VerveLife Ones

Was sind eigentlich Hearables?

Der kleine Knopf im Ohr kann ganz schön intelligent sein. Der Begriff Wearable ist es leider nicht, denn Uhren, Brillen und In-Ear-Kopfhörer haben nicht soviel gemeinsam. Wir erklären euch, was die Hearables so besonders macht.

Was wir hören, wird manchmal unmittelbar am Ohr aufbereitet: Im Headset steckt ein Digital Signal Processor (DSP), im Highend-Kopfhörer immer häufiger Active Noise Cancelling (ANC). Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert. Verstärkt wird, worauf sich die Aufmerksamkeit richten soll. Ein kleiner Chip trennt dafür das Wichtige vom Unwichtigen. Nichts anderes machen übrigens auch moderne Hörgeräte. Die ersten Hörhilfen schicken sich an, zum neuen Lifestyle-Produkt werden. Zusammen mit sportlichen In-Ear-Kopfhörern bilden sie die Kategorie der Hearables, die zu den Wearables gehört.

Smart Hearing

Ja, auch Hörgeräte. Die werden nicht nur kleiner und unauffälliger, sie vernetzen sich auch mit anderen Geräten. Zum Beispiel mit dem Fernseher. Resound spricht deshalb auch nicht mehr von Hörgeräten, sondern von Smart Hearing. Das Resound Linx 3D hat neben einem Restaurant-, Natur- und Allroundmodus auch einen für Audiostreaming. Dort können dann unter anderem Smartphone, Auto oder Smart Home ihre Benachrichtigungen abspielen, aber auch Ansagen am Bahnhof empfangen werden. Sogar Echtzeit-Übersetzungen sind möglich. Auch das ist eine Form von Augmented Reality. Das Hearable kann sich sogar merken, an welchem Ort welcher Modus gewählt wurde und wählt diesen automatisch.

Das Resound LinX 3D ist ein smartes Hörgerät, das sich auch per App steuern lässt (Bild: Resound)

Das Resound LinX 3D ist ein smartes Hörgerät, das sich auch per App steuern lässt (Bild: Resound)

Resound ist ein Schwesterunternehmen von Jabra, das sich auf Sportkopfhörer spezialisiert hat. Die neuen smarten Hörgeräte sind deshalb auch nicht nur für Hörgeschädigte gedacht. Jeder kann sie nutzen, um unangenehme Umgebungsgeräusche herauszufiltern und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das ist der gleiche Ansatz wie bei kompakten In-Ear-Kopfhörern mit Active Noise Cancelling – beispielsweise VerveLife Ones oder Samsung Gear IconX. Die sportlichen Varianten können darüber hinaus oft auch die GPS-Daten tracken, die Pulsfrequenz messen oder Musik ohne Smartphone abspielen.

Geräusche filtern, Stimmen verstärken

Wo bleiben da noch die Unterschiede? Ganz offensichtlich die Bauform. In-Ears werden, der Name sagt es bereits, im Ohr getragen. Sie decken die Ohrhöhlung ab, während bei smarten Hörgeräten, die Technik hinter der Ohrmuschel sitzt und ein kleines Röhrchen in den Ohrkanal führt. In beiden Fällen ist kaum noch etwas davon zu sehen. Durch die andere Bauform fällt der Akku in Hörgeräten kleiner aus. Da Bluetooth 4.x noch zu energiehungrig ist, wird meist eine andere Funktechnik eingesetzt. Ein Bluetooth-fähiger Dongle, der um den Hals getragen wird, kann die Brücke zu anderen Geräten schlagen. Bluetooth 5 könnte die Lösung sein.

Auf neue Situationen im Alltag angepasst werden können beide Gerätenarten per Smartphone-App, wobei die Erst-Einrichtung eines Hörgeräts in mehreren Sitzungen von einem Hörgeräteakustiker vorgenommen wird. Dort wird dann festgelegt, wie stark die Umgebungsgeräusche gefiltert werden, in welchem Winkel die Stimmen verstärkt werden – also ob man nur einer Person gegenübersitzt oder einer ganzen Gruppe.

Sprache als neues Interface

Wird dies nun ein neuer Hype mit nur mäßigem Erfolg wie zuvor Fitnesstracker und Smartwatches? Der Zwang, so etwas am Handgelenk zu tragen, ist nicht so groß, wie ein Smartphone in der Tasche zu haben. Bei den Hearables wird dies nicht anders sein. Dennoch gibt es Unterschiede. Erstens: Die Welt ist laut. Unangenehme Geräusche herauszufiltern, steigert die Lebensqualität. Nicht ohne Grund laufen so viele Menschen mit Kopfhörern durch die Straßen oder sitzen damit im Großraumbüro vor dem Rechner. Wer sich Active Noise Cancelling leisten kann, leistet sich in der Regel auch einen Kopfhörer damit.

Zweitens: Im Auto schon länger und jetzt auch in der Wohnung werden Geräte per Sprache gesteuert. Die Akzeptanz von persönlichen Sprachassistenten ist vorhanden. Sogar auf den Straßen sprechen immer mehr Menschen in ihr Smartphone, das sie sich vor den Mund halten. Wenig auffällige Hearables im Ohr mit leistungsfähigen Mikrofonen und etwas Intelligenz werden den Kontakt mit der Welt angenehm und alltagstauglich gestalten. Eine neue Gerätekategorie ist geboren. Hearables werden jedoch nicht so hochgejazzt wie andere zuvor. Auch mal gut.

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