Mirabook: Aus eurem Smartphone wird (schon wieder) ein Laptop

Das Smartphone als Herz eines Laptops. Das Mirabook sieht wie ein normales Notebook aus, funktioniert allerdings nur dann, wenn das Mobiltelefon in der Nähe ist.

Es scheint die Vision einiger Unternehmen zu sein, die Leistungsfähigkeit eines Smartphones dazu zu nutzen, den guten, alten PC in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Microsofts Continuum sah schon vor über einem Jahr vor, ein Windows 10-basiertes Telefon mittels Dockingstation in einen vollwertigen Arbeitsrechner zu verwandeln.

Durchsetzen konnte sich das Konzept zwar nicht, dafür präsentierten Hersteller wie HP mit dem Elite x3 oder Acer mit dem Liquid Jade Primo eigene Ansätze. Zuletzt zeigte Samsung mit DeX, wozu das anstehende Galaxy S8 eingesetzt werden kann – als „Notfall-“ bzw. einfacher Office-PC mit einer Windows-ähnlichen Oberfläche. In eine vergleichbare Richtung geht das Mirabook von dem französischen Startup Miraxess.

Ein Notebook? (Foto: Miraxess)

Ein Notebook? (Foto: Miraxess)

Das kann das Mirabook

Das Mirabook verfügt über einen 13,3 Zoll großen Bildschirm, der in einem Aluminiumgehäuse steckt. Das Full-HD-IPS-Display dürfte bei der Größe vollkommen ausreichen, zudem gibt’s zwei USB Typ-A- und zwei USB Typ-C-Ports, HDMI, einen SD-Speicherkartenleser sowie einen integrierten Akku. Die Tastatur ist eine Selbstverständlichkeit. Man könnte meinen, dass wir über ein reguläres Notebook reden. Allerdings fehlt der eigentliche Rechner. Stattdessen sollt ihr euer Smartphone verwenden, das über USB Typ-C mit der Peripherie verbunden wird.

Sogar zum Spielen geeignet. (Foto: Miraxess)

Sogar zum Spielen geeignet. (Foto: Miraxess)

Die Grundidee dahinter ist an sich nicht einmal eigenständig, denn die Erfinder greifen auf bereits vorhandene Lösungen zurück. Besagtes DeX wird beispielsweise unterstützt, sodass ihr am Mirabook die Samsung-Oberfläche verwendet. Genauso sind Remix OS, Microsoft Continuum, Leena OS, Maru OS, Ubuntu und Oxi OS geeignet. Und: Wenn ihr wollt, schließt ihr sogar einen Raspberry Pi oder Compute Stick an. Bis zu 24 Stunden Laufzeit verspricht der Hersteller, in dieser Zeit wird sogar das angeschlossene Smartphone aufgeladen. Das ist praktisch. Lautsprecher, Trackpad und ein Gewicht von unter einem Kilogramm sprechen ebenso für das Mirabook.

Keine schlechte Idee

Mirabook sieht sich eher als „Korpus“, ihr selbst entscheidet, welches System ihr favorisiert. Und letztlich ist genau das womöglich eine wirklich gute Idee. Euer Smartphone ist ohnehin ständig dabei, nur manchmal braucht ihr „etwas mehr“ für produktive Arbeit? Einfach Mirabook anschließen und schon steht das Notebook bereit, das im besten Fall leistungsstark für Standard-Aufgaben ist. Und da ist noch der Preis: Ab 180 US-Dollar soll es losgehen, wenn ihr euer gutes Geld via Crowdfunding bei Indiegogo vorschießt. Normal soll das Gerät knapp 300 US-Dollar kosten, was vermutlich auch noch akzeptabel wäre.

Die Frage ist nur: Kommt das Mirabook gut genug bei potentiellen Interessenten an? Die aktuell laufende Kampagne ist bisher nicht so recht in Fahrt gekommen, sie läuft allerdings noch einige Zeit. Mirabook geht damit in eine ganz ähnliche Richtung wie das 99 Dollar teure Superbook, das in diesem Sommer endlich verschifft werden soll. Die Unterstützung für andere System statt nur des für das Superbook angepasste Andromium OS macht das Mirabook indes vielseitiger und damit sicher auch ein wenig Aufpreis wert.

Sicherlich schwingt etwas Skepsis mit, aber grundsätzlich gefällt mir die Vorstellung vom Mirabook. Sollte das alles tadellos klappen, wäre das für den Alltag sicherlich eine clevere Lösung. Oder seht ihr das anders?

Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*