Mobile Office: Dein größter Feind ist die Sonne

Trendblog-Redaktionsleiter Jürgen Vielmeier schmeißt den Laden derzeit vom Auto aus. Und darin lässt sich vortrefflich arbeiten, wäre da nicht dieser lästige Strahlemann am Himmel, die alles verderben würde: die Sonne.

Schweden im Sommer bietet eigentlich traumhafte Bedingungen, um von unterwegs zu arbeiten: Seen, Strände, Berge, Landschaft. Und dazu eine vortreffliche Infrastruktur. Ich habe das Land jetzt einmal ganz durchquert und hatte eigentlich immer LTE-Verbindung, egal wie abgelegen der Ort war. Es soll ja Länder geben, in denen das lange nicht so ist…

Jedenfalls: Das Arbeiten klappt mit der richtigen Technik. Laptop auf den Schoß und dann damit ab in den nächsten Park – oder auch auf den Beifahrersitz. Eine feste Unterlage ersetzt den Schreibtisch.

Alles gut, wenn da nur eins nicht wäre: die olle Sonne! Die Schweden lieben es verständlicherweise, sich bei schönem Wetter zu sonnen. Und die Landschaft wird so natürlich erst richtig schön. Für jemanden, der mobil arbeiten will, ist die Sonne allerdings Gift. Aus zwei Gründen.

1. Autos und die Sonne vertragen sich einfach nicht

Arbeitet man im Auto und die Sonne scheint darauf, wird es ziemlich schnell sehr heiß. Denn das weiß jedes Kind: Autos isolieren schlecht. Zu warm im Sommer, zu kalt im Winter, weswegen man mit einer Klimaanlage nachhilft. Das geht aber nur mit laufendem Motor und das wäre aus ökologischen und finanziellen Gründen nicht zu empfehlen.

Das Fenster runterkurbeln, hilft nur bedingt. Es wird nur etwas kühler und die in Schweden nicht gerade knapp vorhandenen Mücken breiten sich aus. Also auch keine Option. Man könnte tatsächlich ein Fliegengitter anbringen, aber auf dem Beifahrersitz? Also lieber ab nach draußen. Doch hier ergibt sich gleich ein weiteres Problem.

2. Und dann spiegelt sie auch noch

Ihr kennt sicher auch diese Werbefotos, wo jemand strahlend lächelnd mit dem Laptop arbeitend am Strand sitzt. Könnt ihr in der Realität vergessen! Erstens würdet ihr euer liebstes Arbeitsgerät niemals in die Nähe von Sand und Wasser bringen. Zweitens seht ihr so gut wie nichts mehr auf einem stark spiegelnden Display. Und damit sind viele moderne Laptops ausgestattet.

Ihr müsst dann die Helligkeit voll aufdrehen, aber das frisst wiederum Akku. Und wenn ihr keinen Zugang zu einer dauerhaften Stromquelle habt, wollt ihr genau das vermeiden.

Die Sonne ist damit dein bester Freund und größter Feind zugleich: Sie macht Schweden im Sommer erst attraktiv und einladend für mobile Worker. Und dann ist sie gleichzeitig ihr größtes Problem. Was die ganze Sache noch erschwert, ist, dass sich auf den ausgetretenen Touristenwegen kaum mal ein schattiges Plätzchen findet. Die Wege sind so breit angelegt, dass die Sonne den Schnee im Winter schnell schmelzen kann. Die Sonne steht außerdem sehr hoch. Ein einzelner Baum bringt nicht viel. Man sehnt sich zwar nicht nach Regen oder trübem Wetter. Aber nach Schatten, und den findet man leider ziemlich selten.

Und so bin ich nach knapp zwei Wochen im mobile Office verwundert: Das größte Problem ist bisher nicht die Suche nach einer guten Internetverbindung oder einer dauerhaften Stromquelle. Das größte Problem ist dieser Strahlemann da oben, der im Norden Schwedens selbst nachts keine Ruhe gibt. Einfach nervig.

2 Kommentare zu “Mobile Office: Dein größter Feind ist die Sonne

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