Lenovo Yoga Book: Erste Testberichte empfehlen die Windows-Version

Die ersten Testberichte von Lenovos ungewöhnlichen Yoga Book sind da und die Tester sprechen teilweise von der „Zukunft des Laptops“. Dass die Begeisterung sich dennoch in Grenzen hält, liegt an Schwächen des Betriebssystems, zumindest bei der Android-Version.

Das Lenovo Yoga Book war für mich eins Highlights auf der IFA 2016. Ein Notebook, dessen Keyboard sich wahlweise in eine berührungsempfindliche Oberfläche verwandeln lässt. Darauf lässt sich dann mit einem Stylus virtuell zeichnen, und mit einem Zeichenblock und einem Spezialschrift sogar beides: auf Papier und gleichzeitig digital. Was gut klingt, erhielt bei ersten Testern jetzt auch durchaus gute Noten, mit einem kleinen Wermutstropfen allerdings.

Wacom-Oberfläche besser zum Malen als zum Schreiben

Das Lenovo Yoga Book ist wahlweise als Version mit Android oder Windows 10 verfügbar. Gizmodo-Testerin Alex Cranz hatte es mit der Android-Version zu tun. Und das ist das Problem: Das System mache es ihr schwer, damit zu arbeiten, schreibt sie in ihrem Testbericht. Im Vergleich zur Windows-Versionen seien Keyboard-Unterstützung, App-Auswahl und Nutzerführung noch ausbaufähig. So sei zwar Android 6.0 Marshmallow installiert, bei dem sich zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm ausführen ließen. Bei diesen Apps werde aber jeweils nur die Smartphone-Version geöffnet, die auf dem Display von der Größe eines Tablets oder Laptops nicht die passende Darstellung zeige.

Nachteile sieht Cranz außerdem bei der Tastatur. Weil Lenovo hier eben ein Halo-Keyboard und keine physischen Tasten verwendet, fehle hier das haptische Feedback. Das Schreiben damit sei mühsam und man wisse aufgrund der Verzögerung nicht so recht, ob das System einen Buchstaben nun übernommen habe oder nicht.

Geringes Gewicht, aber Papier und Stift müssen extra untergebracht werden

Das gleiche Problem sehen die Tester von CNet. Die Tastatur des Lenovo Yoga Book eigne sich nur für gelegentliches Schreiben. Ein weiterer Nachteil sei dass es nur einen Micro-USB-Port zum Laden und den Anschluss von Zusatzgeräten gebe. Auch dass man Stift, Stiftspitzen und Papier immer mitschleppen müsse, falle buchstäblich ins Gewicht. Trotzdem gibt CNet eine positive Gesamtnote von 7.8/10. Positiv fielen beim Yoga Book das geringe Gewicht und das schlanke Design auf. Und das Zeichnen auf der Wacom-Oberfläche, dessen Tastatur sich mit nur einem Klick ausblenden lasse.

Auch Cherlynn Low von Engadget sieht Gutes und weniger Gutes am Lenovo Yoga Book. So stimmt sie ihren Kollegen zu, dass das Schreiben auf dem Keyboard noch nicht besonders rund funktioniere. Gut findet sie hingegen das Malen auf der Wacom-Oberfläche, das sogar funktioniere, wenn das Gerät ausgeschaltet sei.

Yoga-Modus und Intel-Atom-Prozessor

Klingt alles in allem, als wäre das Lenovo Yoga Book gut zum elektronischen Zeichnen geeignet und damit prima für Menschen, die gerne mit einem Stylus arbeiten. Gerade für das Schreiben längerer Texte eigne sich das Halo-Keyboard aber nur bedingt und auch die App-Auswahl sei im ersten Schritt noch ausbaufähig. Lenovo weiß nun, wo man da in Zukunft ansetzen muss.

Das Lenovo Yoga Book ist in zwei Versionen erhältlich, die jeweils die gleiche Hardware mit einem stromsparenden Intel Atom-Prozessor verwenden. Die wichtigsten Specs:

  • Intel Atom x5-Z8550-Prozessor bis zu 2,4 GHz
  • Intel HD-Graphics 400
  • 4 GB RAM, 64 GB Flash-Speicher erweiterbar bis 128 GB
  • Kapazitives IPS-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200px
  • 8 Megapixel rückwärtige Kamera, 2-Megapixel-Frontkamera
  • 360-Grad-Modus: Display lässt sich wie bei anderen Yoga-Modellen ganz nach hinten klappen, das Gerät dann auch als reines Tablet verwenden oder im Tent-Modus aufstellen.

Betriebssystem ist wahlweise Android 6.0 oder Windows 10. Beide Gerätetypen gibt es auch bei Euronics: das Yoga Book YB1-X90F mit Android oder das Yoga Book YB1-X91F mit Windows 10.

Bilder: Lenovo

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