Yamaha und Fujitsu Sound Innovation: Mithörende Ohrstöpsel sollen emotionalen Mehrwert liefern

Auf der Jahreskonferenz stellte Fujitsu eine Kooperation mit Yamaha vor. Sound Innovation sind Kopfhörer mit Künstlicher Intelligenz, die automatisch eine Art Audio-Tagebuch erstellen.

Ein bisschen gruselig ist die Vorstellung schon. Yamaha und Fujitsu haben sich zusammengetan, um „Sound Innovation“ zu entwickeln – ein paar Kopfhörer, die ständig mithören. Die kabellosen In-Ear-Ohrhörer sollen mit GPS und Mikrofon ausgestattet sein und selbständig die Geräusche der Umgebung aufzeichnen.

Sound Innovation soll emotionalen Mehrwert bieten

Die Kopfhörer mit dem Arbeitstitel „Sound Innovation“ sollen in der Lage sein, durch Künstliche Intelligenz (Ein Kreuzchen beim Buzzword-Bingo) die Geräusche zu identifizieren, die erinnerungswürdig sind. Diese werden dann in die Cloud (zweites Kreuzchen) geladen. So entsteht eine Art Audio-Tagebuch, auf das man jederzeit zugreifen kann.

Kommt man z.B. an einen Ort, an dem man bereits war, kann man sich dank Geo-Tagging die aufgezeichneten Gespräche oder Geräusche vorspielen lassen, die diesem Ort zugeordnet sind. Schon ein bisschen gruselig, dass auf einmal die Stimmen der Vergangenheit hörbar werden, wenn man mit den Sound Innovation Kopfhörern einen Ort betritt, an dem man schon einmal war.

Zu den Kopfhörern gibt es noch eine pyramidenförmige Aufnahmestation, die The Broadcaster genannt wird. Sie kann als stationäre Aufnahmestation beständig die Umgebungsgeräusche eines bestimmten Ortes aufzeichnen. Und sie kann über externe Lautsprecher Aufzeichnungen laut abspielen.

Wer braucht solche Sound Innovation?

In einer Folge der TV-Serie Black Mirror kann man sich erlebte Szenen mit Bild und Ton wieder vorspielen lassen. Was aber zunächst ganz toll klingt, entpuppt sich als echter Alptraum. Manchmal ist es ganz gut, nicht alles wiedererleben zu können. Auch der Gedanke, dass eine Wanze im Ohr alles mithört, was ich höre, ist mir nicht geheuer. Und dann lädt sie die Aufnahmen noch nach eigenem Gutdünken in die Cloud – schauder. Vor allem stellt sich mir die Frage: Was soll das? Und wer soll sich das alles wieder anhören? Im Allgemeinen schaffen es ja die wenigstens Menschen, ihre ganz bewusst aufgenommenen Urlaubsfotos jemals wirklich zu sichten, zu sortieren und anzusehen. Natürlich kann man wirkliche Meilensteine wie das Jawort oder die ersten Worte seines Kindes aufnehmen. Das sind bewusst festgehaltene Erinnerungen. Aber ein beständiger Mitschnitt produziert meiner Meinung nach nur unendliche Mengen Datenmüll.

Und schließlich sollte man doch darauf aus sein, neue Dinge zu erleben. Das funktioniert nur, wenn man sich nicht auf den Soundtrack der Vergangenheit konzentriert. Oder wie seht Ihr das?

Die Entwickler bei Fujitsu und Yamaha planen, den Prototyp noch um andere Sensoren zu erweitern. So sollen die Kopfhörer irgendwann in der Lage sein, die Stimmungen des Trägers zu erkennen. Diese Stimmungen werden dann über die passenden Geräusche automatisch verstärkt, wenn sie positiv sind. Oder man schwächt negative Stimmungen durch positive Erinnerungen ab. Quasi ein Audio-Stimmungsaufheller. Aber zum Glück ist das alles noch sehr vage. Mal sehen, was wir von diesem Konzept und Prototyp in Zukunft hören werden.

Der Originalbericht und das Bild erschienen bei Wired UK.

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