Mobile Office: Danke, liebe EU, danke, danke, danke!

Wahre Freiheit ist es, überall das tun und lassen zu können, was man möchte. Das schließt im Jahre 2017 freies Reisen mit ein – und natürlich mobiles Internet. Die EU hat uns hier befreit, findet Trendblog-Redaktionsleiter Jürgen Vielmeier.

Woran denkt man eigentlich zuerst, wenn man an die Europäische Union denkt? Fragt man hundert Leute auf einer deutschen Straße, werden vermutlich Begriffe wie Bürokratie, Bananen, Brüssel und Agrarsubventionen fallen. Dass Deutschland kräftig draufzahle und dafür nichts zurückbekomme, wird man sich wahrscheinlich auch einige Male anhören dürfen. Ein Wort wird aber ziemlich sicher nicht fallen: Freiheit.

Dabei hat man dank der EU genau das. Freies Reisen, Freizügigkeit – und seit diesem Sommer auch noch etwas Anderes: freie Datennutzung in jedem EU-Land.

Vor ein paar Wochen bin ich losgefahren, um auszuprobieren, wie das ist. Könnte ich auch in einem anderen Land gut ins mobile Netz gehen, vielleicht sogar damit arbeiten – mit meinem deutschen Mobilfunkvertrag? Das halte ich in meiner kleinen Serie Mobile Office hier auf dem Trendblog fest.

Mehr als Zuhause surft man hier auch nicht

Und während ich diese Zeilen schreibe – auf meinem Liege auf einem Campingplatz in Riga – versagt das Campingplatz-WLAN hin und wieder. Aber kein Grund zur Panik. Dann schalte ich halt mein iPhone ein und öffne mir einen mobilen Hotspot – mit dem hier verfügbaren 3G-Netz kein Problem. Die Bewohner Rigas haben vielleicht sogar LTE, mein deutscher Anbieter hat womöglich nur 3G-Kapazitäten eingekauft. Macht aber nichts: ist schnell genug, auch zum Arbeiten.

Kontrollen, wie hier an der russisch-estnischen Grenze, kommen einem plötzlich so altmodisch vor.

Kontrollen, wie hier an der russisch-estnischen Grenze, kommen einem plötzlich so altmodisch vor.

Lettland ist mittlerweile das siebte Reiseland auf meiner Route. Außer im ganz dünn besiedelten Norden Finnlands und Norwegens hatte ich in EU-Ländern eigentlich nie Empfangsprobleme. Meistens merkt man noch nicht einmal, dass man gerade in ein anderes Netz wechselt. Dass man an einer Grenze vorbeikommt, erkennt man ohnehin nur daran, dass sie einen kurzzeitig zwingend, 30 zu fahren. Das ist es meist. Das Smartphone routet automatisch. Und wenn einem das zugewiesene Netz nicht behagt, kann man in den Einstellungen von Hand ein Schnelleres auswählen.

Ich mache hier, was ich zuhause auch tun würde, informiere mich über die jeweiligen Gastländer und Städte, die ich besuche, live und vor Ort auf dem Smartphone. Ich schreibe Freunden, ich checke Mails und von Zeit zu Zeit meine Feeds, rufe zweimal am Tag Spiegel Online auf, um zu sehen, ob die Welt zuhause noch in Ordnung ist. Viel mehr muss auch eigentlich gar nicht. Ich behaupte, dass man im Reiseland kaum mehr Daten verbraucht als zuhause, weil man ja auch hier auf das vertraglich festgelegte Datenvolumen beschränkt ist. Also keine Angst, O2 und Co.!

Lästert ruhig über die EU, aber lasst sie mir!

Aber die Möglichkeit, es jederzeit tun zu können, das ist echte Freiheit. Das ermuntert auch zum Reisen, das baut Vorurteile gegenüber anderen Menschen ab, das schafft das Gefühl, dass die Welt ein Stück kleiner wird.

Von daher: Ja, macht ihr ruhig! Lästert über die EU (solange ihr sie mir lasst) und blast zuhause Trübsal. Ich erfreue mich derweil an den mit EU-Geldern gut ausgebauten Schnellstraßen in Estland, Lettland und Polen. Bade an schwedischen Stränden und verschicke Fotos vom Meer per WhatsApp, bezahle in Litauen meine Rechnung mit dem gleichen Geld wie zuhause. Und genieße es, immer und überall ohne weitere Kosten ins mobile Internet gehen zu können.

Es mag eine Marketing-Aktion der EU-Kommission gewesen sein, dass sie pünktlich zur anstehenden Reisesaison am 15.6.2017 Roaming-Gebühren EU-weit abgeschafft hat. Aber ganz ehrlich: Von solchen Marketing-Aktionen nehme ich gerne noch ein Dutzend mehr mit. Dafür liebe ich die EU und sage ganz laut: danke, danke, danke, danke! Das war eine richtig tolle Aktion!

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