E-Flitzer wieder zurück. 

Was ihr dabei beachten müsst und wo ihr so ein Abo abschließen könnt, erfahrt ihr hier.

E-Auto-Abo vs. Leasing: Wo ist der Unterschied? 

Als ich den Begriff Auto-Abo das erste Mal gehört habe, dachte ich mir: Ist Leasing nicht bereits ein Abo für das Auto? Man könnte Leasing tatsächlich als eine Art Auto-Abo bezeichnen, allerdings gibt es zwischen den beiden einige entscheidende Unterschiede. Dabei sollte ich erwähnen, dass es zwischen den verschiedenen Abos auch noch große Unterschiede gibt. Spezielle Abos besprechen wir weiter unten. 

Vorteile des E-Auto-AbosNachteile des E-Auto-Abos
+ Planungssicherheit durch feste Raten– Autos nicht selbst konfigurierbar
+ Flexibilität durch kurze Laufzeiten– Einschränkungen wie Mindestalter oder Höchstalter
+ Autos oft kurzfristig verfügbar
+ Ihr bekommt einen Neuwagen
+ Schneller Autowechsel

Die Kosten 

Einer der größten Unterschiede liegt im Preismodell. Beim Auto-Abo sind in der Regel alle Kosten in der monatlichen Rate enthalten. Dazu gehören: 

  • KfZ-Steuer
  • Versicherung (mindestens Vollkasko und Haftpflicht)
  • Zulassung und TÜV
  • Sommer- und Winterreifen sowie die Kosten für den Wechsel
  • Wartung
  • Überführungskosten

Bei einigen Anbietern müsst ihr allerdings noch eine Anmeldungs- oder Aufnahmegebühr zuzahlen. Da beim Abo alles in einer Rate abgedeckt ist, müsst ihr euch keine Sorgen um unverhoffte Extrakosten machen. Allein den Treibstoff, also den Strom für das Elektroauto zahlt ihr separat von der Rate. Dadurch sind die monatlichen Raten natürlich teurer als bei vergleichbaren Leasing-Autos. 

Bei letzterem habt ihr diese Kosten natürlich auch, nur müsst ihr euch selbst um Versicherung, Bereifung und Co. kümmern und zahlt diese separat. Ein Auto-Abo ist also weitaus komfortabler und gibt euch Planungssicherheit, da ihr mit relativer Sicherheit eure Kosten kalkulieren könnt. 

E-Autos wie den Kia e-Niro gibt es auch im praktischen Abo. Quelle: Kia

Wo ihr euer Elektroauto insgesamt, also mit allen Kosten günstiger bekommt, lässt sich pauschal nicht sagen. Dafür ist der Preis von zu vielen Faktoren abhängig. Das Abo bereitet euch aber in jedem Fall weniger Organisationsarbeit. Bei sehr günstigen Abo-Angeboten solltet ihr darauf achten, dass ihr genug Freikilometer dazu bekommt und dass die Selbstbeteiligung der Versicherung nicht zu hoch ist. Das sind nämlich Hebel mit denen die Anbieter das Abo günstiger gestalten können. 

Laufzeit und Flexibilität 

Der zweite große Unterschied ist die Laufzeit/Flexibilität. Beim E-Auto-Abo arbeiten die Anbieter oft mit einer Mindestlaufzeit. Das bedeutet, ihr könnt ein Abo abschließen, habt dieses mindestens für die angegebene Laufzeit und könnt es dann entweder weiterlaufen lassen oder kündigen, wie ihr möchtet. Bei einigen Anbietern ist diese Mindestlaufzeit nur einen Monat lang. Beim Leasing hingegen legt ihr direkt am Anfang einen Zeitraum zwischen einem und vier Jahren fest. Für diesen bekommt ihr das Auto dann und gebt es danach wieder ab. 

Hier endet die Flexibilität des Auto-Abos aber noch nicht. Denn nicht nur die Laufzeit ist flexibel, sondern auch das Fahrzeug selbst. Bei einigen Anbietern könnt ihr das Auto nach einem bestimmten Zeitraum wechseln. Ihr bekommt dann verschiedene Pakete, die sich am Wert der Autos orientieren. Die nennen sich dann Small-Abo, Medium-Abo und Large-Abo (oder ähnlich) und bieten euch eine Auswahl an Autos, die ihr teilweise monatlich wechseln könnt, wenn ihr möchtet. An das Leasing-Auto auf der anderen Seite seid ihr für die Vertragslaufzeit gebunden. 

Vor- und Nachteile des E-Auto-Abos

Viele Vorteile des E-Auto-Abos werden bereits aus der Erklärung klar: finanzielle Planungssicherheit, weniger Stress, weil alles in einer Rate abgedeckt ist, keine versteckten Extrakosten, flexible Laufzeit und Flexibilität bei der Autowahl. Dazu kommt noch, dass E-Flitzer aus dem Abo oft kurzfristiger verfügbar sind, da sie bereits beim Händler stehen und darauf warten abonniert zu werden. 

Elektroauto VW ID.3
Bei einigen Anbietern könnt ihr monatlich wechseln. Quelle: VW

Und darin steckt auch schon ein Nachteil des Abos. Die Autos könnt ihr normalerweise nicht selbst konfigurieren. Der Anbieter bestellt die Autos und hat sie vor Ort. Ihr müsst sie also so nehmen, wie er sie anbietet. Beim Leasing oder Autokauf, könnt ihr das Wunschfahrzeug selbst ausstatten. 

Dazu vermieten viele Anbieter nicht an jeden. Bevor ihr ein E-Abo abschließen möchtet, solltet ihr darauf achten, ob ihr überhaupt in Frage kommt. Denn einige Anbieter haben ein Mindestalter und es gibt sogar Höchstalter, was ab 70 Jahren losgeht. Wenn ihr in eine dieser Kategorien fallt, könnt ihr bestimmte Angebote schlicht nicht nutzen oder zahlt extra weil ihr zu jung oder alt seid. 

E-Auto-Abo-Anbieter

Insta Drive: Irgendwo zwischen Abo und Leasing

Insta Drive hat ein Angebot, das irgendwo zwischen Leasing und E-Auto-Abo liegt. Das Unternehmen nennt seinen Service “Easing”. Ich würde vermuten, das Wort ist auch eine Mischung aus E-Auto und Leasing und soll euch dabei sagen, wie einfach es ist, dieses zu mieten oder zu abonnieren. 

Auf Instadrive ist im Easing alles inklusive. Versicherung, Wartung, Garantie, Bereifung und Gebühren sind alle in der monatlichen Rate enthalten. Wie beim Leasing könnt ihr euch hier euer Wunschauto selbst konfigurieren, ihr habt dadurch aber auch längere Lieferzeiten. Außerdem ist der Vertrag nicht so flexibel, denn am Anfang wählt ihr eine Dauer zwischen 3 und 6 Jahren aus, für die ihr dann an den Vertrag gebunden seid. Danach könnt ihr diesen günstiger weiterlaufen lassen, ein neues Fahrzeug aussuchen oder aus dem Vertrag aussteigen.

Das Model 3 von Tesla findet ihr bei Insta Drive. Quelle: Unsplash/ Charlie Deets

Das günstige Modell ist hier zurzeit der Fiat 500e Coupé, den ihr ab 192 Euro im Monat bekommt. Das scheint erstmal ein richtiges Schnäppchen zu sein, allerdings ist das nur die Grundausstattung des Autos. Für Extras zahlt ihr auch extra. Insgesamt bietet Insta Drive einen coolen Hybrid aus Leasing und E-Auto-Abo, bei dem ihr einen günstigen All-Inclusive Tarif bekommen könnt, wenn ihr auf die Extras verzichtet. 

Volkswagen: Ein waschechtes E-Auto-Abo

Das E-Auto-Abo von Volkswagen ist ein waschechtes Auto-Abo ohne Leasing-Elemente. Hier könnt ihr entweder den Volkswagen ID.3 oder ID.4 abonnieren und seid für 3-6 Monate an den Vertrag gebunden. Danach könnt ihr das Abo jederzeit kündigen. Wenn ihr euch direkt 6 Monate bindet, wird die Rate entsprechend kleiner. 

ModellMindestlaufzeitPreis Pro Monat
ID.36 MonateAb 499 Euro 
3 MonateAb 589 Euro
ID.46 MonateAb 649 Euro 
3 MonateAb 739 Euro

Laut VW sind die Autos in 14 Tagen nach der Bestellung verfügbar, dafür könnt ihr das Auto dann aber nicht selbst konfigurieren. Im Preis ist alles außer den Stromkosten enthalten. Dazu zählen Wartungskosten, Winterreifen, Wertverlust, Schlussraten, Versicherung und Reparatur. Um das E-Auto-Abo von VW wahrnehmen zu können, müsst ihr mindestens 19 Jahre alt sein und mindestens seit einem Jahr einen Führerschein haben. 

Den ID.4 gibt’s direkt im E-Auto-Abo bei VW. Quelle: VW

Damit hat Volkswagen ein schönes E-Auto-Abo geschnürt für alle, die kurzfristig ein Auto brauchen, flexibel sein möchten oder VWs Elektroflitzer einfach nur für ein paar Monate testen möchten. 

Shell Recharge: Aus Ladenetzwerk wird E-Auto-Abo

Shell hat mit Shell Recharge bereits ein Netzwerk an Ladesäufen inklusive App, in dem ihr euer Elektroauto laden und mit der Shell-Karte zahlen könnt. Wenn ihr die Partner von Shell Recharge dazu zählt, besteht das Netzwerk aus über 250.000 Ladesäulen in Europa verteilt. Mit dem Shell-Recharge-Auto-Abo geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter. Es verkauft euch nicht nur den Strom, sondern stellt euch auch das Auto bereit. 

Die monatliche Rate ist dabei vom Auto selbst abhängig. Los geht es momentan mit dem Dacia Spring in der Business-Version ab 199 Euro im Monat. Dabei ist das Auto bereits vorkonfiguriert, was die Wartezeiten in der Regel verkürzt. Am anderen Ende der Preisspanne findet ihr momentan den Porsche Taycan, welchen ihr ab 1.790 Euro im Monat bekommt. 

Den Dacia Spring gibts bei Shell ab 199 Euro im Monat. Quelle: Shell

Auch bei Shell sind in der monatlichen Rate alle Kosten bis auf den Strom selbst enthalten. Ein Minuspunkt gibt es bei der Flexibilität, denn ihr wählt am Anfang des E-Auto-Abos eine Laufzeit aus, die ihr dann einhalten müsst. Danach könnt ihr euch für ein neues Auto entscheiden oder das Auto einfach wieder abgeben. Allerdings kann die Vertragslaufzeit auch nur 6 Monate betragen, wenn ihr das Auto für eine kurze Zeit braucht. 

Nextmove: Flexibilität hat ihren Preis

Nextmove bietet eine Vielzahl an Elektroautos im E-Auto-Abo an. Dabei sind die Modelle in verschiedene Kategorien unterteilt, nach denen sich die Preise richten: 

KategoriePreis pro Monat
XXS329 Euro
XS399 Euro
S499 Euro
M599 Euro
L629 Euro
XL849 Euro
XXL599 Euro

Dafür bekommt ihr in jeder Kategorie verschiedene Modelle der entsprechenden Größe, die ihr monatlich wechseln könnt. Im Preis enthalten sind 1.000 Kilometer im Monat, mehr Kilometer kosten euch 20 Cent pro km. Dazu gibt es noch einige Extras, die ihr zu dem Abo dazubuchen könnt, oder eventuell sogar müsst. Auf der Webseite listet der Anbieter eine sogenannte “Jungfahrer-Gebühr” auf, welche für Fahrer bis zur Vollendung des 24. Lebensjahr gilt und bis zu 69 Euro im Monat obendrauf kostet.

Außerdem gibt es eine einmalige Startgebühr von 199 Euro und eine einmalige Ladepauschale. Dafür gibt es aber auch viel Flexibilität, da ihr das Auto monatlich wechseln oder den Tarif kündigen könnt. Trotzdem sind 329 Euro für die kleinste Klasse schon vergleichsweise happig. Was ich persönlich sehr schade finde: Die Autos gibt es ausschließlich mit Nextmove-Branding. Das würde mir das Gefühl geben, mit einer Werbetafel durch die Gegend zu fahren. Ich ziehe schlichte Designs vor. 

Fazit und für wen lohnt sich das? 

Ein E-Auto-Abo lohnt sich für alle, die entweder ein Elektroauto für eine kurze Zeit ausprobieren möchten oder für solche, die das Auto nicht unbedingt besitzen möchten. Denn so ein Abo gibt euch in jedem Fall Planungssicherheit, da ihr die Raten von Anfang an kennt und in der Regel alles inbegriffen ist. 

Bei einigen Anbietern wie Nextmove seid ihr sogar so flexibel, dass ihr das Auto jeden Monat wechseln oder das Abo beenden könnt. 

Titel: Unsplash/ Alex Zahn

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4 Kommentare zu “E-Auto-Abo: So funktioniert’s

    1. Moin altersack, das scheint mir tatsächlich ein Typo zu sein. Ich finde nur Höchstalterangben ab 70 Jahren als Minimumgrenze. Eventuell hast du also noch ein wenig Zeit bevor du dich zu dieser diskriminierten Bevölkerungsgruppe zählen darfst.

      Danke für den Hinweis, ich habe es im Text geändert.

  1. Instadrive ist kein Abo sondern Leasing! Beim Abo geht es ja gerade nicht darum am Anfang eine große Anzahlung zu leisten. Ohne große Anzahlung von z.B. 10.000 € sind die monatlichen Raten auch nicht günstig. Keine Ahnung, wie das bei der Recherche übersehen werden konnte.

    1. Hallo Rainer,

      Wie im Artikel erwähnt befinden sich viele Angebote irgendwo zwischen Abo und Leasing. Im Artikel schreibe ich wörtlich „Insta Drive hat ein Angebot, das irgendwo zwischen Leasing und E-Auto-Abo liegt.“

      Der Abo-Teil ist hier, dass alles in einer Rate enthalten ist, was beim klassischen Leasing nicht der Fall wäre. Außerdem bist du ja flexibel wie hoch die Anzahlung sein sollte. Aber du hast schon recht: Die Raten beim Abo sind selten günstig.

      Lieber Gruß,
      Kay

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