Autobahn-App: Kein Navi-Ersatz, aber tolle Ergänzung

Die Autobahn-App liefert wertvolle Infos für Fans der Schnellstraßen – oder ganz normale Autofahrer wie euch. Schmeißt euer Navi aber noch nicht weg!

Autobahn-App: Kein Navi-Ersatz, aber tolle Ergänzung

Da waren Menschen mit Herzblut am Werk – der Gedanke kommt vielleicht auch euch, wenn ihr euch die Autobahn-App anschaut, die heute neu an den Start geht.

In ihr findet ihr Informationen über eure geplante Route, über Rastplätze, Services dort vor Ort, Verkehrsmeldungen, Staus, den Standort von E-Ladesäulen und auch einen Routencheck mit Kartenmaterial:

Hilfreich außerdem: Ein Zugriff auf über 1.000 Live-Cams, mit denen ihr etwa an einer geplanten Anschlussstelle die Verkehrsauslastung überprüfen könnt. Ist dort gerade Stau? Dann umfahrt ihn!

Verzögerungen rechnet die Autobahn-App gleich mit ein

Auch eine Einschätzung zur Dauer eurer Fahrt auf der geplanten Route, etwaigen Verzögerungen, der genauen Entfernung und möglichen Gefahrenstellen liefert die App. Die Fahrzeit Bonn-Kiel mit dem Zwischenhalt Emden schätzt sie etwa auf 7:27 Stunden bei einer Entfernung von 682,07 km. Auch eine Streckenansicht liefert sie auf der verfügbaren Karte:

Der Staumelder arbeitet nach Angaben der Betreiberin, der Autobahn GmbH des Bundes, nicht nur mit Bluetooth und GPS, sondern auch mit einer eigenen Verkehrsüberwachung. Dazu liefert die Autobahn-App eine Wegbeschreibung mit und damit eine Vorstufe zu einem Navigationssystem.

Kein Ersatz für Navi-Apps

Ein Ersatz für Navigations-Apps wie Apple Maps, Google Maps oder andere soll die App indes nicht sein. Die Autobahn-App zeigt euch die Streckenplanung auf einer Karte an, eventuelle Störungen und sogar eine Wegbeschreibung. Was ihr aber fehlt, ist eine Karten- oder Sprachnavigation. Dazu verweist die App andere auf eurem Smartphone verfügbare Navigations-Apps und gibt die Strecken, die ihr bereits angelegt habt, an sie weiter.

Das klappt in unserem Kurztest auch fast. Google Maps übernimmt Strecke und Zwischenhalt. Das nicht ganz so vielseitige Apple Maps allerdings lässt unseren geplanten Zwischenhalt in Emden aus, weil es die Funktion derzeit noch nicht beherrscht.

Noch nicht ideal gelöst: Die Autobahn-App erkennt zwar, wenn Teile der Autobahn gesperrt oder nicht passierbar sind. Wie etwa derzeit die von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Teile der A1 und A61. Der Routenplaner zeigt für eine Route dadurch aber dennoch nur die Standard-Strecke an, keine Umleitung. Das müssen dann die jeweiligen Navigations-Apps richten.

Ansonsten läuft in unserem kurzen Test alles gut: Die Suche nach Orten liefert viele Alternativen (etwa bei unserem Testort Brüggen, ein Ortsname, den es häufig gibt). Auf Webcams konnten wir live zugreifen. Die Verkehrsmeldungen sind aktuell und übersichtlich. Sortieren könnt ihr sie nach Wegstecke oder Autobahn.

E-Ladesäulen: Basis-Infos

Für E-Ladesäulen zeigt die App an, wie viele Ladepunkte und welche Art von Ladesystem dort für euch verfügbar ist.

Noch schöner wäre natürlich auch eine Zustandsanzeige der Ladesäulen. Ob sie gerade betriebsbereit und vor allem auch für euch frei sind. Aber das sind Infos, die auch die Betreiber längst nicht immer übermitteln, sprich: das ist noch Zukunftsmusik.

Die Autobahn-App stammt von der Berliner Softwareschmiede prototype.berlin GmbH, und sie ist die Nachfolgerin der „Meine Autobahn“-App. Sie präsentiert sich uns in unserem Kurztest übersichtlich und voller wertvoller Infos. Da waren Leute am Werk, die sich wirklich Gedanken gemacht haben. Allenfalls die Darstellung wirkt in unseren Augen ein klein wenig altbacken und zu Weilen bürokratisch. Werbebotschaften wie „Autobahn – eine für alle“ muten eigenwillig an. Das schmälert das ansonsten tolle Nutzungserlebnis allerdings nicht.

Fahrt ihr in Urlaub über Deutschlands schnellste Straßen, dann lautet unser Rat, auf eurem Smartphone oder Tablet beides installiert zu haben: eine Navigations-App wie Google Maps und die Autobahn-App als wertvolle Ergänzung.

Die Autobahn-App gibt es für iPhone und Android.

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