Das digitale Antennenradio DAB+ setzt sich in Deutschland immer mehr durch. Das liegt auch an der in die nationale TK-Novelle übernommene EU-Richtlinie 2018/1972. Nach der müssen Neuwagen mit Audiosystem seit Ende 2020 ein DAB+-Radio verbaut haben. In Deutschland liegt die DAB+-Netzabdeckung bei 97 bis 98 Prozent der Fläche, was noch etwas besser klingt, als es ist. Und im Ausland?
Oder konkreter: Was passiert, wenn ich mit einem Auto mit DAB+-Radio über die Grenze fahre oder ein mobiles DAB+-Radio mit in den Auslandsurlaub nehme?
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DAB+: Gute Verbreitung im Ausland
Wenn du mit einem KFZ mit DAB+ im Autoradio über die Grenze fährst, musst du dir eigentlich wenig Sorgen machen. Denn viele unserer Nachbarländer sind bereits mit DAB+ versorgt. Das gilt vor allem für die meisten unserer kleineren Nachbarländer wie Dänemark, Niederlande, Belgien, Schweiz und Tschechien, wo jeweils mehr als 95 Prozent der Bevölkerung DAB+ empfangen können und auch diverse Multiplexe verfügbar sind.
In Österreich sperrte sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ORF lange gegen eine Ausstrahlung über DAB+, zog aber Ende 2025 nach. Privatsender in der Alpenrepublik strahlen ihr Programm schon länger über DAB+ aus.
In unseren größeren Nachbarländern Polen und Frankreich ist die Versorgung angelaufen und erreicht etwa jeweils die Hälfte der Bevölkerung. Fast alle europäischen Länder bauen derzeit DAB+ aus. Eine gute Übersicht, allerdings aktuell noch von 2022, liefert das Infoportal Dabplus.de.
Was muss ich tun, um im Ausland DAB+ zu nutzen?
Fährst du mit einem DAB+-Radio über die Grenze, musst du in aller Regel nur einen neuen Sendersuchlauf starten, um die dortigen Multiplexe zu empfangen. In einem Multiplex sind bis zu 16 Sender zusammengefasst. Es kann je nach Region aber auch mehrere Multiplexe geben.
Fährst du nicht weit über die Grenze und bleibst im grenznahen Gebiet, kannst du auch deinen zuletzt genutzten deutschen Multiplex in der Regel weiter empfangen. Hier ist es technisch ähnlich wie mit einem Mobilfunknetz oder UKW-Radio: Die Funkwellenausbreitung hängt von den Sendeanlagen des Ursprungslands ab. Und die macht vor Landesgrenzen natürlich nicht Halt, nimmt aber entsprechend mit weiterer Entfernung ab.
Was tun, wenn kein DAB+ verfügbar ist?
Genau wie hierzulande gibt es bei DAB+ in vielen Ländern aber noch Funklöcher oder regional keine Multiplexe.
Zwar ist das keine Vorschrift, aber sehr viele DAB+-Radios haben Fallback-Lösungen und sind auch gleichzeitig FM/UKW-fähig. Das gilt auch für die meisten (aber nicht alle!) DAB+-Heimradios oder DAB+-Autoradios, die wir stichprobenartig im Februar 2026 auf euronics.de in Augenschein genommen haben. Einige davon beherrschen sogar noch Mittel- und Langwelle (MW und LW).
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Kleiner Trost vielleicht: Falls du kein DAB+ empfangen kannst und dein Radio keinen UKW/FM-Tuner hat: Viele DAB+-Radios beherrschen andere Technologien wie Bluetooth, so dass du Musik von deinem Smartphone darüber streamen kannst.
Vereinzelt gibt es noch Regionen, in denen die Vorgängertechnik DAB (ohne Plus) ausgestrahlt wird. Das ist vor allem in UK und Irland noch der Fall. Heutige DAB+-Radios sind aber immer auch abwärtskompatibel zu DAB.
Und sonst?
Trotz 97- bis 98-prozentiger Abdeckung hatte ich neulich selbst auf einer Autobahnfahrt in die Eifel sehr lange keinen DAB+-Empfang. Für Durchreisende nur nervig – für die Menschen, die dort leben, aber ein echter Strukturnachteil, zumal auch eine Mobilfunkabdeckung dort selbst bis heute nicht immer gegeben ist.
Direkt hinter der Grenze sieht es dann besser aus, und das macht zumindest etwas Hoffnung: Das Digitalradio setzt sich langsam aber sicher in ganz Europa durch. Und das ist auch in sofern gut, dass DAB+ beinahe ausgestorbene Kultur wiederbeleben kann. Bis das überall der Fall ist, würde ich das gute, alte UKW-Radio noch nicht abschreiben und ein Hybridgerät empfehlen.
