CES 2018: (Persönliche) Technologie-Highlights aus Las Vegas

Zahllose Unternehmen präsentierten auf der CES 2018 in Las Vegas ihre neuesten Technologien, Produkte und potentiellen Trends. Und das sind die subjektiven Highlights unseres Redakteurs Sven Wernicke.

Die Consumer Electronics Show (CES) ist seit Jahren eine der wichtigsten Messen rund um Heimelektronik und Trends, die uns in (naher) Zukunft erwarten. Als Konsument halte ich so manche Vision für ziemlich schräg. Ich kann mir nicht vorstellen, einen riesigen Haushaltsroboter in der Wohnung herumfahren zu lassen oder in meinem überschaubar großen Wohnzimmer ein monströses OLED-Display aufzurollen, wenn ich einen Film schauen will.

Dagegen gefielen mir andere Ideen, die zum Teil gar nicht mal so visionär sind, dafür aber einen konkreten praktischen Nutzen besitzen und Mehrwerte für „meine kleine Welt“ bieten. Das sind meine Favoriten von der CES 2018…

Razer Project Linda

In der Vergangenheit versuchten es einige Unternehmen schon, aber Project Linda vom Gamingzubehör-Profi Razer könnte echt funktionieren. Und: Irgendwie wirkt das Konzept cool. Neulich habe ich hier die Frage gestellt, wer eigentlich ein Gaming-Smartphone wie das Razer Phone braucht? Das Gerät wird im Project Linda zur Basis für einen Laptop, der zum Arbeiten und Spielen von Android-Games genutzt werden kann.

Clevere Idee - Project Linda. (Foto: Razer)

Clevere Idee – Project Linda. (Foto: Razer)

Project Linda ist sozusagen ein Korpus, der aus einem 13,3 Zoll großen Quad-HD-Bildschirm mit Touchscreen, 720p-Kamera, 200GB Festplatte, Mikrofon und einem 53,6 Wh starken Akku besteht. Schiebt das Razer Phone an die Stelle, wo sich sonst ein Touchpad befindet, schon wird der Laptop zum Leben erweckt.

Ob die Laptop-Variante von Android gut zu bedienen ist? Das liegt an den Entwicklern von Razer. Aber so in der Theorie könnte dieser Hybrid echt funktionieren. Zumindest das offizielle Video gefällt mir richtig gut…

Wann und ob Project Linda erscheint? Bisher unklar. Neu: Wann und ob Project Linda erscheint? Bisher unklar. Auf der Linda-Website könnt ihr euch informieren.

Philips Hue

Wer meine Texte der letzten Woche und Monate etwas verfolgt hat, (zum Beispiel Philips Hue Entertainment: So erleuchten Filme und Spiele euer Wohnzimmer oder Philips Hue: So bringt ihr mit LightStrip Licht in lange Räume) wird sich jetzt vielleicht nicht wundern: Auch die kleinen Neuankündigungen rund um Philips Hue konnten mein Interesse wecken. Langsam macht der Hersteller ernst und bringt Philips Hue Entertainment voran. Der erste Partner ist Razer, wie ich schon in meinem Beitrag Razer: So bringt ihr euer Gaming-Zubehör mit Philips Hue zusammen schrieb.

Die neueste Version der Hue-App für iOS und Android lässt euch eure Lampen schon in Entertainment-Bereiche platzieren. Vermutlich sehr bald werden sich diese passend zu Spielen und Filmen farblich ändern.

Hue wird dank Hue Entertainment noch flexibler. (Foto: Razer)

Hue wird dank Hue Entertainment noch flexibler. (Foto: Razer)

Doch nicht nur das: Unter macOS und Windows könnt ihr ab dem 2. Quartal mittels Hue Sync Musik, Videos und Games optisch aufwerten. Das dürfte Richtung Ambilight gehen, aber auf der Hue-Website findet ihr auch, dass andere Firmen ebenfalls zur Verfügung stehende Schnittstellen nutzen dürfen.

Hue wird also sehr viel facettenreicher und flexibler – und das noch 2018. Dazu passt es, dass Philips zudem Outdoor-Lampen anbieten möchte. Endlich.

Razer Hyperflux

Smartphones lassen sich seit einigen Jahren dank Induktion kabellos aufladen. Diese Idee schwappt langsam auch zu den Computermäusen über – eigentlich ein naheliegender Gedanke. Aber Razer denkt einen Schritt weiter: Die Hyperflux Wireless Power Technologie erzeugt ein magnetisches Feld, das Energie direkt zur auf der Mausmatte liegenden Maus sendet.

Der Clou: Nicht einmal ein Akku im Nager wird benötigt, sodass ein optimales Gewicht für Profigamer erzielt wird. Die von Razer entwickelte Adaptive Frequency Technology (AFT) verspricht eine immer optimale Signalstärke und stabile Datenübertragungen. Genutzt wird das 2,4GHz Frequenz-Band.

Schaut euch das mal an…

Trotzdem: Die erste Maus, genauer die Razer Mamba HyperFlux, kostet zusammen mit der Razer Firefly HyperFLux Powermat knapp 280 Euro. Das ist schon ein heftiges Sümmchen – so reizvoll die Technik dahinter auch klingt. Mehr Informationen findet ihr auf der Razer-Website.

Asus ROG Bezel-Free-Kit

Während Nvidia versucht, riesig große Displays für Gamer zu etablieren (die sogenannten BFGDs erkläre ich euch an anderer Stelle), probiert es Asus mit dem Bezel-Free-Kit. Eigenartig ist dieses schon, aber es versucht immerhin, ein Problem zu lösen. Spezielle Abdeckungen für Monitorränder sind in der Lage, sich den Randfarben des dargestellten Bildes anzupassen.

Endlich fließende Übergänge. (Foto: Asus)

Endlich fließende Übergänge. (Foto: Asus)

Ein komplexes System aus Linsen und lichtdurchlässigem Kunststoff sorgt dafür, dass mehrere Monitore nebeneinander nicht durch die Ränder visuell getrennt werden. Geeignet ist das Bezel-Free-Kit für die Asus-eigenen ROG-Monitore Swift PG258Q und Strix XG258Q. Weitere Displays, vielleicht von anderen Firmen, sollen folgen.

Ob sich die Idee durchsetzt? Völlig unklar. Aber ich finde es schon faszinierend, wie sich Tüftler Gedanken gemacht haben, ein immersives Spielerlebnis ohne Kanten zu ermöglichen. Hintergründe verrät Asus auf der ROG-Webseite.

Table Pong

Eigentlich schon vor zig Monaten bei Kickstarter finanziert, zeigte sich der Table Pong auch auf der CES 2018. Es handelt sich um einen mechanischen Spielautomaten, der den Arcade-Klassiker sozusagen neu interpretiert.

Ein schönes Spielzeug. (Foto: Table Pong Project)

Ein schönes Spielzeug. (Foto: Table Pong Project)

Statt Pixel gibt’s hier Styropor, das ihr über das Spielfeld schickt. Auch werden beim Table Pong Magnete über Motoren bewegt, gesteuert wird wie beim Original. Sogar ein Computergegner ist integriert, mehr Spaß gibt’s sicher mit zwei menschlichen Teilnehmern.

Ab April ist Table Pong für 2800 US-Dollar direkt beim Hersteller erhältlich. Was mir an der Maschine so gefällt: Es ist fast wie eine Abkehr von Highend-Technologie. Keine hochauflösenden Displays, stattdessen bekommt ihr ein minimalistisches Spielprinzip. Solch einen Table Pong würde ich doch sehr gerne zum Beispiel in einer Kneipe oder Billard-Bar ausprobieren wollen.

Sony LSPX-A1

Hui. 30.000 US-Dollar soll der Kurzdistanzprojektor LSPX-A1 von Sony kosten. Geboten wird eine Art Tischchen, in dem ein Beamer steckt. Der bringt ein 4K-Bild mit 12bit Farbtiefe an die Wand. Maximal 120 Zoll werden als Bilddiagonale versprochen – wow!

Der Sony LSPX-A1. (Foto: Sony)

Der Sony LSPX-A1. (Foto: Sony)

Das Highlight ist, dass der LSPX-A1 einen Z-Phosphor-Laser nutzt, um das Bild „nach oben“ zu projizieren. In dem Möbelstück steckt zudem eine Highend-Soundanlage, die einen klaren 360-Grad-Raumklang verspricht.

Der Verzicht auf Kabel und das edle Design sind zwei Aspekte, die mich faszinieren. Allein schon die Fotos auf der Sony-Webseite sprechen mich total an. Hach. Toll. Dumm nur, dass der Preis doch etwas hoch ist…

Es sei betont: Das ist nur eine kleine, subjektive Liste. Natürlich gab es auf der CES 2018 noch sehr viel mehr zu sehen. Was konnte euch am meisten begeistern? Ich freue mich über einen Kommentar von euch!

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