Nah dran: Der Musikplayer Mighty arbeitet mit Spotify-Playlists statt MP3s, ist aber leider kein Activity-Tracker. Bild: Mighty Music

Was fehlt: Ein Activity Tracker mit Spotify-Funktion

Fitnesstracker von Fitbit, Garmin und Co. kommen mit immer neuen Funktionen daher. Eine entscheidende fehlt aber immer wieder darunter: ein Musikplayer! Und sollten Hersteller einen solchen einbauen, warum dann nicht gleich mit einer Funktion für Spotify und Co.?

Update unten: Inzwischen gibt es erste passende Geräte.

Ein Freund von mir bat mich neulich um Beratung. Er wollte sich einen MP3-Player kaufen. „Spät dran, der Gute“, dachte ich erst. Doch als wir im Kaufhaus vor einigen Geräten von Sony, Apple und Intenso standen, ertappte ich mich selbst bei dem Gedanken, mir noch einmal einen der teils erstaunlich schmucken Playern zuzulegen.

Musik zum Sport ideal mit einem kleinen Player

Ihr wisst schon: Beim Sport kann so ein MP3-Player durchaus praktisch sein. Laufen mit Musik kann beflügeln. Im April plane ich, einen Halbmarathon mitzulaufen. Und mir hier mein 5,5 Zoll messendes, mehr als 150 Gramm schweres Smartphone (OnePlus One) um den Arm zu binden und mit Klinkenstecker einen Kopfhörer daran anzuschließen, scheint mir keine besonders angenehme Überlegung.

Nah dran: Der Sony NWZ W273 ist ein Sportkopfhörer mit eingebautem MP3-Player.

Nah dran: Der Sony NWZ W273 ist ein Sportkopfhörer mit eingebautem MP3-Player.

Also doch ein MP3-Player? Aber da verbirgt sich das Problem gleich im Namen: MP3s höre ich schon lange nicht mehr und besitze ich auch gar nicht mehr. Seit ein paar Jahren bin ich treuer Spotify-Nutzer oder – allgemeiner formuliert – Anhänger von Musikstreaming in Form von Monatsflatrates. Es dürfte auch Deezer, Ampya oder Apple Music sein. So etwas auf einem kleinen, tragbaren Player zumindest wäre toll.

Alles in einem Gerät – warum denn nicht?

Also warum nicht gleich alles in einem Gerät? Ein Activity-Tracker mit einem kleinen Display, auf den ich meine Spotify-Sammlung hochladen und meinen Kopfhörer per Klinke oder Bluetooth anschließen kann? Oder – noch besser – alles direkt im Kopfhörer integriert. Player, Speicher, Musik – und die notwendigen Sensoren wie Beschleunigungssensoren, um die Aktivität aufzuzeichnen, wären direkt am Ohr untergebracht.

Spotify auf einem Wearable gibt es in einer ersten, limitierten Version etwa bereits für Google Wear. Die Funktion für Offline-Playlists fehlt noch, dürfte aber kommen.

Ja, was ich damit will, ist durchaus eine Art eierlegende Wollmilchsau: Activity-Tracker, Smartwatch-Funktion, Musikplayer und Kopfhörer in einem Gerät. Am liebsten natürlich noch wasser- und staubdicht nach IP68 und angenehm zu tragen. Geht nicht? Sicher nicht?

Schon fast da

Ich denke doch! Weiter oben im Beitrag seht ihr ein Bild vom Sony NWZ-W 273, der Walkman und Kopfhörer in einem ist und damit natürlich auch einen Akku gleich eingebaut hat.

Misfit Specter: Activity Tracker direkt im Kopfhörer eingebaut, soll Mitte 2016 auf den Markt kommen.

Misfit Specter: Activity Tracker direkt im Kopfhörer eingebaut, soll Mitte 2016 auf den Markt kommen.

Für eine Android-Wear-Funktion und ein paar Sensoren dürfte eigentlich noch Platz sein. Eine aktuelle Kickstarter-Kampagne will zum Beispiel den Mighty fördern – einen Musikplayer im Look des iPod Shuffle, der aber mit Spotify statt MP3s arbeiten soll. Das einzige, was ihm noch fehlt: Funktionen eines Activity-Trackers…

Misfit, ein Anbieter für Activity Tracker, hat auf der CES im Januar die Kopfhörer-Fitnesstracker-Kombination Misfit Specter vorgestellt. Hier hat man Musikplayer und Fitness-Tracker in einem. Allerdings ist noch nicht klar, welche App die Musik liefern soll.

Die "Dial" von Will.I.Am und der Telekom. Nette Idee, aber fraglich, ob sie jemals auf den Markt kommen wird. Bild: Telekom/I.am+

Die „Dial“ von Will.I.Am und der Telekom. Nette Idee, aber fraglich, ob sie jemals auf den Markt kommen wird. Bild: Telekom/I.am+

Und nicht zuletzt hat sogar Rapper Will.I.am in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom (!) etwas nicht Uninteressantes in Aussicht gestellt. Das smarte Armband Dial mit der Sprachunterstützung AneedA soll ohne Smartphone arbeiten, Musik abspielen können und gleichzeitig Fitness-Tracker sein. Einen Kopfhörer bräuchte man hier freilich immer noch.

Und es ist fraglich, ob das Gerät jemals auf den Markt kommt. Will.I.am hat sich den umstrittenen Singapurer Gründer Chandra Rathakrishnan ins Boot geholt. Die früher unter der Marke I.am+ angekündigten Geräte wie das Smartband Puls und ein iPhone-Kamera-Case haben es ebenso wenig je auf den Markt geschafft wie Ratakrishnans früher angekündigte JooJoo- und Grid-Tablets. Es blieb in allen Fällen bei großspurigen Ankündigungen…

Aber immerhin: Die ersten klugen Köpfe denken in die Richtung und einige produzieren sogar etwas Ähnliches. Jetzt muss das nur noch ein Hersteller umsetzen.

Update 16.1.2018: Knapp zwei Jahre, nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, zeigt ein aktueller Marktüberblick, dass es inzwischen die ersten Smartwatches mit Spotify-Funktion gibt. Diese lassen sich ganz unabhängig vom Smartphone auf der Smartwatch speichern und direkt an kabellose Kopfhörer streamen.

Bilder: Hersteller

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