Foto: Sony

Vlogging-Kameras: Diese 6 Modelle eignen sich besonders

Mit einer Vlogging-Kamera produziert ihr optimale Videos für euren Blog, für YouTube, Instagram und Co. Diese Geräte versprechen eine optimale Qualität bei einfacher Bedienung.

Schon klar – ihr könnt für Videoaufnahmen euer Smartphone oder eine Spiegelreflex-Kamera benutzen. Doch nicht immer erzielen diese perfekte Ergebnisse, die ihr so mit der Öffentlichkeit teilt wollt. Einige Hersteller haben den Trend längst erkannt und bieten spezielle Vlogging-Kameras an. Diese richten sich an Menschen, die zum Beispiel bei YouTube regelmäßig Videos veröffentlichen und Zuschauern so einen Einblick in das eigene Leben bieten möchten.

Was braucht ein Vlogger für eine Vlogging-Kamera?

Vlog ist ein Kunstwort, das für „Video“ und „Blog“ steht. Vermutlich nutzen viele aktive und professionell agierende Vlogger diesen Begriff gar nicht. Aber sie alle haben gewisse Ansprüche an ihr Equipment. Sie brauchen eine Kamera, bei der sie sich selbst bestmöglich präsentieren können. Und hier kommen wir zum Nachteil der Smartphones: Meist sind die Frontkameras qualitativ deutlich schlechter ausgestattet, sodass nur in den seltensten Fällen 4K-Auflösungen oder überzeugende, detailreiche Aufnahmen möglich sind. Bei Spiegelreflex-Kameras können die Ausmaße unpraktisch sein.

Meiner Auffassung nach sind diese Aspekte für eine Vlogging-Kamera wichtig:

  • Hochwertiger, möglichst großer CMOS-Sensor (1 Zoll, mindestens 20 Megapixel, 4K-Videos)
  • Lichtstarkes (Weitwinkel-)Objektiv
  • Neig- und schwenkbares Display, um sich beim Aufnehmen zu sehen
  • WLAN und/oder Bluetooth für Anbindung zum Smartphone und Veröffentlichen im Internet
  • Anschlussmöglichkeit für externes Mikrofon und Zubehör wie Gimbal, Blitzlicht oder Stativ
  • Optional: HDR-Videos
  • Optional: Livestreaming-Tauglichkeit
  • Wäre schön: Videoschnitt-Software im Lieferumfang

Das sind nur vereinfachte „Voraussetzungen“, denn Bedürfnisse sind individuell und abhängig von dem, was ihr machen wollt. Zudem spielen viele technische Details eine Rolle, beispielsweise der Aufbau der in der Regel fest verbauten Objektive, das Vorhandensein einer Bildstabilisation, der Autofokus oder die Blendenzahl.

Ihr braucht konkrete Empfehlungen? Bitteschön – schaut euch diese Vlogging-Kameras einmal genauer an.

Sony ZV-1: Vlog-Kamera für alle Gegebenheiten

Sony richtet sich mit der im Mai 2020 angekündigten ZV-1 an Vlogger, die ein stimmiges Gerät mit allen erdenklichen Freiheiten haben wollen. Spannend ist zweifelsohne das Innenleben, denn in der Cam steckt der gleiche Sensor wie in der Premium-Kompaktkamera Sony RX100 VII. Der Exmor RS mit 1 Zoll verfügt über 20,1 Megapixel und erlaubt 4K-Videoaufnahmen mit HDR.

Einen Windschutz legt Sony der Vlogging-Kamera bei. (Foto: Sony)

Einen Windschutz legt Sony der Vlogging-Kamera bei. (Foto: Sony)

Das Zeiss Vario-Sonnar T* Objektiv ist lichtstark (F1,8 – 2,8) und bietet einen 2,7-fachen optischen Zoom. Optischer Bildstabilisator, schneller Hybrid-Autofokus, WIFI und Bluetooth, Mikrofonanschluss, Multi-Interface-Zubehörschuh, HDMI-Ausgang und USB-Ports – alles dabei, was ihr euch vorstellen könnt.

Praktisch sind speziell für die Vlog-Kamera entworfenen Feinheiten. Das LC-Display lässt sich beliebig verstellen, dem integrierten 3-Kapsel-Mikrofon liegt ein Windschutz bei und Software-Features garantieren natürliche Hauttöne und ein Echtzeit-Tracking für einen stimmigen Auto-Fokus. Ein Bokeh-Effekt lässt sich sogar auf Tastendruck einschalten.

Die Sony ZV-1 lehnt sich an besagter RX100 an, verzichtet – typisch für eine Kompaktkamera – auf Wechselobjektive, bietet dafür aber gerade für Vlogger größte Flexibilität. Das lässt sich Sony aber auch bezahlen: Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 800 Euro. Dazu gesellt sich ggf. noch Zubehör wie ein Aufnahmegriff (Gimbal), eine Fernbedienung, ein externes Mikrofon und was ihr noch so braucht. Schön wiederum: Profi-Software und eine App fürs Smartphone gehören bei Sony zu einer Selbstverständlichkeit.

Canon Powershot G7 X Mark III: Vlogging-Kamera und mehr

Eigentlich ist die G7 X Mark III eine Kompaktkamera für ambitionierte Fotografen. Doch bereits letztes Jahr vernahm Canon den Trend und bewarb das Gerät mit einem „ideal für Vlogger, Blogger und alle, die Inhalte online posten“. Keine Frage – die Technik kann sich sehen lassen. Der 1 Zoll CMOS-Sensor mit 20,1 Megapixeln leistet eine sehr gute Arbeit, wie ich in meinem Praxistest der G7 X Mark III selbst herausfand.

Eine schöne Kamera, die Canon Powershot G7X Mark III. (Foto: Sven Wernicke)

Eine schöne Kamera, die Canon Powershot G7X Mark III. (Foto: Sven Wernicke)

Für Vlogger interessant sind der klappbare Bildschirm, das 24mm Weitwinkel-Objektiv mit 4,2-fach-Zoom, die 4K-Aufnahmen (bzw. Full-HD bei 120 Bildern pro Sekunde) und die Option, Inhalte live bei YouTube zu streamen. Das läuft dann über die dazugehörige App.

Canon Powershot G7 X Mark III im Test: Praktischer als ein Highend-Smartphone?

Die Canon Powershot G7 X Mark III ist eine tolle, hochwertig verarbeitete Kamera, mit der ihr unbedingt auch fotografieren solltet. Was dagegen sperrig ist, ist der Einstieg. Die Bedienung ist zu Beginn nicht allzu intuitiv, dafür aber verstecken sich unglaublich viele Features in den verschachtelten Menüs.

Tipp: Günstiger und damit gerade für Einsteiger attraktiv ist der Vergänger, die Canon G7X Mark II, die auch bei Euronics erhältlich ist.

Canon EOS M200: Spiegellose Systemkamera

Bei der Canon EOS M200 handelt es sich um eine spiegellose Systemkamera mit einem großen Vorzug: Ihr könnt das Objektiv wie bei einer Spiegelreflex-Kamera wechseln. Geeignet sind Objekte der EF- und EF-S-Reihe, alternativ steht längst ein großes Sortiment an M-Objektiven zur Verfügung. Das heißt: Ändert abhängig vom Einsatzgebiet die Brennweite.

Die Canon EOS M200 ist so klein wie eine Kompaktkamera, aber die Objektive lassen sich tauschen. (Foto: Canon)

Die Canon EOS M200 ist so klein wie eine Kompaktkamera, aber die Objektive lassen sich tauschen. (Foto: Canon)

Darüber hinaus bekommt ihr stimmige Hardware: Digic 8-Bildprozessor, 24,1 Megapixel Sensor, WLAN/Bluetooth, 4K-Video und einem klappbaren LC-Display mit Touchscreen. Und: Gegenüber regulären Spiegelreflex-Kameras ist die M200 noch kompakt und handlich.

Canon betont, dass die Canon EOS M200 schnell mit eurem Smartphone oder PC Verbindung aufnimmt und das Teilen in sozialen Netzwerken eine Leichtigkeit ist. Ein Cloud-Backup mitsamt automatischer Synchronisation lässt euch keine Daten mehr verlieren.

Tipp: Alternativ zur M200 lohnt auch ein Blick auf die Canon EOS M50, die ähnlich ausgestattet, aber hier und da günstiger als Bundle zu haben ist. Sie ist geringfügig größer, dürfte aber deswegen nicht unpraktischer sein. Sie gibt’s auch bei Euronics.de zu kaufen.

GoPro Hero8 als Vlogging-Kamera

Bekanntlich richtet sich die GoPro an Actioncam-Freunde und alle, die Aktivität visuell eindrucksvoll einfangen wollen. Doch die aktuelle GoPro Hero8 Black bietet dank Zubehör sehr viel für Vlogger. Die 12 Megapixel genügen für 4K-Aufnahmen (60 Bilder pro Sekunde) und 1080p-Livestreaming. Doch nicht nur das.

Mit dem DisplayMod wird die GoPro Hero8 zur Vlogging-Kamera. (Foto: GoPro)

Mit dem DisplayMod wird die GoPro Hero8 zur Vlogging-Kamera. (Foto: GoPro)

GoPro integrierte beispielsweise HyperSmooth 2.0 – eine komplexe Bildstabilisation für ruhige Aufnahmen. Drei Mikrofone reduzieren selbständig Windgeräusche. Und wünscht ihr mehr, greift auf das reichhaltige Zubehör-Sortiment zurück. Mit dem MediaMod bekommt ihr ein direktionales Mikrofon und die Option, ein eigenes zu befestigen. Mit dem DisplayMod gibt’s noch einen klappbaren 2-Zoll-Bildschirm dazu.

Klar, am Schluss ist die Hero8 Black mit ergänzendem Zubehör nicht günstiger als eine Vlogging-Kamera von Sony oder Canon, aber für sportliche Vlogger könnte diese Actioncam die ideale Lösung sein.

DJI Osmo Pocket: Die Hosentaschen-Kamera für Vlogger

Osmo Pocket ist eine ganz besondere Kamera, denn sie besteht aus der eigentlichen Cam (1/2.3“ CMOS-Sensor, 12 Megapixel, f/2.0), die an einem Haltegriff befestigt ist. Ein motorisierter Gimbal sorgt für ein stets stabilisiertes Bild und damit für ruhige Aufnahmen.

Osmo Pocket ist echt klein. (Foto: DJI)

Osmo Pocket ist echt klein. (Foto: DJI)

Trotz der winzigen Form könnt ihr 4K-Videos bei 60fps aufnehmen. Ein sogenannter Story-Modus in der dazugehörigen App generiert dynamische Videos, die dann nur noch auf eine Veröffentlichung warten. Nützlich ist das erhältliche Zubehör, darunter ein Weitwinkelobjektiv, ein Funkmodul, ein Adapter für Actioncam-Peripherie oder eine Halterung für Smartphones. Fakt ist: Kompakter geht’s kaum noch.

Panasonic Lumix G110: Systemkamera für Vlogger

Überraschend ist die neue Lumix G110 von Panasonic aus einem Grund: Es handelt sich um eine (MFT-)Systemkamera aus der Mittelklasse, die Vlogger überzeugen möchte. Sie verfügt über 20,1 Megapixel, was 4K-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde erlaubt. Vielversprechend ist OZO Audio von Nokia. Dabei handelt es sich um drei Mikrofone, die Ton von vorne, hinten und auf Wunsch auch von allen Seiten aufnehmen. Im Video-Selfie-Modus bekommt ihr das dynamische Verfolgen des Tons sowie eine hochwertige Augen- und Gesichtserkennung geboten. Sinnvoll für Vlogger.

Eine Systemkamera für Vlogger - die Lumix G110. (Foto: Panasonic)

Eine Systemkamera für Vlogger – die Lumix G110. (Foto: Panasonic)

Für „Freiheit“ sorgt das Lumix-G-Bajonett, mit dem ihr Objektive nach euren Vorstellungen tauschen könnt. Bildstabilisation gibt’s durch ein 5-Achsen-Hybrid-OIS. Der Bildschirm lässt sich  drehen und schwenken, eine Sync-App erlaubt das schnelle Teilen in den sozialen Netzwerken.

Als (angehende) Vlogger solltet ihr euch aber bewusst sein: Günstig ist der Einstieg nicht. Eine Lumix G110 mit einem 12-32mm Objektiv beginnt ab 749 Euro (UVP). Möchtet ihr noch einen Stativgriff dazu, zahlt ihr 50 Euro mehr. Im Kit mit einem weiteren Objektiv (35-100mm) liegt die Kamera dann bei rund 1000 Euro. Ab Juli 2020 beginnt die Auslieferung.

Die richtige Vlogging-Kamera für euch?!

Abschließend sei eines noch betont: Natürlich eignen sich auch viele weitere Kompakt-, System- und Spiegelreflexkameras hervorragend fürs Vlogging. Und es klappt auch gut mit nahezu allen Smartphones – was sich für die ersten Gehversuche empfiehlt. Die hier vorgestellten Kandidaten, allen voran die Sony ZV-1, nehmen explizit Vlogger als Zielgruppe ins Visier. Und das ist zum Teil auch ein wenig Marketing seitens der Hersteller. Entscheidend bei der Wahl ist, dass eure neue Vlogging-Kamera eure Bedürfnisse erfüllen kann.

Wo Systemkameras punkten und DSLRs brillieren

Vor dem Kauf solltet ihr euch also gut überlegen, was ihr wirklich braucht. Steht stehen kleinste Ausmaße für euch ganz oben auf der Prioritätsliste, dann müsst ihr meist Abstriche bei den Anschlüssen (Mikrofon-Eingang etc.) machen. Und wollt ihr auf „Connectivity“ nicht verzichten, wächst die Kamera zwangsläufig. Die besten Lösungen, bei denen ihr die wenigsten Kompromisse eingehen müsst, sehe ich persönlich im Bereich der Systemkameras sowie den Premium-Kompaktkameras.

Welche Kamera nutzt ihr fürs Vloggen? Ich freue mich über Kommentare unter diesen Zeilen.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*