Umweltbundesamt fordert Mindestbetriebsdauer für elektronische Geräte

Geplante Obsoleszenz und Sollbruchstellen. Oftmals halten Elektrogeräte so lange, bis die gesetzliche Garantie abgelaufen ist. Das ist nicht nur ein Gefühl der Konsumenten. Das Umweltbundesamt wünscht sich daher ein Kennzeichnung, die darüber Auskunft gibt, wie lange ein Fernseher oder eine HIFI-Anlage „leben“ wird.

Mindestlebensdauer

Ines Oehme, beim Umweltbundesamt zuständig für Ökodesign und Umweltkennzeichnung, meinte gegenüber dem SWR3, dass Produkte eine „verlässliche Mindestlebensdauer“ besitzen müssen. Innerhalb dieses Zeitraums dürfen keine Reparaturen anfallen. Dabei sollen auch individuelle Leistungszyklen berücksichtigt werden, beispielsweise bei einer Waschmaschine die Zahl der Waschgänge oder bei einer Lampe die Zahl der Brennstunden.

Allerdings ist es für konkrete und bindende Regelungen für Hersteller noch zu früh. Das Umweltbundesamt spiele mit dem Gedanken einer solchen Mindeslebensdauer-Kennzeichnung, denn laut UBA-Präsidentin Maria Krautzberger bedeute, dass ein langlebiges Produkt auch umweltfreundlicher sei. Und genau dies stehe im Fokus der Verantwortlichen.

Fortschritt

Einer Studie vom Umweltbundesamt zufolge würden rund 25 Prozent aller TV-Geräte aufgrund eines Defektes getauscht. Im Jahr 2012 hielten TV-Geräte durchschnittlich 5,6 Jahre – zu Röhrenfernseher-Zeiten lag die Lebenserwartung noch bei zehn bis zwölf Jahren. Unberücksichtigt blieb hier natürlich auch der technische Fortschritt, also bessere Bildqualität und Funktionen, die Käufer dazu anregte, sich einen neuen Fernseher zuzulegen.

Ob das Umweltbundesamt letztlich ein solches Qualitätssiegel für Elektrogeräte durchdrücken kann? Es wäre in jedem Fall im Interesse der Konsumenten. Hersteller dagegen, denen ohnehin gewollte Obsoleszenz vorgeworfen wird, dürften weniger erfreut sein.

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