Ampya verkündet das Ende (Screenshot von ampya.com)

Ampya macht dicht: YouTube-Gema-Deal killt Musikportal

ProSiebenSat.1 wird keine Musikvideos mehr auf seinem Portal Ampya zeigen und schaltet zum Monatswechsel erst einmal ab. YouTube soll schuld sein, aber auch die Lösung. Als Channel wird Ampya dort wieder auferstehen. Unter anderem.

Die zerstörerische Kraft des Internets hat mit dem Musikbusiness angefangen. Als Napster kam, wackelten die Umsätze der großen Musikverlage. Es sprossen viele neue Geschäftsideen aus dem Boden. Die meisten mussten inzwischen wieder dicht machen. Jetzt gibt Ampya auf, eine Plattform für Musikvideos, die von ProSiebenSat.1 (P7S1) betrieben wird. Spotify und Apple Music scheinen sich als Platzhirsche durchgesetzt zu haben, wenn es um reines Musikstreaming geht, und YouTube, wenn dazu noch ein schickes Video im Hintergrund laufen soll.

Neustart mit YouTube-Channels

Auf seiner Website gibt der Betreiber bekannt (gegenüber den Kollegen von dwdl.de auch mit weiteren Details bestätigt), dass der Betrieb von Ampya in dieser Form zum Monatswechsel endet. Noch bis Dienstag könnt ihr dort wie gewohnt Musikvideos anschauen. Dann ist erst einmal Schluss. Das gilt für die Website, aber auch für die diversen Apps für SmartTV, Tablet und Smartphone.

Ampya war 2013 als reiner Musikstreamingdienst ähnlich wie Spotify gestartet und wurde 2015 von ProSiebenSat.1 mit Putpat.tv zusammengelegt. Damit kam schon die erste Neuausrichtung. Die Streamingkunden wurden an Deezer abgegeben, auf dem Portal wurden nur noch Musikvideos in verschiedenen Kanälen gesendet. Allerdings lernte Ampya auch den Musikgeschmack der registrierten Nutzer kennen und bestückte einen Kanal nur mit der Musik, die man auch mochte. Nette Idee, hat aber wieder nur zwei Jahre gehalten. Und klar, seit dem YouTube-Gema-Deal war es für Amya noch schwerer geworden, Zuschauer zu finden. Dabei war Ampya unter dem Motto „Zukunft des Musikfernsehens“ gestartet. Doch das ist wohl YouTube.

Auf der Website findet sich ein Hinweis, dass Ampya umgebaut werde. Die Marke bleibt also erhalten. Gegenüber dwdl.de wird aber bloß nebulös von einem „breiteren, crossmedialeren Musikerlebnis“ gesprochen. Konkret soll es wohl eigene Channels auf YouTube geben. Letztlich möchte P7S1 aber wohl seine Musikaktivitäten im eigenen Multichannel-Netzwerk Studio71 bündeln. Erstes Detail: Es soll eine Verknüpfung mit songtexte.de geben. Wie das dann konkret aussieht, werden wir wohl noch im März sehen. Dann soll die neue Website unter ampya.com online gehen.

Beitragsbild: Screenshot von ampya.com

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